Gemeinderat,
37. Sitzung vom 19.12.2003, Wörtliches Protokoll - Seite 83 von 98
dorthin kommt, ein Fußballstadion oder sonst was, und auf
der Seite sind immer so Mauern mit Fenstern und Türen und Stiegenaufgängen. Die
bauen das schon dorthin damit, ich weiß nicht was, die Cobra dort Häuserkampf
üben kann oder ich weiß nicht, wozu das ist, aber Teil der U-Bahnlinie ist es
nicht.
Aber es geht ja noch weiter. "sondern es sich um
eine Bebauung im Zuge der Erweiterung der U-Bahn handelt." Die haben sich
das angeschaut. Die waren selber dort. Einen Schmarren waren die dort, die
haben angerufen und haben gesagt "Was macht ihr da?" Und die haben
gesagt "Nun, das ist Teil unserer U-Bahnlinie." Aber jetzt kommt der
beste Satz, also der ist super. Und jetzt kommt die Verdrehung der Frage, wie
eine Behörde zu prüfen hat, nämlich sie hat zu prüfen, im Interesse der Bürger
und der Konsenswerber, und nicht umgekehrt.
Aber die Behörde sagt: "Sollte aus Ihrer Sicht
eine Änderung gegenüber dem mir bekannten Letztstand, dass derzeit ein
U-Bahnbauwerk errichtet wird, welches in späterer Folge möglicherweise als
Grundlage für eine Überbauung mit Wohnungen herangezogen wird, bestehen, darf
ich Sie um entsprechende Mitteilung ersuchen.
Also, was sagt die Behörde? Die Behörde sagt zum
betroffenen Bürger, der gegenüber wohnt: "Beweis´ du, dass das ein Bauwerk
ist und dann schreiten wir ein". Nun, wie soll der das beweisen? Fotos hat
er vorgelegt, die Bauarbeiter hat er befragt. Die haben einen Plan, den es noch
gar nicht geben dürfte. Nach diesem Plan bauen die. Das sind alles keine
Beweise, damit die Behörde einsieht, dass das ein Bauwerk ist! Was soll der
Mann noch machen? Soll er jetzt Mitglied der WIENER LINIEN werden und in den
Vorstand gehen, damit er das nachweisen kann, oder was soll der machen? Herr
StR Faymann, seien Sie mir nicht böse, auch wenn Sie sich mit ihrer Nachbarin
so königlich unterhalten, ich glaube Ihnen das alles gerne, das Problem ist
nur, die Magistratsabteilungen 37 und 64 unterstehen beide Ihnen. Ich
würde mir eigentlich erwarten, dass Sie rasch von sich aus tätig werden, das
ordentlich prüfen und zwar so, wie es eine Behörde prüft, nämlich nicht der
Bürger muss nachweisen, das was passiert ist, sondern umgekehrt, die Behörde
hat zu prüfen und hat den objektiven Sachverhalt festzustellen, und nicht der
Bürger muss nachweisen, dass das ein Haus ist, wenn ihm gegenüber schon ein
Haus steht. Also, so was skurriles habe ich ja überhaupt noch nie gehört, und
ich würde mir wirklich erwarten, dass Sie da bald tätig werden, denn die
Gesetze gelten auch für die WIENER LINIEN. Na, ich weiß schon, die stehen im
Eigentum und jetzt war der Bau der U-Bahn nicht billig, und jetzt möchten wir
da gerne ein bisschen einen Reibach machen und deswegen täten wir gerne vier
Häuser draufbauen und da ist wurscht, ob die halbe Nordrandsiedlung im Schatten
liegt, das ist uns wurscht. Ich wohne am ganz anderen Ende der
Nordrandsiedlung, ich liege nicht im Schatten, aber eines sage ich auch, dem
roten Siedlerverein, wo die Leute dann ausziehen müssen, wünsche ich viel Spaß
bei der nächsten Sektionsversammlung in Floridsdorf. Das wird sicher lustig
werden. (Beifall bei der FPÖ.)
Vorsitzende GR Mag Heidemarie Unterreiner: Als nächster Redner ist Herr Dr Maurer
gemeldet. Ich erteile ihm das Wort
GR Dkfm Dr Ernst Maurer (Sozialdemokratische
Fraktion des Wiener Landtags und Gemeinderats): Frau Vorsitzende! Herr
Berichterstatter! Herr Präsident!
Es freut mich, dass Gemeinderat Barnet sich solche
Sorgen macht um den Ablauf unserer Sektionssitzungen, ansonsten ersuche ich um
Nachsicht, dass ich auf meine Vorredner nur im Allgemeinen eingehen möchte.
Meine sehr verehrten Damen und Herren, Kontrolle ist
selbstverständlich eine wichtige Ergänzung sämtlicher Aktivitäten und wir
wissen es alle und es wird ja auch immer aufgezeigt, dass bei unseren
tagtäglichen Aktivitäten im Trubel eben auch Fehler passieren und deswegen ist
es auch wichtig, dass von Kontrollinstanzen generell Verbesserungsvorschläge
kommen. Die sind auch willkommen.
Hier hat der Rechnungshof seine Unabhängigkeit unter
Beweis gestellt, nicht immer zur Freude aller Beteiligten. Jetzt gibt es
natürlich auch Auffassungsunterschiede zwischen den geprüften Institutionen und
den Prüfern, denn natürlich ergibt jede Prüfung etwas. Also, ein Prüfer der
nichts findet, ist halt kein guter Prüfer. Es wird also immer wieder Ergebnisse
geben, die zu Kritik führen und natürlich auch unter Umständen zu
Auffassungsunterschieden, was umgesetzt werden soll und was nicht.
Und so gibt es natürlich auch in dem Bericht - es
sind ja drei -, in einem der Berichte eine Liste von unerledigten Anregungen.
Das stimmt, aber es gibt eine doch wesentlich längere Liste von durchgeführten
Änderungen beziehungsweise Änderungen, die in Arbeit sind. Und natürlich nimmt
die Opposition immer nur die negativen Absätze heraus, das ist ja ganz klar,
das ist auch nicht anders zu erwarten. Aber ich erinnere nur daran - und bei
Lektüre der Berichte sieht man das ja -, dass auch Positives zu sehen ist. Zum
Beispiel ist die Sicherheitstechnik im U-Bahnbau keineswegs so schlecht
weggekommen, wie Herr Tschirf sagt, sondern es ist hier durchaus ein positiver
Faden drinnen.
Es ist das Beschaffungswesen der MA 54 positiv
dargestellt, wenn ich hier nur zitiere, dass die Auftragsvergabe an Lieferanten
und Dienstleistungen bei allen Warengruppen zweckmäßig und den Anforderungen
entsprechend organisiert war, und das erzielte Preisniveau der überprüften
Beschaffungsfälle generell als günstig zu bewerten war. Also, auch das kann man
ja sehen, man muss natürlich nicht immer nur die negativen Dinge herausgreifen.
Aber das ist, wie gesagt, Angelegenheit und Aufgabe der Opposition.
Immer wieder zeigt sich natürlich, dass Vergaben ein großes
Thema sind. Niemand ist glücklich, wenn es hier zu Beanstandungen kommt, aber
ich glaube, man sollte auch fairer Weise dazusagen, dass sich die Rahmenbedingungen
stark geändert haben. Und wenn GR Kenesei gesagt hat, es habe sich in den
letzten Jahren oder Jahrzehnten nichts geändert, dann hat er sehr unrecht, denn
es haben sich sehr wohl die gesetzlichen Voraussetzungen und die
Vergabebestimmungen geändert.
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