Landtag, 13. Sitzung vom 26.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 71 von 111
Noch schlimmer ist es aber natürlich bei den zahlenmäßig haushoch überlegenen Wahlärztinnen und Wahlärzten sowie bei den Privatärzte, über die wir gar nicht reden. Das ist ein schmales Segment, das ein eigenes Kapitel ist. Die Wahlärzte, die im Gegensatz zu den Kassenärztinnen und -ärzten eben die große Masse sind, müssen in Wirklichkeit überhaupt nichts übermitteln. Die müssen nichts übermitteln. Die müssen nicht einmal die Patientencodes eintragen, was die anderen, nämlich die Kassenärzte, müssen. Die müssen gar nichts.
Wer etwas muss, sind die Patientinnen und Patienten. Die müssen nämlich viel dafür zahlen, haben aber nicht die Qualitätssicherung, dass das mit dem restlichen Gesundheitssystem verwoben wird. Das ist genau das Problem. Da versickert Geld, das wir woanders brauchen würden, weil die Leute dann nämlich überall zu Privatärzten hinrennen, weil sie glauben, dass es dort besser ist. Das ist aber nicht der Fall.
Deswegen brauchen wir eine Patientenlenkung. Das hören manche nicht sehr gerne. Ich bin aber der Meinung, dass sich das schon durchgesetzt hat, weil das die meisten, die im Gesundheitswesen zu tun haben, bereits anwenden und wissen. Wir haben ja schon mit 1450 angefangen. Das ist ja auch nichts anderes.
Versuchen wir also bitte, diesen Weg jetzt wirklich auszubauen und nicht zu zögern, statt das einfach abrinnen zu lassen, sodass man sich denkt: Hoffentlich werde ich nicht krank, ich bin eh noch gesund, hoffentlich passiert mir nichts. Das ist nämlich dann das Endergebnis.
Punkt zwei, den ich mir überlegt habe, betrifft die Patientenbeschwerden zum Beispiel bei Ombudsstellen in Krankenhäusern - und zwar egal in welchem Krankenhaus. Dort gibt es meistens Ombudsstellen.
Ich sage es jetzt ganz frech: In Wirklichkeit würde ich diese Ombudsstellen einfach auflassen, weil die nämlich nur zu noch mehr Ärger führen, als man schon vorher gehabt hat. Denn es ist nämlich so: Wenn man sich bei der Ombudsstelle beschwert, wartet man ewig lange bis man eine Antwort bekommt. Die Antwort lautet dann - ich würde behaupten - zu 100 Prozent: Das war nicht so. Dann bekommt man einen Brief, in dem ausführlich drinnen steht, dass alles nicht so war und alles in Ordnung ist. Hochachtungsvoll irgendein Name. - Das führt dann zum richtigen Ärger. Ich bekomme dann nämlich immer diese Anrufe. Das ist der richtige Ärger, bei dem man sich dann manchmal echt kränkt und ärgert. Das ist eine ganz schlechte Geschichte.
Schaffen wir diese Ombudsstellen also bitte einfach ab, und versuchen wir, einen Ersatz mit Menschen zu finden, die emphatisch sind und sich vielleicht auch einmal für etwas entschuldigen, bei dem es gar nicht notwendig gewesen wäre, indem man sozusagen eine Goodwill-Geste macht. Das wäre viel gescheiter als diese dummen Antworten per Brief: Es ist eh alles in Ordnung und super. Sie sind quasi die Dumme. Sie haben das falsch verstanden, oder Sie haben gelogen. Das geht nicht. Das schaffen wir ab. Das wäre meine Idee.
Dann komme ich noch zu einem dritten Punkt. Hier wende ich mich in diese Richtung (in Richtung ÖVP). Ich finde es sehr gut und nehme es zum Anlass, dass ich heute die HNO-Problematik - man müsst es eigentlich das HNO-Desaster nennen - besprechen kann.
Denn wenn wir uns die Patientenanwaltssachen anschauen und sehen, welche Wartezeiten bei bestimmten Operationen sind, dann sehen wir, dass der größte Klotz HNO-Operationen sind. Es sind Wartezeiten von bis zu zwei Jahren bei Kindern, bitte schön. Ich meine, es wundert mich nicht, dass da noch niemand gestorben ist. Es kann nur so sein, dass die, bei denen es dringend war, dann privat gezahlt haben. Anders kann es nicht sein.
Weil ich schon so lange im Gesundheitswesen bin - ich bin auch im anderen Gesundheitswesen, nämlich in der Realität, da bin ich ein bisschen in einer Parallelstruktur, weil das leider halt so ist -, weiß ich aber auch, dass wir schon vor vielen Jahren gewusst haben, dass die kleinen Fächer, also HNO, Urologie und was auch immer, aus den Spitälern ausgelagert werden sollten. Das ist teilweise auch gemacht worden. Das erleben wir jetzt. Jetzt gibt es nämlich die großen Probleme, weil man drei Hals-Nasen-Ohren-Abteilungen geschlossen hat. Eine vierte hätte auch noch geschlossen werden sollen, nämlich die HNO-Abteilung im Hanusch-Krankenhaus.
Diesbezüglich freue ich mich sehr, dass man auch einmal zeigen kann, wie man über Parteigrenzen hinweg etwas gemeinsam erreichen kann. Denn StRin Greco - mittlerweile meine liebe Freundin - und ich haben, ohne dass wir jemand anderen gebraucht hätten, unsere HNO-Abteilung im Hanusch-Krankenhaus gerettet. Die ist jetzt sehr überlaufen und sehr beliebt. Wir sind froh, dass wir diese Abteilung haben. (Beifall bei SPÖ und ÖVP.)
Denn nebenbei bemerkt wissen wir ja, dass wir eine starke Onkologie haben. Da sind Lymphknoten-Entnahmen ganz, ganz wichtig. Wenn man diese Operationen nicht mehr hätte machen können, hätte man die Leute mit der Rettung irgendwo anders hinführen müssen, wo wahrscheinlich auch keine HNO-Abteilung gewesen wäre. Das wäre ein großer Wahnsinn gewesen.
Deswegen bin ich stolz und sage das heute auch, weil ich glaube, dass wir mehr zusammenarbeiten müssen. Wir müssen mehr zusammenarbeiten. Dass wir das damals gerettet haben, ist das beste Beispiel dafür. Ich freue mich auf weitere gute Inspirationen, die wir vielleicht gemeinsam haben werden, vielleicht auch mit anderen.
So möchte ich auch gleich schließen, nämlich im positiven Sinne. Denn ich glaube, dass es besser ist, wenn man nicht so grantig und narrisch ist, nicht herumschreit und vielleicht Menschen findet, die das Gleiche meinen und die die gleichen Ziele haben, und wir das dann vielleicht wirklich zusammen machen. - Ich danke. (Beifall bei der SPÖ sowie von StRin Katarzyna Greco, MIEM und Abg. Ing. Judith Edelmann.)
Präsident Anton Mahdalik: Zu einer tatsächlichen Berichtigung hat sich Abg. Gorlitzer gemeldet. - Bitte sehr.
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