Landtag, 13. Sitzung vom 26.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 70 von 111
hof hat die Befristung aufgehoben. Ich möchte mit unserem Antrag wirklich an Sie, die Bundesregierung, appellieren, diese Entfristung weiter aufrechtzuerhalten, und ersuche auch um Unterstützung für unseren Antrag. Ich halte das im Sinne der Selbstbestimmung für weniger Druck, weniger Stress und mehr Rechtssicherheit ganz, ganz wesentlich.
Weil es schon blinkt und ich wahrnehme, dass meine Zeit schon abgelaufen ist, fasse ich noch einmal zusammen, was aus meiner Sicht die Conclusio aus diesem Bericht ist: Wir brauchen dringend mehr Personal. Wir brauchen bessere Arbeitsbedingungen, mehr Kassenangebote, mehr Therapieplätze für Kinder, ganz dringend auch eine bessere psychische und psychiatrische Versorgung, die Ambulanz für Long Covid und wirklich ein ganz konsequentes Vorgehen gegen diese schleichende, sich ausbreitende Mehrklassenmedizin.
Die WPPA hat mit ihrem Bericht geliefert. Jetzt ist die Politik am Zug. Ich hoffe sehr, dass Sie von NEOS und SPÖ - also Sie von der Stadtregierung, Sie Herr Landesrat - die Aufgaben ernst nehmen und Verantwortung für die Bereiche übernehmen, die Sie verbessern können. - Danke. (Beifall bei den GRÜNEN.)
Präsident Anton Mahdalik: Danke. - Bevor ich das Wort an Abg. Laschan erteile, darf ich bekannt geben, dass Abg. Kilian Stark ab sofort und Abg. Lugner ab 17 Uhr entschuldigt sind. - Frau Abgeordnete, Sie sind am Wort. Bitte.
Abg. Dr. Claudia Laschan (SPÖ): Sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrte Frau Dr. Willinger! Ich möchte gleich zu Beginn auf die Datengeschichte reagieren.
Mit den Gesundheitsdaten haben wir schon immer ein Problem gehabt, weil immer der Datenschutz angeführt wurde, damit man sich mit diesem Datenschatz, den man aus verschiedenen Gründen braucht, nicht beschäftigen muss. Das ist meine Meinung. Ich wundere mich daher jedes Mal, wenn wir einen Gesundheitsbericht vorgelegt bekommen, woher eigentlich die Daten stammen. Ich meine, die wird man schon irgendwie erheben, aber eben nur irgendwie. Wir haben in den Schulen einen Datenschatz, den wir eigentlich heben müssten, um zu wissen, wie es mit der Gesundheit der Schülerinnen und Schüler ist. Das können wir nicht erheben, weil der Datenschutz immer dazwischenfährt. Das war jetzt nur eine Randbemerkung.
Ich möchte gerne über die Gesundheitsstrukturen reden, nämlich über die vielen Parallelstrukturen, die wir im Gesundheitswesen sowohl im Bund als auch in den Ländern haben. Es ist so, dass das Geld in Wirklichkeit versickert, weil eben diese Parallelstrukturen bis jetzt nicht auflösbar sind. Ich hoffe, dass sich das bei der Gesundheitsreform, an der ja gearbeitet wird, verbessern wird oder dass das überhaupt gelöst wird. Das wäre mein größter Wunsch. Ich glaube aber nicht, dass wir das schaffen werden.
Die PatientInnen werden teilweise alleine gelassen. Wohin soll man sich wenden, wenn man irgendeine Krankheit hat, wenn man irgendwo Schmerzen hat, oder wenn plötzlich ein Ereignis eintritt, bei dem man nicht weiß, ob man ins Spital muss, zum Hausarzt muss oder die Rettung rufen muss?
Da haben wir 1450. Das ist das Positive an dieser Geschichte. Dort ist es möglich, dass man anruft, das abgeklärt wird und empfohlen wird, wohin man sich wenden soll. Dort findet man einen Weg, der für die Patientin oder den Patienten richtig ist, sodass man nicht mehrere Tage oder noch länger braucht, um überhaupt zu einer Diagnose zu kommen. Über 1450 kann ich also nur sagen: Hurra! Dieses Tool wird auch immer weiter verbessert und ausgeweitet, ein großes Plus.
Das Problem in der Patientinnen- und Patientenversorgung ist, dass wir - auch in Wien - zwei oder mehrere Parallelstrukturen haben und es keine Schnittstelle gibt. Wenn ich das nur erwähnen darf: Wenn man in einer Spitalsambulanz sitzt oder in einem Spital tätig ist, dann wäre es ja normal, dass man, wenn der Patient oder die Patientin kommt, irgendwo nachschaut, zum Beispiel bei ELGA. Nur ist ELGA zu groß und zu schlecht. Das ist meine Meinung, weil ich mit ELGA arbeite. Ich mache es gar nicht mehr auf, weil sich das nicht lohnt.
Da sind nicht einmal Kästen geschweige denn Laden, sondern es ist alles auf einem Haufen oder in einer Wurst, sodass man es aufmachen muss, es sich anschauen muss und sich dann denkt: Das war es jetzt nicht. Dann hat man so viel Zeit verloren, dass man die restlichen PatientInnen nicht versorgen kann. Das ist also nicht das Richtige. Es wird jetzt offensichtlich verbessert. Das hoffe ich sehr, aber ELGA ist im Moment nicht besonders attraktiv.
Wichtig wäre, dass wir eine Vernetzung bekommen. Dabei wird die Digitalisierung unbedingt notwendig sein. Das wird alles digital sein müssen, sodass man nicht - wie es jetzt ist - in der Ambulanz sitzt und die arme Omi, die sich die Medikamentennamen nicht merken kann, dann sagt: Ich war jetzt dort und dort bei dem Arzt, und der hat gesagt, das Medikament gehört weg. Dann wissen wir nicht, welches Medikament. Dann wissen wir nicht, warum. Dann sagt sie: Ja, das ist das Zuckermedikament. Das hat er mir weggenommen und mir ein anderes gegeben. Was ist denn das andere? - Ja, leider weiß sie das nicht.
Wenn man sich das genau so anhört, hoffe ich, dass ihr versteht, dass das ein bisschen stümperhaft ist, um es höflich auszudrücken. Denn normalerweise müssten die Daten, die man zum Beispiel bei einem Internisten oder einer Internistin erhebt, einfach automatisch zum Arzt im Spital übertragen werden.
Das ist in einigen Ländern üblich. Dort ist natürlich auch das Gesundheitssystem viel besser. Die Leute haben dort auf ihrem Laptop über ihr Gerät alle Informationen über Allergien und so weiter und so fort. Alles, was man bisher gehabt hat, steht in diesem Text. Dann kann man ordentlich arbeiten. Dann geht das schneller. Dann ist das sicherer. Dann ist auch die Qualität gegeben. Ich muss sagen, es ist mir schon seit Jahrzehnten ein Rätsel, warum wir das nicht schaffen. Die Schnittstelle zwischen Krankenhäusern und dem niedergelassenen Bereich passt nicht.
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