«  1  »

 

Landtag, 13. Sitzung vom 26.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 67 von 111

 

Sehr geehrte Damen und Herren, lassen Sie mich zum Schluss kommen. Wien hat ein gutes Gesundheitssystem, wir haben Einrichtungen, die europaweit Maßstäbe setzen. Wir haben engagierte Menschen, die täglich Außergewöhnliches leisten, aber wir haben auch ein strukturelles Problem, dem wir noch begegnen müssen und welches wir auch angehen werden.

 

Wir nehmen diesen Bericht als Auftrag, und wir werden nicht alles verteidigen, aber ich kann Ihnen versichern, wir sind dran. Wir arbeiten ständig daran, die Rahmenbedingungen zu verbessern, das Personal zu entlasten und die Versorgung für alle Wienerinnen und Wiener sicherzustellen. Nochmals einen herzlichen Dank der Pflege- und Patient*innenanwaltschaft für diesen wichtigen und ehrlichen Bericht. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Präsident Anton Mahdalik: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abg. Huemer. - Bitte sehr, Frau Abgeordnete.

 

15.56.41

Abg. Mag. Barbara Huemer (GRÜNE)|: Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrter Herr Landesrat, sehr geehrte Frau stellvertretende Pflege- und Patient*innenanwältin, geschätzte KollegInnen, liebe Zusehende!

 

Es wird Ihnen jetzt, wenn ich meine Rede halte, einiges von meinen VorrednerInnen bekannt vorkommen, aber das liegt wahrscheinlich daran, dass der Bericht wirklich Triggerpunkte hat und uns alle wahrscheinlich sehr berührt und angesprochen hat. Auch ich möchte wie meine VorrednerInnen mit einem großen Dank an das Team der WPPA beginnen. Die Arbeit ist und bleibt wichtig und unverzichtbar, und im Bericht - ich habe ihn wirklich gründlich gelesen, steht ganz viel Wichtiges drinnen - viel Statistik, über die ich heute nicht reden will, die kann man wirklich gut nachlesen; ich werde über den qualitativen Teil berichten -, aber er ist einfach eine großartige Leistungsschau, die natürlich, das liegt in der Natur der Sache, auf Fakten basiert, von denen wir im Grunde alle wollen, dass sie nicht passieren - aber dazu im Detail.

 

Ich finde es sehr beeindruckend, dass über 9 000 Menschen wieder einmal von der WPPA beraten werden konnten, dass Beschwerden aufgegriffen werden konnten, dass man tatsächlich helfen konnte, Missstände im Gesundheitssystem nicht nur aufzulösen, sondern auch sichtbar zu machen. Ich glaube, das ist auch ganz wichtig. Ein ganz wesentlicher Teil ist ja auch, Entschädigungen für erlittenes Leid an die Menschen zu bringen. Das waren im vergangenen Jahr 2,86 Millionen EUR, also eine wirklich wichtige Ersatzleistung für erlittenes Leid. Vielen Dank dafür, das ist so etwas wie PatientInnenschutz, gelebte PatientInnenrechte. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Mein Vorredner von der ÖVP hat schon darauf hingewiesen, das ist nicht selbstverständlich, die Ressourcen der WPPA sind limitiert, sind auch an den Grenzen, und deshalb ist dieses ungebrochene Engagement in dieser Einrichtung hervorstreichenswert.

 

Ich möchte eine persönliche Empfehlung an dieser Stelle auch noch aussprechen: Wenn immer Menschen das Gefühl haben, sie sind unrechtmäßig behandelt worden, im System ist etwas schiefgelaufen: Bitte scheuen Sie sich nicht, sich an die WPPA zu wenden, oder wenn Sie irgendwie Hilfe brauchen, unsicher sind, an die UPI, an die Unabhängige Patienten- und Informationsstelle. Dort bekommen Sie Hilfe, das ist unabhängig, das ist kostenlos, dort hilft man Ihnen. Und wenn es nichts gibt, dann ist es zumindest so, dass die Probleme bei der WPPA gesammelt werden, dass dort aus einem Einzelfall vielleicht dann in der Summe ein Systemversagen rekonstruiert werden kann, auf das man dann auch gezielt eingehen kann. Also bitte, nicht einfach der Nachbarin erzählen, was schiefgelaufen ist, sondern auch zur WPPA gehen! (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Es wurde gesagt, der Bericht ist ja nicht nur eine Auflistung von wirklich erschreckenden Fällen, sondern auch von positiven Ereignissen und Verbesserungen im System. Die Primärversorgungseinrichtungen - das begrüßen wir GRÜNE wirklich ausdrücklich - sind niederschwellig. Sie sind multiprofessionell. Darin liegt wirklich die Zukunft.

 

Sie darf uns aber nicht vergessen lassen - ich zitiere Herrn … (Die Rednerin wendet sich um und bemerkt, dass Amtsf. StR Peter Hacker das obere Rednerpult verlassen hat.) - Oh. (Heiterkeit bei der Rednerin.)

 

Trotzdem zitiere ich Herrn Landesrat Hacker, der auf meine Frage, wie viele zusätzliche Kassenstellen PVEs bringen, einmal geantwortet hat: Keine. Wir dürfen also nicht übersehen, dass PVEs zwar sehr leistungsstark sind, aber den Kassenstellenmangel, insbesondere bei der Frauengynäkologie, nicht beheben. Ich erinnere hier noch einmal an unsere gemeinsame Initiative, mehr Kassenstellen zu schaffen. Genauso ist es bei der Kindermedizin.

 

Also, ja, mehr PVEs und bitte auch schneller. Wir sollten 2025 ja eigentlich schon 36 an der Zahl haben. Jetzt sind es dreißig, aber wir sind tatsächlich auf einem guten Weg. Ich freue mich, wenn es dann 2028 die ausgeschriebenen 32 auch tatsächlich gibt.

 

Zum Thema Herpes Zoster: Nicht für alles ist der Herr Landesrat zuständig, aber Sie kennen sicher genügend Fälle - ich auch -, bei denen Menschen die zweite Impfung nicht bekommen haben, weil der Impfstoff aus war oder die ÄrztInnen dann doch nicht geimpft haben. So etwas ist lästig bei einer so wichtigen Impfung, die für Menschen ab 60 gratis ist und die so echt hilft, großes Leid und Schmerzen zu verhindern. Die Menschen haben schon die erste Dosis bekommen, und dann stehen sie an und suchen verzweifelt. Also, das ist etwas, wo wir in diesem Land wirklich besser werden müssen. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Gut gestartet hat auch die gratis HPV-Impfung, die seit zwei Jahren auch für junge Erwachsene zwischen 21 und 30 Jahren angeboten wird. Es ist wirklich für keinen, der irgendwie damit zu tun hat, nachvollziehbar und verständlich, warum diese Gratisimpfung für diese Altersgruppe ab Dienstag endet, ab Ende Juni. Das kann man einfach nicht nachvollziehen. Es ist erwiesen, dass diese Impfung Krebs und auch Tode verhindert. Wer heute im Ö1-Morgenjournal zugehört hat, konnte die

 

«  1  »

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular