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Landtag, 13. Sitzung vom 26.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 66 von 111

 

nen und Entscheidungsträger ein wichtiger Spiegel. Er zeigt auf, wo im System noch Verbesserung ansteht. Er zeigt gleichzeitig auch auf, was bereits gut funktioniert. Beides nehmen wir ernst. Ich möchte heute beides ansprechen, denn wenn wir ehrlich sind, können wir nur dann glaubwürdig handeln.

 

Der Bericht der Pflege- und Patient*innenanwaltschaft zeigt uns klar, wo wir noch viel Arbeit vor uns haben. Diese Kritikpunkte spreche ich offen an, weil ich glaube, dass es unsere Aufgabe als Politikerinnen und Politiker ist, ehrliche Politik zu betreiben. Der Personalmangel stellt eine große Herausforderung dar. Personalmangel gibt es sowohl im ärztlichen Bereich als auch in der Pflege und bei den Assistenzberufen. Dieser Mangel führt zu langen Wartezeiten und kurzfristigen Operationsverschiebungen, die natürlich für die Betroffenen mit Schmerzen und psychischer Belastung verbunden sind.

 

Aber wir versuchen, dem entgegenzuwirken. Was tun wir bereits? - Wien investiert 42 Millionen EUR jährlich in die Ausbildung für Ärztinnen und Ärzte. Das sind 2 440 Ausbildungsstellen, die wir finanzieren. Zweitens: Das FSW-Bildungszentrum hat 2025 eine neue Ausbildung für Pflegeassistentinnen und Pflegeassistenten ab 15 Jahren gestartet. Drittens: Das In-Wien-mobil-Paket stärkt mobile Versorgung und macht Pflegeberufe attraktiver. Und die erste datenbasierte Personalbedarfsprognose für die Sozialwirtschaft wurde auch erstellt. Damit wissen wir, was für die nächsten Jahre notwendig ist und wo wir ansetzen müssen. Das sind keine Schnellschüsse, das ist strukturierte Arbeit. Wir sind dran und werden natürlich nicht nachlassen. (Beifall bei den NEOS und von Abg. Mag. Marcus Schober.)

 

Ein zweites großes Thema ist die Versorgung von Kindern und Jugendlichen, insbesondere jenen mit Entwicklungsstörungen und Autismus-Spektrum-Störungen. Das ist nicht nur ein medizinisches Problem, sondern auch ein soziales, denn wenn Kinder da nicht rechtzeitig gefördert werden, hat das Folgen für das gesamte Leben.

 

Was tun wir für die Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt? - Der Psychosoziale Dienst hat 2025 zwei neue Standorte eröffnet, speziell für Kinder und Jugendliche; einer ist im Alsergrund, den einige von uns besucht haben, und der andere in Penzing. Die Kinder- und Jugendpsychiatrieambulatorien des PSD haben 2025 über 2 000 junge Menschen betreut. In Wien haben wir ebenfalls unsere neuen Kinder-PVEs, und das ist der richtige Schritt in die richtige Richtung. Wir wissen natürlich auch, dass wir hier mehr brauchen - mehr kassenfinanzierte Therapieplätze, mehr Frühförderung, mehr niederschwellige Angebote. Wir sind dran und arbeiten stetig weiter. Auch heute haben wir gemeinsam mit den GRÜNEN und der SPÖ einen Antrag für die unversicherten Kinder und Jugendlichen in unserer Stadt eingebracht, damit ihre Gesundheitsversorgung sichergestellt wird. Wir bitten da um Zustimmung. (Beifall bei den NEOS und von Abg. Mag. Nina Abrahamczik.)

 

Schließlich möchte ich zu noch einem Thema kommen und Long Covid, ME/CFS ansprechen, denn davon sind Menschen betroffen, die noch immer am Postakuten Infektionssyndrom leiden, oft bettlägerig sind und noch wenig Unterstützung bekommen. Dieser Bericht weist darauf hin und zeigt auf, dass es in Wien nicht ausreichend spezialisierte Ambulanzen gibt, und selbst die Anerkennung dieser Krankheit wird bei manchen Stellen noch immer in Frage gestellt - und das ist nicht okay. Das erinnert mich an den Fall von Samuel, den wir in den Medien gehört haben, der durch Long Covid neurologische Erkrankungen erlitten hat und sich am Ende mit nur 22 Jahren für Suizid entschieden hat. Solche Fälle machen mich echt betroffen und traurig, und deswegen setze ich mich weiter für Patientinnen und Patienten mit dieser Erkrankung ein, nicht nur in meinem beruflichen Umfeld, sondern auch in meinem politischen Umfeld, denn sie brauchen Unterstützung. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Der Bericht selbst enthält auch positive Entwicklungen. Der erste positive Schritt ist, dass wir jetzt bei den radiologischen Versorgungen viel besser sind. In der Vergangenheit gab es oft Probleme mit langen Wartezeiten für MRT- oder CT-Untersuchungen, und laut diesem Bericht hat sich das deutlich verbessert. Das sind keine Kleinigkeiten, sondern das sind große Veränderungen, denn die Patientinnen und Patienten haben jetzt eine rasche Diagnose, und das erspart ihnen viele Wege und bringt Erleichterungen mit sich. Diese gezielten Maßnahmen zeigen, dass es sich lohnt, dranzubleiben.

 

Der zweite erfreuliche Punkt ist die Erweiterung des Gratis-Impfprogramms, sodass Impfungen wie Herpes Zoster oder Pneumokokkenimpfungen für Risikogruppen kostenlos angeboten werden. Das ist ein wichtiger Schritt in der Prävention. Im nächsten Jahr freuen wir uns, dass die Bundesregierung die Impfberechtigung auf die Apotheken ausweitet, denn das ist ein nächster Schritt in den Ausbau der Prävention.

 

Ein dritter positiver Aspekt ist der Ausbau der Primärversorgungseinheiten. Dieser Bericht spricht von einer - ich zitiere - recht beachtlichen Zahl neu gegründeter PVEs in Wien. In Wien sind das jetzt 30 an der Zahl, und mit den neuen Kinder- und Jugend-PVEs ist es wirklich eine beachtliche Zahl. (Beifall bei den NEOS und von Abg. Mag. Marcus Schober.)

 

Diese Einrichtungen sind für die Zukunft, sie sind modern, wohnortsnah und für unsere Gesundheitsversorgung ganz wichtig, denn sie entlasten die Spitalsambulanzen, sind niederschwellig erreichbar, haben lange Öffnungszeiten und verbinden verschiedene Professionalitäten unter einem Dach.

 

Schließlich möchte ich noch erwähnen, was in diesem Bericht nur am Rande steht, aber mir persönlich sehr wichtig ist. Der WPPA berichtet, dass viele Patientinnen und Patienten diese Einrichtung auch nützen, um Lob für die engagierten Pflegekräfte, für die Ärzte und Ärztinnen, die sich bemühen und trotz enormen Arbeitsdruckes hervorragende Leistungen erbringen, auszusprechen. Das ist ein wichtiges Signal. Es gibt Menschen in unserem Wiener Gesundheitssystem, die täglich Außergewöhnliches leisten, ihnen gebührt unser Respekt und Dank. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

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