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Landtag, 13. Sitzung vom 26.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 4 von 111

 

gleichzeitig nachhaltig bewirtschaftet werden können. Wir haben hier in Wien in enger Zusammenarbeit mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern und allen Stakeholdern im Nationalpark Pionierarbeit geleistet - jedenfalls ist das eine Pionierarbeit, mit der sehr wichtige Erkenntnisse gewonnen wurden und gewonnen werden. Die bleiben dauerhaft nützlich für die Landwirtschaft in Österreich, für die ökologische Landwirtschaft in Österreich generell. Wir sind ja mittendrin in einer Auseinandersetzung darüber, wie wir auch österreichweit landwirtschaftliche Flächen im Hinblick auf Biodiversität weiterentwickeln können - auch ein großes Thema mit der Wiederherstellungsverordnung -, und da können die Erkenntnisse dieses Projektes eine sehr zentrale Rolle spielen.

 

Lassen Sie mich klarstellen, damit auf die Frage zurückkommend, dass gleichzeitig die Weiterentwicklung des Nationalparks jedenfalls gesetzeskonform, wissenschaftlich begleitet und fachlich fundiert erfolgt. Das bedeutet eben: Ja, in diesem Sinne werden wir auch die Flächen in der Lobau, die jetzt landwirtschaftlich genutzt werden, neu denken müssen oder gemäß den in Ihrer Frage angesprochenen legistischen Rahmenbedingungen auch naturnah weiterentwickeln.

 

Was könnte dabei ein Leitfaden sein? - Ich weise darauf hin, dass wir einen Aspekt im Zusammenhang mit dem Nationalpark noch gar nicht angesprochen haben, das ist der Bildungsauftrag. Die Verantwortung für den Nationalpark hat als zentrale Aufgabe auch das Vermitteln von Naturschutz und Artenvielfalt. Nur wenn man etwas kennt, kann man es auch schützen. Deshalb prüfen wir, ob beispielsweise auch der Randbereich des Nationalparks herangezogen werden kann oder kleine Flächen herangezogen werden können, um sogenannte Schauäcker als Orte der Vermittlung zu schaffen. Orte, an denen biologische Landwirtschaft sichtbar ist, an denen Kinder und Erwachsene lernen können, wie Kulturlandschaft entstanden ist, wie nachhaltige Bewirtschaftung funktioniert. Das schafft Bewusstsein für ökologische Zusammenhänge.

 

Zusammenfassend: Wir übernehmen hier Verantwortung und nehmen die Verantwortung sehr ernst. Das betrifft die Dienststellen und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Dienststellen. Das betrifft aber selbstverständlich das genaue Beobachten und Einhalten der gesetzlichen Rahmenbedingungen.

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Vielen Dank. - Die 1. Zusatzfrage wird von Frau Abg. Wirnsberger gestellt. - Bitte.

 

9.11.46

Abg. Christina Wirnsberger (GRÜNE): Schönen guten Morgen, Herr Landesrat!

 

Herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung, der ich entnehme, dass Sie nicht wie 2017 die landwirtschaftliche Nutzung um weitere zehn Jahre verlängern werden, sondern dass Sie sich darum bemühen werden, dass eben diese Umwandlung in naturschutzrelevante Habitate stattfinden wird. Sie haben es selbst angesprochen, die Lobau ist von massiver Austrocknung bedroht. Die Donaueintiefung führt zu einer Absenkung der Wasserspiegel, in Zusammenhang - also heuer hat man es wirklich ganz stark gesehen - mit der langanhaltenden Trockenheit.

 

Meine Kollegin Heidi Sequenz und ich waren kürzlich in der Lobau unterwegs und haben uns da vor Ort selbst ein Bild gemacht. Der Zustand ist wirklich verheerend. Wir haben ein beinahe ausgetrocknetes Schönauer Wasser vorgefunden, das aber nur beispielhaft für die vielen - gerade für die von Ihnen angesprochene Artenvielfalt - wichtigen Flächen verantwortlich ist. Jetzt ist es so, dass aus der oberen und aus der unteren Lobau jährlich in etwa 10 Millionen Kubikmeter Wasser gepumpt werden, was kein großes Problem ist, wenn die Niederschlagsmengen passen und die Donau ausreichend Wasser führt. Aber im Zusammenhang mit der massiven Trockenheit lautet meine Zusatzfrage an Sie: Wie viel Wasser wurde in diesem Jahr, insbesondere für die teilweise ja sehr wasserintensiven landwirtschaftlichen Nutzungen, bereits aus der Lobau entnommen?

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Herr Landesrat, bitte.

 

Amtsf. StR Mag. Jürgen Czernohorszky: Wie Sie sich vorstellen können, kann ich das ad hoc nicht beantworten, es mir aber gerne nach Möglichkeit genauer anschauen. Sie sprechen in Ihrer Frage einen Sachverhalt an, der uns natürlich auch beschäftigt, das ist das Thema der Trockenheit und dass es sich dabei eben um einen multikausalen Zusammenhang handelt. Wir haben die Klimakrise, die voranschreitet, und damit eine zunehmende Trockenheit und stärkere Hitzeperioden. Die Eintiefung von der Donausole wurde von Ihnen auch erwähnt - und eben auch das Thema der Landwirtschaft und vor allem die intensive Wasserentnahme durch die Landwirtschaft in Niederösterreich, was wiederum dazu führt, dass der Grundwasserspiegel sich senkt und in der Lobau die Versorgung mit Wasser stark beeinträchtigt ist. Das ist einer der Gründe, weshalb wir seit vielen, vielen Jahren ein Vorhaben, ein Bemühen konsequent weiterentwickeln - natürlich jetzt mit besonderem Nachdruck weiterentwickeln -, das ist das Thema mehr Wasser in die Lobau. Ich habe vorhin schon erwähnt, wo wir da momentan stehen, möchte aber noch ganz kurz darauf eingehen, dass wir da schon mehrere Schritte gesetzt haben. 2001 begann die Zuleitung von Wasser aus der unteren Alten Donau und der Neuen Donau über das Mühlwasser in die obere Lobau. 2023, in der letzten Periode, wurde mit der Dotation durch ein Rohr in die Panozzalacke begonnen. Da fließen mittlerweile 1 500 Liter pro Sekunde in die Oberflächenwässer hinzu. Als nächster Schritt wird die Möglichkeit zur Dotation der unteren Lobau eben wie gesagt untersucht. Wir sind da gerade in der Ausarbeitung eines Strömungsmodells, wie gesagt, mit dem Ziel einer weiteren positiven Entwicklung der Wasserzufuhr - natürlich nicht der Gesamtsituation, das wäre ein grober Euphemismus. Wir wissen alle, dass wir da einiges zu tun haben.

 

Das Thema der Landwirtschaft angesprochen ist mir bewusst, dass wir da auch eine eigene Verantwortung haben. Ich glaube aber, ich habe mit der Beantwortung der ersten Frage ganz klargemacht, dass wir uns dieser Verantwortung auch stellen.

 

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