Landtag, 10. Sitzung vom 24.03.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 42 von 64
überspringen, weil die Zeit läuft. - Zitat: "Die Überlastung der Krisenzentren ist ein Thema, das uns schon lange beschäftigt." Weitere Zitate: "Betroffene Minderjährige müssen mitunter länger in den Zentren bleiben, als es eigentlich notwendig wäre." "Das Personal ist da wie dort definitiv auch überlastet. Besonders betroffen machen uns natürlich auch Überbelegungen in Krisenzentren, wo Kinder dann nicht mehr entsprechend versorgt werden können." - Das ist etwas, wo wir genau hinschauen müssen.
Ich zitiere weiter: "Wir haben 2021 auch ein Konzept für ein zusätzliches Krisenzentrum ausgearbeitet, das auch seit November 2022 besonders für Kinder mit sehr hohem Betreuungsbedarf zu Verfügung steht." "Die Teams der Krisenzentren werden jetzt auch durch zusätzliche SpringerInnen unterstützt." "In den nächsten Jahren ist ein weiterer Ausbau geplant." "Sie sehen, hier ist extrem viel auf dem Weg, Sachen, die wir jetzt natürlich noch gar nicht in der Wirksamkeit erkennen können, aber mir war es wichtig, noch einmal darauf hinzuweisen, dass hier ja vieles auf den Weg gebracht wird."
Herr Kollege Burian, Sie hätten sich nicht die Arbeit machen müssen, eine eigene Rede zu schreiben. Sie hätten einfach das wörtliche Protokoll der Rede von Bettina Emmerling aus dem Jahr 2022 ausdrucken müssen und vorlesen können. Es war eins zu eins fast überall das Gleiche.
Nun bringe ich noch einen Ausspruch von Frau Bettina Emmerling. In einer Debatte zum Volksanwaltschaftsbericht aus dem Jahr 2021 sagt Bettina Emmerling: "Ich hoffe, dass wir mit den genannten Maßnahmen einen Beitrag leisten, dem gerecht zu werden, und was ich natürlich auch hoffe, ist, dass wir im Bericht 2022 ein bisschen absehen können, was sich in diesem Bereich getan hat." - Nun ja, wir sehen: Es ist nicht besser geworden. Es ist nicht wirklich besser geworden. Da können Sie noch so oft erzählen, was Sie alles planen! Es ist nicht besser geworden. (Beifall bei der ÖVP.)
Das sind Zitate der jetzigen Stadträtin aus dem wörtliche Protokoll, die damals schon gesagt hat, dass alles besser wird. Und ich traue mich fast wetten, was wir im Volksanwaltschaftsbericht aus dem Jahr 2025 lesen werden: Überbelag der Krisenzentren; zu wenig Personal; Burnout beim Personal; Kindeswohlgefährdung in den Fremdunterbringungen; zu wenig Arbeit mit den Herkunftssystemen - darüber haben wir noch gar nicht gesprochen -; drastischer Rückgang der Zahl der Krisenpflegeeltern und der Pflegeeltern.
All das sind Missstände trotz einer Versiebenfachung des Budgets. Was braucht ihr, um zu erkennen, dass das Geld nicht bei den Kindern ankommt? Was braucht ihr, um den Mut zu haben, einmal genau hinzuschauen, was hier falsch läuft in der MA 11?
Ganz ehrlich, Ihr habt große Verantwortung! Ihr habt euch das wichtigste Ressort genommen, bei dem es um Kinder und um die Zukunft dieser Stadt geht. Und ihr lasst die Kinder im Stich, die die größte Hilfe brauchen! (Beifall bei der ÖVP.)
Etwas hat mich heute in der Fragstunde echt schockiert. Wir haben die Frage an die Stadträtin gestellt, ob die MA 11 proaktiv über Suizidfälle oder über Fälle berichtet, wenn ein Kind sich absichtlich schwer verletzt. - Darauf hat Frau StRin Emmerling gesagt: "Es ist nicht Standard, dass das passiert."
Dazu muss ich sagen: Wenn ich Stadträtin bin und die MA 11 in meinem Bereich habe, dann will ich wissen, was mit den Kindern los ist. Dann will ich wissen, wie es den Kindern geht. Und wenn so etwas passiert, dann will ich das hören. Da gibt es nichts zu verschweigen. Da müssen wir hinschauen. Da geht es darum, dass man eine wichtige Verantwortung hat. Ich sage es noch einmal: Das sind die ärmsten Kinder in dieser Stadt, und sie werden im Stich gelassen.
Ich sage immer wieder diesen Satz, und ich sage ihn noch einmal abschließend: Wenn die Stadt Wien der Meinung ist, dass man ein Kind aus einer Familie nehmen soll und muss, dann erwarte ich mir von der Stadt, dass es dem Kind besser geht, dass es sicherer lebt, dass es gefördert wird, dass es auch gefordert wird und dass es - verdammt noch einmal! - auch Liebe erfährt. - Danke. (Beifall bei der ÖVP.)
Präsident Anton Mahdalik: Bevor ich der nächsten Rednerin das Wort erteile, gebe ich bekannt, dass Herr Amtsf. StR Czernohorszky ab 14 Uhr entschuldigt ist. Die Berichterstattung zu Postnummer 3 wird in seiner Vertretung Frau Abg. Abrahamczik übernehmen.
Als nächste Rednerin hat sich Frau Abg. Berner zu Wort gemeldet. - Ich erteile es ihr.
Abg. Mag. Ursula Berner, MA (GRÜNE): Sehr geehrte Damen und Herren von der Volksanwaltschaft, sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, sehr geehrte Zusehende am Livestream und oben auf der Zuschauerbank!
Sie haben jetzt schon sehr viel gehört, sowohl allgemein über die Berichte der Volksanwaltschaft als im Speziellen auch über die MA 11. Danke, Frau Kollegin Keri, dass Sie so ausführlich dazu Stellung genommen haben! Sie werden in meiner Rede einige Wiederholungen hören, aber ich denke, in diesem Fall ist es notwendig, Dinge zu wiederholen. Wir werden all das so lange wiederholen bis endlich eine Verbesserung stattfindet. Deshalb müssen Sie sich jetzt noch einmal diesen traurigen, schrecklichen Berichten sozusagen aussetzen.
Zuallererst möchte ich mich bei Ihnen, liebe Herren Volksanwälte, und auch bei Frau Volksanwältin Schwarz für Ihre unermüdliche Arbeit bedanken, die Kinder- und Jungendhilfe in Wien zu screenen und auf Missstände hinzuweisen. Ihre Arbeit ist neben persönlichen Berichten, die zu uns kommen, die Grundlage für unsere politische Arbeit und die Grundlage für die Entscheidung, über welche strukturellen Veränderungen wir sprechen sollen und welche wichtigen Stellschrauben zu drehen sind. - Vielen Dank, dass Sie sich das regelmäßig anschauen und sich nicht abweisen lassen, auch wenn man nicht alle Daten findet. Herzlichen Dank! (Beifall bei den GRÜNEN und von Abg. Harald Zierfuß.)
Das, was uns die Volksanwaltschaft für das Jahr 2024 schwarz auf weiß vorlegt, war leider schon im Bericht der Kinder- und Jugendanwaltschaft und auch in den Berichten des Stadtrechnungshofes zu lesen. Die
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