«  1  »

 

Landtag, 10. Sitzung vom 24.03.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 33 von 64

 

3,9 Millionen EUR erhöht. Programme wie "Gesund aus der Krise" wurden stärker angebunden. Außerdem haben wir neue spezialisierte Angebote geschaffen: ein Kleinkinderkrisenzentrum, ein Spezialkrisenzentrum, sozialpsychiatrische Wohngruppen und natürlich die Orientierungshilfe. (StR Stefan Berger: Dann ist ja eh alles super, oder?) - Bei dir scheinbar noch nicht ganz.

 

Mit der Orientierungshilfe für unmündige Intensivtäterinnen und Intensivtäter wird das Angebot um eine sehr intensive Form der Betreuung erweitert. Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter arbeiten eng mit den Kindern, mit den Familien und den Schulen zusammen, mit klaren Strukturen, regelmäßigen Kontakten und individueller Begleitung über einen längeren Zeitraum. Ziel ist es, problematische Entwicklungen früh zu stoppen, bevor sie sich verfestigen.

 

Seit 2022 ist auch der Verein Cult in ganz Wien tätig, und zuletzt wurde im 7. Bezirk, in der Neustiftgasse, Cult.prävention eingerichtet. Dadurch soll die präventive Arbeit künftig noch sichtbarer mittels Workshops, Schulungen und Beratungsgesprächen gebündelt werden, entweder direkt vor Ort oder dort, wo die Kinder und Jugendlichen sind, nämlich in der Schule oder dort, wo sie sonst ihre Zeit verbringen.

 

Warum erzähle ich Ihnen das? - Weil eines ganz klar ist: Die Aufschwungskoalition lässt die Kinder und Jugendlichen nicht zurück. Wir setzen nämlich ganz aktiv auf Prävention. Wir investieren in Prävention. (Zwischenruf von StR Stefan Berger.) - Ja, wir wissen halt, wie es geht, mein Lieber. Einfach immer nur zu sagen, es funktioniert nicht, und hier und da ... Wir schauen, dass wir alle Dinge gleichzeitig im Kopf haben und auch bedienen. Ob dir das passt oder nicht, ist natürlich deine Sache. Wir investieren also in Prävention, wir investieren in Beziehung, und wir investieren in frühe Unterstützung, denn für jeden Euro, den wir heute in Kinder- und Jugendhilfe stecken, mein Lieber, sparen wir morgen ein Vielfaches im Justiz- und Gesundheitssystem, auch wenn das nicht das ist, was du willst.

 

Auch personell wurde nachgeschärft: 16 Vollzeitäquivalente in Krisenzentren mehr, der Ausbau von Schulkooperationsteams mit 20 Vollzeitäquivalenten, und - ganz wesentlich - wir haben den Kinderschutz strukturell verbessert, verpflichtende Kinderschutzkonzepte, eine zentrale Kinderschutzbeauftragte, und eine Novelle des Wiener Kinder- und Jugendhilfegesetzes ist in Vorbereitung. (Beifall bei den NEOS und von Abg. Mag. Alexander Ackerl.)

 

Was mir - apropos Prävention - noch sehr, sehr wichtig hier zu erwähnen ist, sind die Frühen Hilfen, die wir seit 2023 flächendeckend ausgerollt haben, gemeinsam mit der wunderbaren Österreichischen Gesundheitskasse und dem Bund, und das in mehreren Sprachen. Die Frühen Hilfen bieten kostenlose, freiwillige und vertrauliche Unterstützung für Schwangere und Familien mit Kindern bis drei Jahre, besonders in belastenden Lebenssituationen. Das umfasst Hausbesuche, Familienbegleitungen, Beratung zu Gesundheit, Finanzen und Erziehung sowie die Vermittlung von weiterführenden Hilfen. Der politische Effekt ist ganz klar: Wir bewegen uns weg von reiner Krisenverwaltung hin zu früher Unterstützung und stabileren Systemen. Und für diese anspruchsvolle Arbeit möchte ich mich ausdrücklich bei der gesamten MA 11 bedanken. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Die Volksanwaltschaft kritisiert auch zu Recht Schwächen in der Dokumentation, Unklarheiten im Informationsfluss und teilweise fehleranfällige Verfahren. Unsere Antwort darauf ist natürlich strukturell. Mit der Novelle des Wiener Kinder- und Jugendhilfegesetzes arbeiten wir an besseren Gefährdungsabklärungen, klareren Regeln in der Zusammenarbeit zwischen den Behörden, präziseren Datenschutz- und Auskunftsbestimmungen und einer stärkeren Beteiligung von Kindern und Eltern an den Verfahren. Und zusätzlich setzen wir auf verbindlichere Standards in den Einrichtungen, klare Vorgaben zur Dokumentation und verpflichtende Konzepte. Das garantiert mehr Nachvollziehbarkeit, weniger Graubereiche, also genau das, was die Volksanwaltschaft einfordert.

 

Der Bericht zeigt aber auch deutlich: Viele Probleme entstehen an Schnittstellen zwischen Schule, Jugendhilfe und Betreuung. Und deshalb haben wir genau dort angesetzt. Wir haben die Schulkooperationen massiv ausgebaut, Angebote für die psychische Gesundheitsversorgung an Schulen gestärkt, zum Beispiel mit den Mental Health Days, und zusätzlich natürlich den Fokus verstärkt auf Kinder mit erhöhtem Unterstützungsbedarf, spezialisierte Angebote und die engere Verzahnung mit dem Gesundheitsbereich gelegt.

 

Gerade aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen sehen wir, wie wichtige niederschwellige Angebote direkt im eigenen Lebensumfeld sind. Ein gutes Beispiel dafür sind die School Nurses, die wir als neue Gesundheitsdrehscheibe an den Schulen aufbauen. Sie sind nicht nur medizinische Ansprechpersonen für Schülerinnen und Schüler, sondern auch eine wichtige Schnittstelle zu den Eltern, den Lehrkräften und zu den Unterstützungsangeboten im Grätzel. (Beifall bei den NEOS.)

 

Der große Vorteil liegt dabei wirklich in der Niederschwelligkeit. Kinder und Jugendliche müssen nicht erst den Weg durch ein manchmal durchaus komplexes System finden, sondern bekommen die Hilfe dort, wo sie täglich sind, nämlich in der Schule. Gerade bei psychischer Gesundheit, bei sozialen Problemen oder bei Fragen zur Entwicklung zeigt sich, wie wichtig es ist, früh anzusetzen und Vertrauen aufzubauen. Die School Nurses können Probleme oft erkennen, bevor sie eskalieren, und sie können rasch an die passenden Angebote weitervermitteln. Das bringt uns unserem Ziel - weniger Brüche im System! - deutlich näher, und wir sind hier auf einem wirklich guten Weg. Mein Dank, unser Dank gilt hier allen Beteiligten in den Bereichen der Bildungsverwaltung.

 

Ein besonders sensibler Bereich ist natürlich wie immer die MA 35. Die Kritik der Volksanwaltschaft ist hier ganz klar und deutlich: lange Verfahrensdauern, mangelnde Transparenz, unklare Kommunikation. Und ich

 

«  1  »

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular