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Landtag, 10. Sitzung vom 24.03.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 21 von 64

 

zentrums, aber wir erwarten uns auch, dass das nicht nur eine reine PR-Aktion der Wiener Stadtregierung wird, sondern auch ein echter Aufbruch für den Wissenschaftsstandort Wien. - Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Als Nächste ist Frau Abg. In der Maur-Koenne zu Wort gemeldet. Ich erteile ihr das Wort. - Bitte sehr.

 

10.54.45

Abg. Dr. Maria In der Maur-Koenne (NEOS)|: Herr Landtagspräsident, sehr geehrte Frau Landesrätin, sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuseherinnen via Livestream!

 

Die wichtigste Ressource, die Wien als Forschungs- und Innovationsstandort hat, sind die Menschen, die Wienerinnen und Wiener.

 

Innovation fällt nicht vom Himmel. Innovation entsteht nicht nur in Gebäuden, sondern durch Menschen, durch kluge Köpfe, durch Talente und durch Menschen, die etwas können, etwas lernen wollen und auch die Chance bekommen, aus ihren Fähigkeiten wirklich etwas zu machen. Der wichtigste Rohstoff dieser Stadt ist daher nicht der Beton, nicht der Boden und auch nicht ein Technologietrend. Der wichtigste Rohstoff dieser Stadt sind die Wienerinnen und Wiener. (Beifall bei den NEOS.)

 

Deshalb investieren wir weiter in Bildung und natürlich auch in die Aus- und Weiterbildung. Bildung beginnt im Kindergarten, also investieren wir besonders in die erste Bildungseinrichtung und auch in die Schulen. Bildung endet aber nicht, wenn wir aus dem Schultor hinausgehen.

 

Bildung braucht in einem modernen Forschungs- und Innovationsstandort auch Menschen, die etwas Neues lernen wollen, sich auf Neues einlassen wollen. Er lebt davon, dass Fachkräfte nachkommen. Er lebt davon, dass Frauen in MINT-Berufe kommen. Er lebt davon, dass Jugendliche nicht verloren gehen. Er lebt auch davon, dass auch jene eine Chance bekommen, die am Beginn ihres Berufslebens vielleicht nicht die besten Startvoraussetzungen hatten.

 

Genau hier setzt der waff an. Der Jahresbericht 2025 des waff zeigt besonders den Schwerpunkt auf Frauen und Jugendliche. 39 657 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wurden 2025 durch den waff erreicht, davon 22 464 Frauen. Alleine im Bereich der beruflichen Entwicklungschancen waren es 28 196 Menschen, davon 17 444 Frauen. 21 000 Wienerinnen und Wiener wurden im Jahr 2025 durch die Angebote des waff-Beratungszentrums für Beruf und Weiterbildung erreicht, wobei der Frauenanteil da bei erfreulichen 64 Prozent lag. Mehr als 5 000 Wienerinnen und Wiener nutzten 2025 die Möglichkeit des Chancen-Schecks.

 

Besonders erfolgreich zeigte sich 2025 auch das Programm FRECH, das eben speziell an Frauen gerichtet ist. Auch die heute schon erwähnte Ausbildungsinitiative für Frauen im MINT-Bereich, also in Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Technik, war mit 134 Stipendien für ein berufsbegleitendes Studium sehr erfolgreich. (Beifall bei den NEOS.)

 

Ganz besonders erfreulich ist in dem Zusammenhang, dass es dort eine Abbruchquote von nur 6,6 Prozent gab. Das heißt, anders als ohne Stipendien haben wirklich nur sehr wenige Stipendiatinnen ihr Studium abgebrochen. 88,6 Prozent aller Stipendiatinnen studieren in Regelstudienzeit. Auch das zeigt, wie erfolgreich dieses Programm ist. (Beifall bei den NEOS.)

 

Das Ziel ist ganz klar: mehr Frauen in Fachhochschulstudiengängen, mehr Frauen in Technik und mehr Frauen in Zukunftsberufen. Denn jede qualifizierte Frau stärkt nicht nur ihre eigene Existenzsicherung, sondern auch den Forschungs- und Innovationsstandort Wien.

 

Genauso wichtig ist die Unterstützung junger Menschen. Der Forschungs- und Innovationsstandort von morgen wird heute in den Bildungs- und Ausbildungseinrichtungen junger Wienerinnen und Wiener entschieden. Die Jugendstiftung der Stadt Wien wird von 2025 bis 2028 insgesamt 1 000 junge Menschen zwischen 18 und 24 Jahren durch gezielte Aus- und Weiterbildung unterstützen, besonders in den gefragten Branchen MINT, Green und Care.

 

Auch die Job-PLUS-Ausbildungsinitiative des waff zeigt, worauf es ankommt: kostenlose Ausbildung in einem Zukunftsberuf, soziale Absicherung während der Ausbildung und danach ein fixer Job. Auch da zeigt sich, wie erfolgreich das Programm ist: 98 Prozent aller Teilnehmer wurden übernommen.

 

Sehr geehrte Damen und Herren, wenn wir Wien als europäischen Forschungs- und Innovationsstandort stärken wollen, dann heißt das, wir müssen Wissenschaft stärken, wir müssen Talente stärken. Wir müssen aber vor allem die Wege stärken, auf denen Menschen ihre Talente entfalten können. Denn gute Bildung und die Möglichkeit einer lebenslangen Aus- und Fortbildung sind die Basis für ein geglücktes Leben für jeden Einzelnen, aber auch für den Innovations- und Forschungsstandort Wien. - Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS.)

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Als Nächster zu Wort gemeldet ist der Herr Abg. Stadler und ich erteile es ihm. - Bitte.

 

11.00.10

Abg. Felix Stadler, BSc, MA (GRÜNE)|: Sehr geehrter Herr Präsident, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!

 

Wir haben schon öfters gehört, dass Wissenschaft, Forschung und Innovation nicht erst auf den Universitäten oder in den Forschungseinrichtungen beginnen, sondern auch schon in den Kindergärten oder in den Schulen dieser Stadt. Wir haben vom Kollegen Gara auch gehört, dass genau in diesen Institutionen der frühkindlichen Bildung und auch in der Schule Neugier oder kritisches Denken, vernetztes Denken, Entdeckergeist geweckt und gefördert werden müssen - und das stimmt. Natürlich ist das die Aufgabe von Kindergärten und Schulen.

 

Eine grundlegende Aufgabe von Kindergärten und Schulen und eine Grundlage von Wissenschaft, Forschung und Innovation ist aber, dass Schülerinnen und Schüler und auch noch jüngere Kinder in dieser Stadt die wichtigsten Grundfertigkeiten und Grundkenntnisse lernen. Das heißt, alle müssen lesen, rechnen, schreiben und Grundfähigkeiten lernen, damit sie später überhaupt

 

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