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Landtag, 10. Sitzung vom 24.03.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 17 von 64

 

systeme werden. Hier können wir Innovationen nicht nur denken, sondern für die Menschen dieser Stadt im Alltag erlebbar machen.

 

Meine Vision für Wien ist sehr klar: Wir können Europas Hauptstadt für Life Sciences und künstliche Intelligenz werden, ein führender Standort für digitale Medizin, ein starkes Ökosystem für Quantentechnologie, aber auch für den Bereich der Halbleitertechnologien, ein Ort, an dem Forschung, Wissenschaft und Gesellschaft die Zukunft gemeinsam gestalten.

 

Wenn wir diesen Weg konsequent gehen, Bildung stärken, Forschung ausbauen, Wissen vermitteln, den Transfer ermöglichen und mutige Projekte umsetzen, wird Wien nicht nur ein guter Standort bleiben. Wien wird zu einer der führenden Forschungs- und Innovationsmetropolen Europas und ein sehr starker Wirtschaftsstandort. (Beifall bei den NEOS.)

 

Denn die Zukunft entsteht nicht irgendwo. Sie entsteht dort, wo Menschen den Mut haben, sie zu gestalten. Dieser Ort ist Wien. - Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS.)

 

Präsident Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid: Ich danke Herrn Abg. Dr. Gara als Erstredner.

 

Als weitere Rednerin bitte ich nun Frau StRin Dr. Greco ans Rednerpult. - Bitte, Frau Stadträtin.

 

10.28.03

StRin Dr. Katarzyna Greco, MIEM|: Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Frau Landesrätin, geschätzte Kolleginnen und Kollegen!

 

Ich glaube, Wien als Forschungs- und Innovationsstandort zu stärken, ist im Sinne von uns allen ein Anspruch, den wir, glaube ich, alle teilen. Ich sage auch ganz offen: Es ist gut und richtig, dass sich die Stadt Wien nun stärker mit Zukunftstechnologien wie der Quantentechnologie beschäftigt.

 

Das geplante Quantenzentrum ist ein wichtiger Schritt. Es zeigt, dass man erkannt hat, wie zentral und wichtig Forschung, Innovation und neue Technologien für den Standort Wien sind - gerade jetzt, wo der internationale Wettbewerb noch stärker und die internationalen Rahmenbedingungen noch schwieriger sind. (Beifall bei der ÖVP.)

 

An dieser Stelle könnte ich sogar sagen: endlich. Denn bei der Umsetzung marktfähiger Innovationen liegen wir laut Agenda Austria nur im europäischen Mittelfeld. Gleichzeitig zeigt das WIFO, dass viele hochqualifizierte Fachkräfte den Standort nach der Ausbildung oder der Beendigung von Forschungsprojekten wieder verlassen. Das ist ein Verlust an Wertschöpfung, den wir uns einfach nicht mehr leisten können. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Endlich - denn andere Länder und Regionen sind diesen Weg schon vor vielen Jahren gegangen. In den Niederlanden wurde Q-Tech, ein dementsprechendes Zentrum, bereits 2014 gegründet. Man hat in Deutschland mit IQST sogar schon seit 2012 den Fokus auf diesen Bereich gelegt. Wir beginnen jetzt darüber zu sprechen - besser spät als nie, könnte ich jetzt ganz frech sagen.

 

Ich stehe auch wirklich dazu. Wir brauchen es, aber wir müssen umso mehr, umso besser und umso richtiger klarstellen, dass es diesmal auch wirklich funktioniert, dass wir zeitgerecht sind und dass wir im Kostenrahmen bleiben. Denn es sind genau Projekte aus der letzten Zeit, die uns die Skepsis mitbringen und bei denen wir gesehen haben: Eine Wien-Holding-Arena wurde 2019 vorgestellt, die Eröffnung war für 2024 geplant. Wir sind jetzt im Jahr 2026, und der Bau hat noch nicht einmal begonnen. Wir sprechen jetzt von einer Fertigstellung im Jahr 2030 - ein Wertschöpfungsverlust ohne Ende.

 

Der Fernbusterminal wurde 2021 vorgestellt, er war für 2025 geplant. Was 2025 passiert ist, ist, dass wir Ende des Jahres mit dem Bau begonnen haben. Fertig werden soll er 2029. Sie alle wissen es: Die Liste dieser Projekte ist leider eine sehr lange. Von den Kostensteigerungen habe ich hier noch gar nicht gesprochen. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Wenn Sie also heute sagen, dieses Quantenzentrum soll 2033 fertig gestellt werden, dann stellt sich schon die Frage, ob das ein realistischer Zeitplan oder vielleicht doch nur ein politischer Wunschtraum, ein politischer Wunschtermin ist. Denn wenn wir uns diese bisherigen Projekte ansehen, dann gibt es nur eines zu tun, das lautet: umsetzen.

 

Genau hier liegt mein Punkt. Es reicht nicht, ambitionierte Projekte anzukündigen. Es reicht nicht, schöne Pläne zu präsentieren. Es reicht auch nicht, sich - zumindest auf dem Papier - im internationalen Wettbewerb zu positionieren. Was es braucht, ist Verlässlichkeit in der Umsetzung.

 

Gerade bei Zukunftsthemen wie der Quantentechnologie geht es ja nicht nur um die Infrastruktur. Es geht um das Vertrauen der internationalen Unternehmen, der Forscherinnen und Forscher und der internationalen Partner. Dieses Vertrauen entsteht nicht durch Ankündigungen. Es entsteht durch Ergebnisse, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP. - Amtsf. StRin Barbara Novak, MA: Richtig!)

 

Es sind diese Ergebnisse, die anschließend diese so dringend benötigte Wertschöpfung widerspiegeln. Wir sehen es beispielsweise in den Studien der OECD. Jede Fachkraft in dem Bereich bringt jährlich über 100 000 EUR an Wertschöpfung, die diese Stadt dringend braucht und die wir somit auf den Weg bringen können.

 

Deshalb hier meine ganz klaren Forderungen an Sie: im Kostenrahmen bleiben, Zeitpläne einhalten, Verfahren beschleunigen, die Lücke zwischen Forschung und Markt schließen und die Förderungen an Ergebnissen ausrichten. So können wir das Potenzial ausschöpfen. So können wir garantieren, dass das Quantenzentrum nicht ein weiteres Beispiel für Verzögerung ist, sondern genau der Ort, an dem Unternehmen entstehen, an dem Innovationen für Wien gestaltet werden und an dem Wertschöpfung generiert wird. - Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Präsident Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid: Vielen herzlichen Dank, Frau Stadträtin.

 

Als Nächste ist Frau Mag. Mag. Malle zu Wort gemeldet. - Bitte.

 

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