Landtag, 10. Sitzung vom 24.03.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 15 von 64
Präsident Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid: Die 3. Zusatzfrage kommt von den GRÜNEN. Ich ersuche Frau Mag. Sequenz. - Frau Abgeordnete, bitte.
Abg. Mag. Heidemarie Sequenz (GRÜNE): Auch ich bedanke mich für diese sehr ausführliche Beantwortung. Sie haben gesagt, Sie waren selbst einmal im KWP. Wir sind es auch, auch die FPÖ. Dort wird im Vorstand eigentlich immer über diese Zahlen berichtet. Das heißt, wenn man die Protokolle liest oder anwesend ist, dann weiß man auch ein bisschen etwas darüber.
Im Prinzip waren Ihre Ausführungen so genau, dass sich meine Zusatzfrage eigentlich erübrigt. Vielleicht können Sie aber ein bisschen weiter ausführen. Denn ich habe mir gedacht: Vielleicht kann man aus so einem Konstrukt wirklich eine sehr positive Zusammenarbeit ableiten. Zum Beispiel haben Sie gesagt, dass die Menschen, die dort untergebracht sind, die Flüchtlinge, auch ehrenamtlich tätig sind. Ich habe mir gedacht, vielleicht können Sie dazu kurz etwas sagen.
Präsident Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid: Danke schön. - Frau Landesrätin, bitte.
Amtsf. StRin Barbara Novak, MA: Danke schön. - Ja, ich war doch relativ lang im KWP-Präsidium und als Vorstand tätig und hatte immer den Eindruck, dass das ein Gremium ist, das auch einen sehr großen Raum für umfassende Berichte, Zahlenmaterial, Nachfragen und auch politische Diskussionen gibt. Jedenfalls habe ich auch die Qualität der politischen Zusammenarbeit zwischen allen Fraktionen im KWP immer sehr geschätzt und gemocht.
Tatsächlich haben sich die Häuser im Laufe der letzten - ich kann es jetzt beobachten - 25 Jahre, in denen ich hier tätig sein darf, ja auch hinsichtlich ihres Charakters und ihrer BewohnerInnenstruktur doch sehr stark verändert. Ich würde sagen, sie waren noch in den 1990er Jahren sehr stark von jüngeren BewohnerInnen geprägt, die also noch mit weniger Pflegebedarf untergebracht worden sind - auch auf Grund der schlechteren Wohnverhältnisse, die damals in Wien in klassischen Zinshäusern geherrscht haben. Das hat sich maßgeblich dahingehend verändert, dass wir einen sehr hohen Betreuungs- und Pflegebedarf haben, das Durchschnittseinzugsalter bei weit über 80 liegt, also bei 85, 86 oder 87 Jahren, und der durchschnittliche Pflegebedarf bei Pflegestufe 3 oder 4 liegt. Das heißt, der ganze Charakter der Häuser hat sich sehr stark verändert.
Gleichzeitig habe ich aber auch gesehen, dass man sehr bemüht war, eine hohe soziale Interaktion in den Häuser zu ermöglichen - durch Ergotherapie, Nachmittagsbetreuung sowie das gezielte Hineinholen der Wohnumgebung und des Grätzels der Institutionen rund um die Häuser ins Haus, um mit den BewohnerInnen Kontakt zu haben und etwas zu unternehmen.
Schlussendlich war die Entscheidung, auch Kinderbetreuungseinrichtungen und damit auch eine Interaktion mit den Kindern in die Häuser zu bringen. Wer das einmal erlebt hat, der weiß, glaube ich, wie wichtig das auch für die BewohnerInnen und die pflegebedürftigen Menschen ist, wenn die Kinder dann singen oder Bastelarbeiten und gemeinsame Aktivitäten setzen, und dass das auch sehr wichtig für den psychischen Gesundheitszustand ist.
Der letzte Schritt war die Unterbringung in Häusern, die nicht mehr vollausgelastet sind, was wir ja im KWP auch auf Grund der Entwicklungen sehen, um dort dann auch geflüchtete Menschen, insbesondere Familien mit Kindern, Mütter mit Kindern, unterzubringen. Der nächste Schritt war auch eine integrative Möglichkeit, eine soziale Interaktion. Gleichzeitig ging es darum, Wohnraum, der sonst nicht genutzt werden würde, nutzbar zu machen. Also, ich glaube, in Summe ist das ein durchaus gelungenes Projekt.
Ich bitte, die Fragen zu den einzelnen Kosten, zu einzelnen Abrechnungen und dazu, wie viel wo zu entrichten ist, Verweildauer et cetera, gerne an den Kollegen Hacker zu richten oder im nächsten KWP-Vorstand auf die Tagesordnung setzen zu lassen. - Danke schön.
Präsident Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid: Vielen Dank, Frau Landesrätin, für die doch sehr breite Beantwortung dieser in Vertretung übernommenen Frage. Vielen herzlichen Dank. - Damit ist die Fragestunde beendet.
Wir kommen nun zur Aktuellen Stunde. Der NEOS-Rathausklub hat eine Aktuelle Stunde mit dem Thema "Das Land Wien als europäischer Forschungs- und Innovationsstandort: Wir stärken Wissenschaft, Talente und Zukunftschancen" verlangt. Das Verlangen wurde gemäß § 39 Abs. 2 der Geschäftsordnung des Landtages ordnungsgemäß beantragt.
Ich bitte nun den Erstredner, Herrn Abg. Dipl. Ing. Dr. Stefan Gara, die Aktuelle Stunde zu eröffnen, wobei ich bemerke, dass seine Redezeit mit zehn Minuten begrenzt ist. Für weitere Wortmeldungen bringe ich in Erinnerung, dass sich die Damen und Herrn Abgeordneten nur einmal zu Wort melden dürfen und die Redezeit mit fünf Minuten begrenzt ist. Ich bitte nun Herrn Abg. Dr. Gara. - Bitte schön.
Abg. Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara (NEOS): Sehr geehrter Herr Präsident, geschätzte Kolleginnen und Kollegen!
Ich spreche heute nicht nur als Politiker, sondern auch als Physiker. Meine Begeisterung für Wissenschaft begann nicht im Hörsaal, sondern viel früher mit einem sehr einfachen Experiment. Sie kennen das vielleicht: Man hat ein Glas Wasser und ein Blatt Papier (die Öffnung eines Wasserglases mit einem Schriftstück bedeckend). Man dreht es um - das mache ich jetzt hier nicht -, und das Wasser bleibt im Glas - eigentlich ganz gegen jegliche Erwartungen. Für uns Kinder war das damals Magie. Später hat sich daraus so etwas wie ein Verständnis entwickelt. Denn es ist der Luftdruck, der das Wasser gegen die Erdanziehungskraft, auf die das Wasser wirkt, im Glas hält. Genau darin zeigt sich auch die Kraft der Wissenschaft: Sie beginnt nicht mit fertigen Antworten, sondern mit Fragen, mit Neugier und mit dem Mut, Dinge auszuprobieren.
Wien ist heute ein starker Forschungs- und Innovationsstandort. Wir haben exzellente Universitäten, international sichtbare Spitzenforschung und eine Stadt, die Talente anzieht und Räume für Innovation und Lebensqualität bietet. Darauf können wir stolz sein.
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