Landtag, 10. Sitzung vom 24.03.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 7 von 64
eigenen Verantwortung Projekte umsetzen, um den Bedarf weiterhin zu decken?
Präsident Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid: Danke schön. - Herr Landesrat, bitte.
Amtsf. StR Mag. Jürgen Czernohorszky: Zuerst einmal ist Kollegin Ulli Sima eine zentrale Partnerin, wenn es um den Ausbau der Stromerzeugung geht. Ich erinnere nur an die strategischen Ankäufe von ImWind und damit auch den starken Ausbau der Beteiligung der Wien Energie bei der Windkraft. Aber bleiben wir beim Hauptthema Photovoltaik, wo wir mit deutlich über 300 Megawatt Peak nicht nur generell vorgelegt haben - das Ziel war 250 mit Ende 2025 - sondern ganz besonders auch bei den Flächen der Stadt. Von diesen 250 Megawatt Peak Zielsetzung hätten wir ein Fünftel, also 50 Megawatt Peak, allein auf den Flächen der Stadt abgearbeitet. Wir haben aber nicht nur generell das Ziel weit überschritten, sondern auch was die Flächen der Stadt betrifft. Das kann aber nur der erste Schritt sein, weil wir ja mit unserer Sonnenstrom-Offensive wie schon erwähnt deutlich mehr, nämlich 800 Megawatt Peak, als Zielsetzung haben.
Das bedeutet, wir werden auch weiterhin auf den städtischen Portfolios liefern. Und Portfolio ist schon der springende Begriff: Das Ziel ist natürlich, dass wir überall dort, wo es auch effizient und effektiv ist, zuerst investieren, denn gerade wenn es um das Thema Energie geht, macht Rechnen besonders Sinn. Überall dort, wo die Ausbeute am größten ist und die Kosten am wirtschaftlichsten sind, wird bei den städtischen Flächen der Stadt erneuert. Soll heißen: Immer dann, wenn wir ein Amtshaus angreifen und sanieren, ist natürlich das Thema Photovoltaik dabei. Immer dann, wenn wir ein Bad sanieren, ist das Thema Photovoltaik dabei. Gerade aktuell arbeiten wir ja ein recht umfassendes Bäderbauprogramm ab, und die Badsanierung im Döblinger Bad und jene im Hietzinger Bad sind gute Beispiele. Das Gleiche betrifft natürlich auch den Schulbau, wo wir ja nicht nur neue Schulen bauen, sondern auch ein Schulsanierungspaket haben.
Also ich bin ganz zuversichtlich, dass wir hier unsere Zielsetzungen auch in den nächsten Jahren abarbeiten. Wir sind da aber nicht nur quasi auf der deklaratorischen Ebene unterwegs, sondern wir kontrollieren uns dabei auch selbst. Ich darf Sie nur einladen, im Dashboard der Sonnenstrom-Offensive auch wirklich nachzuschauen. Da kann man immer gut nachvollziehen, was in welchen Bezirken weitergeht, und auch, was davon auf Gebäuden der Stadt selbst weitergeht. Man sieht eigentlich, dass wir hier parallel zur Entwicklung insgesamt auch als Stadt sehr gut liefern.
Das Thema E-Mobilität wurde von dir auch angesprochen. Da gibt es eine sehr umfassende Strategie, die wir abarbeiten, die nennt sich "Stadt am Strome" - man kann sich diese auch im Internet anschauen. Da wird von der Ladeinfrastruktur über die Mengengerüste für die Zukunft für das Hochfahren der E-Mobilität jedes Thema angesprochen. Man sieht daran, wir haben noch viel zu tun - aber sonst wäre es ja langweilig. Und umso mehr geht es darum, dass wir hier gemeinsam Tag für Tag daran arbeiten.
Präsident Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid: Danke, Herr Landesrat.
Wir kommen zur 3. Zusatzfrage, eingebracht von den NEOS, und ich ersuche Herrn Abg. Dipl.-Ing. Dr. Gara darum. - Bitte schön.
Abg. Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara (NEOS): Einen wunderschönen guten Morgen, Herr Landesrat! Vielen Dank für die Ausführungen. Sie haben es sehr gut dargestellt: Wien war da wirklich extrem vorausschauend, indem wir sehr frühzeitig begonnen haben, aus fossilen Energieträgern auszusteigen - mit Projekten wie "Raus aus Gas" et cetera. Das ist gerade angesichts der jetzigen geopolitischen Situation umso wichtiger. Es gibt ja manche in diesem Haus, die sich Putins russisches Gas zurückwünschen. Genau diesen Schritt machen wir nicht, sondern wir gehen raus aus Gas. Wir schaffen damit langfristig viel, viel günstigere Preise und Versorgungssicherheit.
Sie haben die Sonnenstrom-Offensive genannt. Der Ausbau bis 800 Megawatt ist dann schon ziemlich viel, das bedeutet in manchen Mittagsspitzen, dass wir fast zu viel Sonnenstrom haben.
Meine Frage an Sie ist: Wie gehen wir auch im Rahmen der PV-Förderungen damit um, falls wir teilweise an manchen Sommertagen auch zu viel Sonnenstrom haben?
Präsident Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid: Danke schön. - Bitte, Herr Landesrat.
Amtsf. StR Mag. Jürgen Czernohorszky: Danke schön. - In unserem Regierungsprogramm haben wir auch besonders das Thema Netzdienlichkeit und strategischer Ausbau angesprochen, und die neue Förderschiene ist ein gutes Beispiel dafür. Ich habe schon kurz erwähnt, was neben bewährten Förderungen neu dazukommt, beispielsweise die Dachgärtenförderung und eben die Förderung von PV-Fassaden. Das sind sowohl vorgehängte Fassaden als auch gebäudeintegrierte PV-Fassadenanlagen - da übernimmt die Photovoltaik-Anlage quasi einen Gebäudeteil, sie ist damit multifunktional; das kommt natürlich eher im Fall einer umfassenden Sanierung oder eines Neubaues in Frage.
Was ist der Vorteil von solchen Fassaden, von so einer Fassaden-PV? - Na ja, es sind vertikale Anlagen, die gerade am Vormittag und am Nachmittag ihre Spitzen haben, also dann mehr Strom liefern, und auch in den Wintermonaten mehr Strom liefern, weil da ja die Sonne tiefer steht, und damit die Dachanlagen perfekt ergänzen, die ja in der Mittagszeit mehr Strom erzeugen, und damit aber auch den unmittelbaren Eigenverbrauch erhöhen und die Netze zu Mittag entlasten.
Gemeinsam ist aber allen diesen PV-Schienen - das muss ich vielleicht noch dazusagen zu dem, was ich vorhin bei der Auflistung schon sagen konnte: Das sind sehr kostenintensive Lösungen - und damit ein perfektes Beispiel dafür, wo wir fördern wollen. Der Zugang der Förderpolitik in Wien war immer, nicht einfach Geld rauszuschmeißen, das wir später dann dringend brauchen, sondern dort zu fördern, wo der Markt das nicht regeln
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