Landtag, 10. Sitzung vom 24.03.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 6 von 64
einen Anreiz für den Umstieg auf erneuerbaren Strom bieten, und sie sind ein großer Treiber für den Ausbau. Alleine 2025 wurden insgesamt 4 644 Förderanträge genehmigt, die alleine eine Gesamtleistung von 70 Megawatt Peak haben und jährlich rund 70 Millionen Kilowattstunden Sonnenstrom erzeugen. Allein die durch diese Förderungen ausgelöste Strommenge ist so groß, dass sie eine Kleinstadt ein Jahr lang mit Strom versorgen kann.
Gleichzeitig ist aber das Förderpaket - und damit auch das neue Förderpaket, das ja der Anlass dieser Frage ist - auch ein wichtiges Signal für die gesamte Branche, ein Signal, dass Wien stabiler Partner bleibt. Das birgt Planungssicherheit, weil wir mit unseren Förderungen wertvolle Arbeitsplätze sichern und auch hohe Investitionen auslösen, die wiederum unsere Wirtschaft voranbringen.
Worum geht's? - Wenn wir von 1 Million EUR Förderungen ausgehen, dann lösen diese rund 5,4 Millionen EUR an Investitionen aus, sprich: Mit unserem neuen zusätzlichen Förderbudget von 7 Millionen EUR im Jahr 2026 werden wir 37,8 Millionen EUR an Investitionen auslösen.
Neu kommt einiges dazu, wobei man sagen kann, das neue Förderpaket ist eine gute Mischung aus bewährten und neuen Förderschienen mit Schwerpunkt auf urbanen, innovativen und multifunktionalen PV-Lösungen. Weiterhin gefördert werden mehrgeschossige Wohnhäuser, PV-Flugdächer auf betrieblichen Flächen und auch PV-Gründächer. Zukünftig werden gefördert: Dachgärten, also Beschattungsanlagen - das ist eine Win-win-Situation - beispielsweise auf Schulen oder öffentlich zugänglichen Räumen wie Einkaufszentren, aber natürlich auch bei gemeinsam genutzten Dachflächen - und PV-Fassaden.
Wir sichern also nicht nur Energieversorgung, wir sichern auch Arbeitsplätze, wir unterstützen die heimische Wirtschaft, und wir schaffen mehr Lebensqualität in der Stadt.
Präsident Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid: Danke, Herr Landesrat, für die Beantwortung der Frage.
Die 1. Zusatzfrage kommt von der SPÖ und ist von Frau Abg. Akcay. - Ich bitte darum.
Abg. Safak Akcay (SPÖ): Danke vielmals. - Einen schönen guten Morgen, Herr Stadtrat! Meine Frage wäre dahin gehend, ob sozusagen erneuerbare Energie den Strom für die Wienerinnen und Wiener teurer macht oder billiger macht. (Heiterkeit bei der FPÖ. - Abg. Mag. Dietbert Kowarik: Echt jetzt, oder was?)
Präsident Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid: Bitte, Herr Landesrat.
Amtsf. StR Mag. Jürgen Czernohorszky: Ja, so einfach die Frage klingen mag, so einfach dürfte die ganze Thematik nicht sein. Ich darf mich kurz zurückversetzen in die letzte Fragebeantwortung von unserer Finanzstadträtin an Udo Guggenbichler, der ernsthaft gefragt hat, wie stark die Kosten für die Klimaneutralität sind. Was wir sicher wissen, ist: Nichts zu tun ist deutlich teurer. Und so gilt das auch beim Sonnenstrom, ganz besonders was die privaten Haushalte betrifft. Erneuerbare-Energie-Anlagen erzeugen bereits jetzt den mit Abstand günstigsten Strom, und das bedeutet damit im Umkehrschluss ganz einfach: Je weniger teure fossile Energie wir importieren müssen, desto günstiger wird langfristig der Strom für alle.
Das kann man sich auch genauer anschauen und begründen. Beispielsweise ist es so, dass ein Anteil erneuerbarer Energien, wenn er steigt, zugleich den Großhandelsstrompreis senkt, weil die Nutzung von mehr Wind, Sonne und Wasser eben die Nutzung von fossilen Kraftwerken in der Menge zurückdrängt. Das kann man auch beziffern: Von 2021 bis 2024 sind die Stromgroßhandelspreise durch die Nutzung von Erneuerbaren bereits durchschnittlich um 6 Prozent gesunken. Das kann man auch noch auf den Haushalt runterbrechen: Ohne Erneuerbare würden sich, Untersuchungen zufolge, die jährlichen Stromkosten für einen Haushalt um rund 73 EUR erhöhen.
Was kann man daraus ablesen? - Es ist eindeutig und völlig klar auf der Hand liegend: Der konsequente Ausbau von Windkraft, Photovoltaik und Wasserkraft senkt die heimischen Strompreise nachweislich. Er senkt sie über das gesamte Jahr zu allen Monaten und Stunden signifikant und stärkt zugleich unsere Unabhängigkeit gegenüber Gasimporten. Das an sich ist daher besonders in der dramatischen Situation, in der wir aktuell sind, das Gebot der Stunde.
Was man vielleicht noch dazusagen kann, ist, dass der strompreisdämpfende Effekt von Wind und Sonne sich über das ganze Jahr und zu allen Tageszeiten gut verteilt - spürbar zu Mittag im Sommer mit dem Höhepunkt der Photovoltaik, aber auch in den Herbst- und Wintermonaten, wenn die Windkraft ihre stärkste Leistung bringt. Für Österreich gesprochen daher: ein guter Mix. Wir wissen natürlich, dass der Ausbau von Wind- und Wasserkraft für eine Großstadt wie Wien eher der schwierigere Part der Übung ist; umso mehr müssen wir, was die Energiesicherheit der Republik betrifft, unsere Sonnenstrom-Offensive stark vorantreiben.
Präsident Prof. Mag. Dr. Gerhard Schmid: Danke, Herr Landesrat.
Die 2. Zusatzfrage kommt von der ÖVP und wird von Frau Abg. Dipl.-Ing. Olischar gestellt. - Ich bitte darum.
Abg. Dipl.-Ing. Elisabeth Olischar, BSc (ÖVP): Guten Morgen, Herr Landesrat!
Der Bedarf steigt ja gleichzeitig auch, was die Energie und auch den Strom betrifft, und nicht zuletzt auch die Stadt hat ja jetzt wieder angekündigt, mehr Ladestationen auszubauen. Das heißt, auch da steigt der Bedarf, und wir werden auch zusätzliche Infrastruktur brauchen.
Das bringt mich jetzt zu meiner Frage, denn ich bin ein großer Fan davon, dass die Stadt oder eben die öffentliche Hand als Vorbild wirkt und auch quasi in ihrem eigenen Wirkungsbereich ihre Aufgaben, wenn man so möchte, erledigt. Deswegen wäre meine Frage: Wie schaut es denn aus beim Ausbau im eigenen Wirkungsbereich, angefangen von den Wiener Linien bis hin zu - wie Sie ja vorhin schon gesagt haben - Spitälern et cetera? Was ist denn da geplant? Wo kann die Stadt in ihrer
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