Gemeinderat, 15. Sitzung vom 16.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 102 von 112
auch eine Abgabe, eine Kommunalabgabe oder eine Steuer. Das wird dann auf Bundesebene geregelt. Reden kann man ja über alles. (Beifall bei der FPÖ.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächste zu Wort gemeldet ist GRin Rompolt. Sie sind am Wort.
GRin Ing. Astrid Rompolt, MA (SPÖ): Danke, Frau Vorsitzende, fürs Wort! - Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Wienerinnen und Wiener!
Das Poststück 26 handelt vom Steinitzsteg beziehungsweise, weil die Nordbrücke saniert und der Steinitzsteg als Ersatzroute gebraucht wird, von den Radwegen, die als Umleitung entwickelt werden. Die Herausforderung ist jene: Die Nordbrücke liegt in der Zuständigkeit der ASFINAG, es ist eine der am stärksten befahrenen Donauquerungen mit 110 000 Kraftfahrzeugen pro Tag. Die Generalsanierung wird im März 2027 beginnen, und der Radverkehr wird ab Frühjahr 2028 umgeleitet. Das sind einmal, glaube ich, die wichtigen Fakten, die auch die Radfahrerinnen und Radfahrer interessieren werden.
Anfang der 1960er Jahre wurde die Nordbrücke errichtet und zuletzt in den 1990er Jahren saniert, das ist mehr als 30 Jahre her. Für die damalige Sanierung wurde sehr weitsichtig der Steinitzsteg als Ersatzbrücke errichtet, und schon damals mit der Überlegung, dass, wenn die Sanierung der Nordbrücke abgeschlossen ist, dieser dann für Rad- und Fußverkehr benützt werden kann. Ich finde, das war eine sehr gute Lösung. Damals wurde schon zwischen dem Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten und der MA 29, die auch damals schon für den Brückenbau der Stadt zuständig war, vereinbart, dass - ich zitiere - "Der Nordsteg steht dem Bund bei Sanierungsarbeiten als Verkehrsumleitung jederzeit kostenlos zur Verfügung".
Es wurde also sozusagen 1994 schon festgelegt, dass das, wenn wieder eine Sanierung notwendig sein sollte, wieder mit Hilfe des Steinitzsteges passieren wird. Ja, ist so, ist vielleicht nicht super, aber damit muss man umgehen. Die Stadt hat es als Herausforderung betrachtet und hat die Gelegenheit genützt, eine hochwertige Alternative für Radlerinnen und Radler zu entwickeln. Ich glaube, dass man das durchaus wertschätzen kann. Es wird nämlich ein neuer Zweirichtungsradweg, ein baulich getrennter Zweirichtungsradweg, errichtet - und zwar entlang der Floridsdorfer Hauptstraße über die Floridsdorfer Brücke hinweg, auch entlang der Adalbert-Stifter-Straße hinweg. Die Kosten für diese doch sehr lange Strecke teilt sich die Stadt zu jeweils 50 Prozent mit der ASFINAG. Ich glaube, das ist eine sehr hochwertige Lösung, die da gelungen ist. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Ich glaube, das wichtigste Argument ist die Nordbrücke. Bei der Nordbrücke geht es um die Erhaltung der Sicherheit. Ich hoffe, wir müssen nicht darüber diskutieren, ob es notwendig ist, dass so eine Brücke regelmäßig saniert wird. Man sieht ja in anderen Ländern, auch durchaus in europäischen Ländern, was passiert, wenn man Brücken nicht regelmäßig wartet und saniert. Das geht so weit, dass sie dann auch einbrechen oder einzubrechen drohen. Deshalb bin ich sehr dafür, dass die Stadt da ihre Verantwortung wahrnimmt.
Zu dem Thema gehört im Übrigen auch, dass die MA 29 sich sehr wohl überlegt hat, was es bedeuten würde, wenn man jetzt einen Ersatzradweg einfach seitlich auf der Brücke aufhängt. Das wirkt sich aus. Und zwar wirkt sich das auf die Brückenlager aus - und zwar so, dass dann ein Moment auf diese Lager wirkt, und auch dann ist die Sicherheit eben nicht mehr garantiert. Das heißt, man braucht einfach einen Ersatzweg. Der Ersatzweg hat den Vorteil, dass man, wenn die Nordbrücke wieder in Betrieb gehen kann, eine hochwertige zusätzliche Radverbindung über die Floridsdorfer Brücke geschaffen hat, die einfach nachhaltig dem Radverkehr zur Verfügung steht.
Ich finde, besonders bemerkenswert ist, dass sich die Mobilitätsagentur die Arbeit angetan hat und die Ersatzrouten auch ausgetestet hat. Ich möchte jetzt nicht alle vorlesen, aber einerseits die Verbindung Prager Straße - Sinawastingasse - Donaukanal - Heiligenstädter Brücke, andererseits die Verbindung Nußdorf - Donauinsel flussabwärts über den Nußdorfer Park zum Schulschiff, die Verbindung Skatehalle - Floridsdorf - Friedensbrücke, die Verbindung Krottenbachstraße 30, vom Radweg dort zur Klinik Floridsdorf et cetera. Da ist eben herausgekommen, dass der durchschnittliche Umweg zweieinhalb Minuten ist. Jetzt gestehe ich ein, es fährt nicht jeder 20 km/h mit dem Fahrrad, ich auch nicht. Es hat nicht jeder ein E-Bike zur Verfügung, ich auch nicht. Im Gegenteil, ich bin zum Beispiel eine sehr langsame Radfahrerin, aber mir versichern meine Kolleginnen und Kollegen im Unternehmen als auch andere Kollegen, mit denen ich jetzt gesprochen habe, dass sich da jeder schon sozusagen seinen Ersatzweg gefunden hat. Natürlich ist es ein kleiner Umweg, aber es sagen alle, das ist okay, und vor allem ist der Radweg über die Floridsdorfer Brücke okay. Weil, worum geht es? - Es geht um Sicherheit. Ich finde, es ist das alleroberste Prinzip, dass uns gerade beim Radverkehr eigentlich interessieren muss, dass man einen sicheren Radweg hat.
Ich bin auch kein großer Fan von Mehrzweckstreifen, ich sehe die in der Stadt als Übergangslösung. Denn ich habe Frau StRin Ulli Sima schon so verstanden, dass sie bestrebt ist, auch in weiterer Zukunft möglichst viele Kilometer baulich getrennte Radwege zu errichten. Ich finde, das hat sie in den vergangenen Jahren gut bewiesen, und das wird uns auch die Zukunft zeigen. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
In diesem Sinne hoffe ich, dass ich Sie überzeugen konnte. Wenn nicht, dann werden wir wahrscheinlich auch in Zukunft zu dem Thema hier weiterdiskutieren. Wir bauen sichere Radwege in unserer Fortschrittskoalition, und ich finde, das ist eine gute Sache. Ich wünsche mir, dass viele von Ihnen diesen Weg über die Floridsdorfer Brücke vielleicht auch ausprobieren, dann können wir das nächste Mal darüber diskutieren, wie erfolgreich das war. - Danke. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Zu Wort ist niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen.
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