Gemeinderat, 15. Sitzung vom 16.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 95 von 112
selbst, das Engelhart-Haus und dazwischen eben diese große Anlage.
Das ist umschlossen gewesen, da gab es eigentlich keine Zugangsmöglichkeiten, obwohl - und das ist schon mein erster Hinweis darauf, dass ich auch ein bisschen eine andere Wahrnehmung habe - in der Flächenwidmung dort schon bisher öffentliche Durchgänge vorgesehen waren, die halt zum Teil noch nicht umgesetzt waren.
Es ist ja eigentlich schade, gerade die Menschen, die dort rund um dieses Schlössl gewohnt haben, hatten bis jetzt zwar immer den Blick in einen tollen Park, in eine Ruheoase in der dicht verbauten Stadt, aber sie konnten dort nicht hin. Die hatten also gar keine Chance, sich da hineinzusetzen und zum Beispiel in Ruhe ein Buch zu lesen oder dort einfach die Natur zu genießen. Das ist sehr schade.
Ich habe mir das auf dem Plan angeschaut, zehn Minuten fußläufig entfernt wäre die nächste große - ich sage jetzt - Grünanlage. Die Grünanlage ist der Rabenhof, ein Gemeindebau, der auch einen wunderschönen Altbaumbestand hat, der für die Bevölkerung zugänglich ist. Das ist immerhin etwas, aber natürlich: Wer geht dort hin? Wer geht zehn Minuten, um sich in einen Innenhof eines Gemeindebaues zu setzen, wenn man eigentlich vor der Tür, oder eigentlich im eigenen Innenhof, so eine schöne Anlage hat?
Die Initiative ging also sozusagen bei dem einen Block von der Wiener Ärztekammer aus, die einerseits ein modernes Ärztezentrum errichten möchte, aber andererseits auch ein Pflegeheim mit 114 Wohneinheiten, einen kleinen Therapiegarten zu diesem Pflegeheim dazu, dann noch ein Betreutes Wohnen in der Hafengasse 2 mit 25 Wohneinheiten und ein Kultur- und Bildungszentrum. Die Zuschriften, die wir bekommen haben - jedenfalls die, die ich bekommen habe -, waren ausschließlich aus der Steingasse 11. Die Menschen dürften dort in einem eher neueren Wohnhaus leben, das sehr geöffnet ist, eben mit Blick zu diesem tollen Park hin. Sie hatten bis jetzt eben niemanden in diesem Park, der sich dort aufhält, und natürlich ist das dann eine Änderung, wenn dann von einem Tag auf den anderen der Park genützt werden kann. Und ja, da wird man wahrnehmen, dass Menschen miteinander sprechen, dass Personen durch den Park gehen. Ja, es wird einfach lebendiger sein, das ist tatsächlich so. Wir sind in einer Großstadt, und das ist unser Schicksal. Ganz viele von uns haben das Glück, dass wir in einer Stadt leben, in der es trotz dicht verbauten Gebietes wirklich sehr, sehr ruhige Ecken gibt.
Man ist jetzt durchaus auf diese Sorgen eingegangen. Eine dieser Sorgen war ja - so war es in den E-Mails formuliert: Wie werden wir vor nächtlicher Lärmentwicklung geschützt? - Ein Schutz ist: Der Park ist über Nacht geschlossen. Im Sommer - das muss ich jetzt nachlesen -, vom 1.4. bis 20.9., sind die Öffnungszeiten des Parks von 8 Uhr bis 21 Uhr, und vom 1.10. bis 31.3. sind die Öffnungszeiten 8 Uhr bis 18 Uhr. Das gilt im Übrigen für beide Blocks. Das finde ich schon einmal ein ganz gutes Entgegenkommen und sehr fair.
Und es ist so, wie die Kollegin gesagt hat, das kann man ja auch evaluieren, da kann man ja beobachten, wie das funktioniert, ob dort dann tatsächlich diese große Lärmentwicklung entsteht - ich weiß nicht genau, wodurch. Durch die Menschen im Therapiegarten oder vom Pflegeheim her? Oder, na ja, wahrscheinlich ist die Sorge wegen der Kinder - kann ich jetzt einmal annehmen. Ich glaube, Drogensüchtige waren auch eine konkrete Befürchtung. Es gibt in dieser Stadt Probleme mit Drogensüchtigen, das will ich jetzt gar nicht abtun, aber es gibt dafür auch Maßnahmen. Die Exekutive ist da zum Beispiel zuständig. Und es gibt auch andere Stellen und Institutionen in dieser Stadt, die mit dem Thema befasst sind. Es ist auch nicht so, wie immer wieder behauptet wurde, dass irgendwie niemand zuständig ist und man nicht weiß, wer dann aktiv wird, wenn es Probleme gibt. Es gibt verschiedene Problemlagen, die auftreten können - ich betone, ich bin hier im Konjunktiv, weil wir nicht bei der Stelle sind -, und für verschiedene Problemlagen gibt es einfach verschiedene Ansprechpartner. Da kann die Stadt zuständig sein, da kann der Bezirk zuständig sein, da kann die Exekutive zuständig sein und je nach Problemlage wird man sich darum kümmern.
In meinen Augen ist das wie gesagt eigentlich eine Aufwertung. Wir haben auch die Rückmeldung von den zuständigen Magistratsabteilungen, die diese Flächenwidmung sozusagen erarbeitet haben, dass es von sehr vielen Anrainerinnen und Anrainern positive Rückmeldungen gibt. Ich habe es schon erwähnt, die haben ja zum Teil schon mitbekommen, dass es dort einen Park gibt, auch wenn der sehr versteckt ist. Die Durchgänge sind also scheinbar sehr schmal, und man hat da eigentlich keinen Blick hinein. Aber in meiner Vorstellung wird es ehrlich gesagt eher wohl so sein, dass der Park oder beide Parks, der andere ist dann ein bisschen kleiner, auch in Zukunft wohl eher Geheimtipps im Grätzel sein werden, wo man halt hingeht, wenn man sich gut auskennt und man einmal am Wochenende oder nach der Arbeit Zeit hat und wirklich einmal zur Ruhe kommen will.
Ein ganz wichtiger Punkt in diesem Zusammenhang ist: Die Stadt hat einen Auftrag und eine Verantwortung in Zeiten der Klimakrise, Flächen zur Verfügung zu stellen, wo man sich erholen kann und wo man sich auch abholen kann. Wir wissen, dass ganz viele Menschen keine Klimaanlage zu Hause haben, dass die keinen eigenen Garten haben, dass sie keinen eigenen Balkon haben, dass sie einfach nicht die Chance haben, vielleicht sogar einfach nur durchzulüften und deshalb wirklich darauf angewiesen sind, dass wir im öffentlichen Raum solche Erholungsoasen schaffen oder zur Verfügung stellen. In diesem Punkt, glaube ich, können wir dieser Bevölkerung etwas ganz, ganz Großartiges zur Verfügung stellen. Ich finde, wir sollten als Gemeinderat stolz darauf sein, dass es in Verhandlung mit der Wiener Gebietskrankenkasse gelungen ist, zu gewinnen, dass man dort einfach diesen Raum zugänglich macht und in Zukunft die Wiener Bevölkerung oder vor allem die Grätzelbevölkerung diesen tollen Park und Garten wird nützen können. (Beifall bei der SPÖ und von GR Kilian Stark.)
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