Gemeinderat, 15. Sitzung vom 16.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 83 von 112
raum-Attraktivierung, also eine ganz breite Palette. Es ist Stärkung von JunglehrerInnen - gerade weil wir ganz oft in diesem Hause auch über Entlastung von PädagogInnen sprechen. Wie werden denn QuereinsteigerInnen so onboarded, dass sie tatsächlich auch in diesem wunderschönen Beruf bleiben? Es ist Förderung der psychischen und körperlichen Gesundheit von SchülerInnen und PädagogInnen sowie positives Schulklima, das heißt, auch hier Maßnahmen - da das hier ganz oft debattiert wird - zur Gewaltprävention und Regulation von Konflikten. Und was ganz besonders toll ist, ist, dass über die Jahre, seitdem wir dieses Programm ins Leben gerufen haben, auch eine wissenschaftliche Begleitung von EDUCULT stattgefunden hat, das ein wirklich überaus positives Zeugnis und Ergebnis ausgestellt hat.
Was wir heute hier beschließen, ist die Integration dieses großartigen Programmes ins Education Lab. Und für alle ZuseherInnen, die sich fragen, was das ist: Das ist eine Denkfabrik für die Wiener Bildungslandschaft und sozusagen ein Ort der Vernetzung, der Wissensinnovation und Kollaboration und dieses Wissenstransfers eben in dieser Bildungslandschaft zwischen den unterschiedlichsten Akteuren. Ziel ist es eben, Innovation und Kollaboration, diese Zusammenarbeit auch in diesem sehr fragmentierten Bereich der Bildung zu fördern, die Wirkung erzeugen, und das Bildungspersonal zu unterstützen. Mit diesem Wiener Bildungsversprechen auf der einen Seite und dem Education Lab auf der anderen Seite verbinden sich zwei großartige Initiativen, die eines als Ziel eint, nämlich PädagogInnen in ihrer täglichen Arbeit nachhaltig zu stärken und andererseits die besten Bildungschancen für Kinder und Jugendliche ins Leben zu rufen. (Beifall bei den NEOS.)
Der Vorteil ist, dass durch diese Verankerung, diese Integration Synergien geschaffen werden, einerseits in finanzieller Hinsicht, aber andererseits allen voran dadurch, dass bestehendes Wissen gesichert wird, bewährte Prozesse übernommen werden und gleichzeitig auch die Weiterentwicklung dieses Programmes mit den besten ExpertInnen ermöglicht wird und es dabei als Plattform für Vernetzung, für Austausch und Wissensvermittlung dient, nicht nur für die neuen Schulen, die da mitmachen, sondern allen voran für alle bestehenden Schulen. Und das ist etwas, das unbezahlbar ist. In diesem Sinne darf ich Sie um Zustimmung zu diesem wichtigen Akt, für diese Innovationswerkstatt sozusagen durch diese beiden Plattformen ersuchen. - Vielen Dank. (Beifall bei den NEOS und von GR Ernst Holzmann.)
Vorsitzender GR Armin Blind: Als Nächster hat sich GR Felix Stadler zu Wort gemeldet. - Bitte Herr Gemeinderat, Sie sind am Wort.
GR Felix Stadler, BSc, MA (GRÜNE): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Stadträtin, liebe KollegInnen!
Ich möchte ganz kurz darlegen, warum wir gegen dieses vorliegende Poststück stimmen und warum wir nicht dafür sind, dass das Education Lab das Wiener Bildungsversprechen in Zukunft machen wird. Ich möchte das zweiteilen - und zwar möchte ich mit einer inhaltlichen Kritik beginnen und dann zur organisatorischen oder zur strukturellen Kritik kommen.
Unsere inhaltliche Kritik ist, dass das Wiener Bildungsversprechen nicht die Wirksamkeit hat, die so ein Schulentwicklungsprogramm haben müsste. Schulentwicklung in Österreich ist leider, sage ich dazu, fast immer, und das gilt auch für das Wiener Bildungsversprechen, Organisationsentwicklung. Wenn man sich die Personen anschaut, die da mitmachen, und auch die BeraterInnen, wo es sehr gute Leute gibt - das möchte ich auch dazusagen, die, glaube ich, Schulen auch weitergebracht haben -, ist trotzdem der Fokus in den letzten Jahren bei den 37 Schulen immer eine Organisationsentwicklung und eine Strukturentwicklung der Schulen gewesen. Das geht leider an der Wirksamkeit, die wir für so ein auch teures Programm für Schulen haben, vorbei. Was es viel mehr bräuchte und was international unbestritten ist - in Österreich leider noch nicht so anerkannt -, ist, dass echte Schulentwicklung Unterrichtsentwicklung beinhaltet. Es geht darum, was passiert in dem in Österreich 50 Minuten Unterricht und in welcher Qualität passiert das. Das ist das Entscheidende, wie sehr sich eine Schule weiterentwickelt und wie auch die Ergebnisse einer Schule sind. Das kann das Wiener Bildungsversprechen leider nicht leisten. Deswegen werden wir auch heute wieder, so wie in der Vergangenheit, dem Wiener Bildungsversprechen nicht zustimmen. (Beifall bei den GRÜNEN.)
Frau Kollegin Bakos, du hast die positiven Lernerfolge erwähnt und das sei das Wichtigste vom Wiener Bildungsversprechen. Und da ist schon die Frage: Wurden die Lernerfolge an den Schulen gemessen? - Nein, also ich kann es Ihnen sagen, wenn die Antwort nicht kommt. Es wurden die Lernerfolge weder an diesen 37 Schulen noch an allen anderen Schulen gemessen, ob sie vor dem Wiener Bildungsversprechen anders waren als nachher und ob sie nach dem Wiener Bildungsversprechen besser waren als vorher. Es gibt eine Evaluierung, das ist richtig, diese Evaluierung ist eine Befragung der teilnehmenden Schulen gewesen, ob das was gebracht hat für die Prozesse an der Schule und für die Strukturentwicklung, und da gab es generell einen ganz positiven Grundton in der Evaluierung. Der Hauptkritikpunkt der Evaluierung war aber derselbe, den ich heute gemacht habe: Es braucht viel mehr Fokus auf die Unterrichtsqualität - und zwar nachhaltigen Fokus auf die Unterrichtsqualität, damit auch die Lernerfolge tatsächlich besser werden.
Der zweite Punkt, warum wir dem heute nicht zustimmen, ist ein organisatorischer. Das Education Lab, das wurde schon erwähnt, ist eine ganz gute Sache, das glaube ich auch, ich bin selber recht häufig dort, darf dort auch Workshops halten. Ich glaube nur nicht, dass es zielführend ist, ohne eine Ausschreibung und ohne Alternativen, die es in diesem Fall sicher gegeben hätte, das Education Lab mit diesem Wiener Bildungsversprechen zu beauftragen, insofern auch das gesamte Team, das jetzt bei der MA 13 aufgebaut wurde, die Expertise hat, nicht automatisch ins Education Lab mitgeht. Möglicherweise geht ein bissel die Expertise mit, möglicherweise
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