Gemeinderat, 15. Sitzung vom 16.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 76 von 112
Ich möchte aber sehr wohl darauf hinweisen, dass sich im Themenfeld Finanzen Jugendliche hier sehr klar geäußert haben, dass die Schuldenpolitik der Stadt auf Kosten der jungen Menschen nicht sehr nachhaltig ist und dass junge Menschen das nicht gut finden. Insofern wollen wir das auch noch einmal hervorstreichen.
Also ja, es gibt hier gute Dinge, die beschlossen worden sind, ja, es gibt Fortschritte bei der Umsetzung dieses Kinder- und Jugendparlamentes. All das sehen wir. Wir werden aber trotzdem, weil hier aus unserer Sicht einige Fokusbereiche, die nicht berücksichtigt worden sind, wichtig wären, heute ablehnen.
Ich möchte mich aber ganz explizit bei allen bedanken, die daran gewirkt haben, dass das stattfindet. Ich möchte mich explizit bei allen bedanken, die mitgewirkt haben. Einer ist ja da. Insofern möchte ich es nicht in die Länge ziehen, weil wir heute schon viele sehr lange Debatten erlebt haben, aber es war mir wichtig, das hier an der Stelle noch zu betonen. - Vielen Dank. (Beifall bei der ÖVP.)
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort gemeldet: GR Mag. Burian. - Bitte schön.
GR Mag. Lukas Burian (NEOS): Vielen herzlichen Dank. - Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren, vor allem aber liebe Kinder und Jugendliche!
Heute behandeln wir den Bericht des Wiener Kinder- und Jugendparlamentes 2025/2026, einen Bericht, hinter dem rund 500 Kinder und Jugendliche stehen, Kinder und Jugendliche, die sich in den vergangenen Monaten Gedanken darüber gemacht haben, wie Wien besser werden kann. Genau deshalb ist dieser Bericht etwas Besonderes, denn heute sprechen wir nicht darüber, was Kinder und Jugendliche brauchen, heute sprechen die Kinder und Jugendlichen selbst. Das ist ein wichtiger Unterschied, denn gute Politik entsteht nicht dadurch, dass Erwachsene möglichst gut erraten, was für junge Menschen richtig ist. Gute Politik entsteht dann, wenn jene gehört werden, die mit den Folgen unserer Entscheidungen leben müssen.
Kinder und Jugendliche sind Expertinnen und Experten ihrer eigenen Lebenswelt. Sie wissen, wie sich Schule anfühlt, sie wissen, wie sich ein Spielplatz anfühlt, wie sich Unsicherheit anfühlt, und sie wissen oft sehr genau, was verbessert werden könnte. Deshalb ist das Wiener Kinder- und Jugendparlament weit mehr als ein Beteiligungsprojekt, es ist gelebte Demokratie. Gerade wir als Liberale sind überzeugt: Eine freie Gesellschaft lebt davon, dass Menschen ihre Stimme erheben können. Eine starke Demokratie lebt davon, dass diese Stimme auch gehört wird. Und eine moderne Stadt lebt davon, dass möglichst viele Menschen die Möglichkeit haben, an ihrer Gestaltung mitzuwirken. (Beifall bei den NEOS.)
Das gilt nicht erst ab 16 und schon gar nicht erst ab 18. Junge Menschen sind nicht nur die Zukunft dieser Stadt, sie sind immer auch Teil der Gegenwart. Deshalb ist es besonders richtig und wichtig, dass Wien ihnen Räume gibt, in denen sie ihre Perspektiven einbringen können. Besonders beeindruckend finde ich die Ernsthaftigkeit, mit der die Teilnehmenden an diese Aufgabe herangegangen sind. Denn wer den Bericht liest - und ich gehe davon aus, dass ihn natürlich alle gelesen haben -, findet dort keine unrealistischen Wunschlisten, sondern sehr konkrete Vorschläge.
Im Bereich Klima, Natur und Umwelt wünschen sich die Kinder mehr Natur am Wasser, mehr Bäume, mehr Schatten und mehr Lebensraum für Tiere und Menschen entlang der Wiener Gewässer. Sie denken an sauberes Wasser, an Tiere, an Erholung und an die Lebensqualität in einer wachsenden Stadt.
Im Bereich Sport und Bewegung wünschen sich Jugendliche überdachte und sonnengeschützte Sportkäfige mit Fußballtoren, Basketballkörben, Trinkbrunnen und ausreichend Platz für unterschiedlichste Sportarten - ein Vorschlag, der angesichts immer heißerer Sommer aktueller kaum sein könnte.
Im Bereich Freizeit und öffentlicher Raum wünschen sich Kinder vielfältigere Spielplätze, die nicht nur für kleine Kinder gedacht sind, sondern auch für ältere Kinder und Jugendliche, mit mehr Bewegungsmöglichkeiten, mehr Gemeinschaftselementen und mehr Raum für unterschiedliche Interessen. Besonders erfreulich finde ich die Forderung nach inklusiven Sport- und Spielplätzen, auf denen Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam spielen können, denn Teilhabe - das wissen wir auch alle - beginnt oft bei den kleinen Dingen des Alltags, dort, wo Menschen einander begegnen, und dort, wo Gemeinschaft entstehen kann.
Es wird nicht verwundern, dass besonders der Bereich Bildung hier meine Erwähnung findet. Die Jugendlichen setzen sich mit der Frage auseinander, wie Schule besser auf das Leben vorbereiten kann. Sie diskutieren über Bildung, über Alltagswissen und über Rahmenbedingungen für erfolgreiches Lernen. Dazu gehört natürlich auch die Forderung nach einem späteren Schulbeginn für Jugendliche. Man kann natürlich bei einzelnen Vorschlägen unterschiedlicher Meinung sein, aber darum geht es ja gar nicht. Es geht darum, dass junge Menschen über Bildung nachdenken. Sie reflektieren bestehende Strukturen, und sie bringen Verbesserungsvorschläge ein. Genau das ist demokratische Teilhabe. (Beifall bei den NEOS.)
Besonders bewegt hat mich das, was wir im Bereich Gesundheit und Soziales zu lesen bekommen haben, denn Jugendliche sprechen ganz offen über psychische Gesundheit. Sie wünschen sich mehr Sichtbarkeit von Unterstützungsangeboten, einen einfacheren Zugang zu Schulpsychologinnen und Schulpsychologen, mehr Information, mehr Sensibilisierung, weniger Stigmatisierung. Wir alle wissen längst, dass dies zu einem gesunden und glücklichen Leben dazugehört. Das zeigt auch, wie verantwortungsvoll junge Menschen mit diesem Thema umgehen. Und es zeigt, dass psychische Gesundheit längst kein Randthema mehr ist, sondern ein zentraler Bestandteil des Aufwachsens. (Beifall bei den NEOS.)
Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich glaube, dass dieser Bericht aber noch eine zweite, vielleicht sogar größere Botschaft enthält. Die vorgeschlagenen Maßnahmen handeln von Natur, Spielplätzen, Mobilität, Bil
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