Gemeinderat, 15. Sitzung vom 16.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 75 von 112
Therapien. Sie sind Gewalt und gehören sofort verboten - und zwar für alle Menschen. In diesem Sinne gilt der COURAGE mein ganz persönlicher Dank für diese langjährige und kontinuierliche Arbeit für die queere Community.
Wie erfolgreich und nachhaltig die Arbeit der COURAGE über die Jahrzehnte war, zeigt sich auch daran, dass es mittlerweile Beratungsstellen in fast allen Landeshauptstädten von Österreich gibt - in Graz, Innsbruck, Salzburg, Linz, Klagenfurt und Sankt Pölten und seit diesem Jahr auch in Eisenstadt. Auch mit Vorarlberg gibt es mittlerweile schon Gespräche. Alle diese Landesberatungsstellen werden, wie die COURAGE Wien auch, aus den jeweiligen Landes- beziehungsweise Stadtbudgets unterstützt, und das völlig zu Recht.
Die COURAGE bietet Beratungen für Einzelpersonen, Paare, Familien und Gruppen an. Mit 39 Prozent ist die Gruppe der 20- bis 29-Jährigen die Gruppe, die diese Beratungen am stärksten in Anspruch nimmt.
Was mir auch wichtig zu betonen ist: Ein besonderer Fokus liegt bei der COURAGE auch auf der Elternberatung. In Wien gibt es mittlerweile drei Elterngruppen mit jeweils rund 20 Personen, und eine vierte ist wegen der großen Nachfrage gerade in Planung. Es ist mir auch wichtig festzuhalten, weil dazu auch immer gern falsche Informationen verbreitet werden: Bei minderjährigen Jugendlichen, die in der COURAGE beraten werden, werden die Eltern selbstverständlich immer miteingebunden.
Wie der Kollege Weber schon gesagt hat: Bei der COURAGE arbeitet ein höchst professionelles, multiprofessionelles Team. Alle BeraterInnen sind examinierte Fachkräfte und als solche auch vom Referat für Familienberatung und Familienförderung im Bundeskanzleramt als professionelle BeraterInnen anerkannt. (GRin Astrid Pany, BEd, MA reicht der Rednerin ein Glas Wasser.) - Danke schön. (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie von GRin Christina Wirnsberger.)
Liebe Kolleginnen, erst vor zwei Wochen war ich gemeinsam mit unserer Staatssekretärin Ulrike Königsberger-Ludwig bei einem Termin vor Ort und konnte mich persönlich von dieser großartigen Arbeit in der COURAGE überzeugen. Ich möchte mich an dieser Stelle von ganzem Herzen für die großartige, tolle und vor allem professionelle Arbeit bedanken. Ihr seid ein wesentlicher Teil davon, dass Wien die Regenbogenhauptstadt ist. Ihr macht das Leben vieler Menschen leichter und kämpft jeden Tag für Gerechtigkeit, Gleichstellung und Akzeptanz in unserer Gesellschaft. In diesem Sinne: Macht weiter so! Wien braucht euch, und Wien ist besser, weil es euch gibt.
In diesem Sinne bitte ich um Zustimmung. - Danke und happy Pride! (Beifall bei SPÖ und NEOS sowie von GRin Christina Wirnsberger.)
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort ist niemand mehr gemeldet, Die Debatte ist geschlossen. Die Frau Berichterstatterin verzichtet auf das Schlusswort.
Wer der Post 10 zustimmt, den bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. - Die Zustimmung erfolgt bei SPÖ, NEOS und GRÜNEN gegen FPÖ und ÖVP, mehrstimmig angenommen.
Post 11 ist die Prüfung und Umsetzung der Maßnahmen des Kinder- und Jugendparlamentes 2025/26. Ich darf die Frau Berichterstatterin, die Frau GRin Mag. Vasold, bitten, die Verhandlungen einzuleiten.
Berichterstatterin GRin Mag. Stefanie Vasold: Ich bitte um Zustimmung.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Ich eröffne die Debatte. Zu Wort gemeldet ist GR Zierfuß.
GR Harald Zierfuß (ÖVP): Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Berichterstatterin, werte Kolleginnen und Kollegen! Sollte es via Livestream Zuschauer geben, die beim Jugendparlament mitgemacht haben - zumindest einen sehe ich da oben -, auch an jene, die mitgewirkt haben: Herzlich willkommen hier im Gemeinderat! (Beifall bei ÖVP und NEOS sowie von GRin Martina Ludwig-Faymann.)
Ich muss sagen, so ganz grundsätzlich sehen wir schon auch eine Weiterentwicklung bei den Maßnahmen beim Kinder- und Jugendparlament. Ich höre von jenen, die mitwirken - und wir haben mit vielen jungen Menschen auch darüber gesprochen, wie da der Ablauf ist -, dass das deutlich professioneller wird und dass man auch bei der Meinungsfindung durchaus Fortschritte gemacht hat, wie man das dann clustert. Ich kenne solche Prozesse aus verschiedenen Ebenen. Das ist nicht immer ganz einfach. Wie schafft man es, junge Menschen zusammenzubringen, die dann gemeinsam auf einen Nenner kommen, die vielleicht noch nicht viele Berührungspunkte mit Politik hatten, die zum ersten Mal bei so einem Prozess dabei sind? Ich möchte auch durchaus lobend erwähnen, dass das deutliche Fortschritte macht und dass dieser Prozess mittlerweile sehr viel besser abläuft als zu Beginn.
Das, was wir aber sehr wohl anmerken müssen, ist - und meine Kollegin Sabine Keri hat das, glaube ich, letztes Jahr bei der Debatte dazu gesagt -, dass es eine begleitende Studie zu Themen, die junge Menschen bewegen, gegeben hat. Da war unter anderem Sicherheit ein riesengroßes Thema, dass gerade junge Frauen sich in verschiedenen Bereichen der Stadt nicht mehr sicher fühlen. Das, was für uns auch ein bisschen das Thema ist - und damit begründe ich auch bis zu einem gewissen Grad unsere Ablehnung heute -, ist, dass gerade auch bei der thematischen Findung der Gruppen Themen, die ganz offenkundig junge Menschen in dieser Stadt beschäftigen, auch nachgewiesen in Studien - und das steht ja dann auch in den entsprechenden Berichten drinnen; letztes Jahr zumindest war das der Fall -, sich nicht in den Arbeitsgruppen wiederfinden.
Gleichzeitig muss ich sagen, es gibt hier großartige Themen, die herausgekommen sind. Wenn man sich das anschaut, da sind ja von A bis N viele Forderungen drinnen. Wir finden es auch gut, dass der Magistrat sich jetzt mit denen beschäftigen muss. Einige - das liegt in der Natur der Sache - sind nicht unbedingt unser Kernthemenfeld, andere sehr wohl. Das gehört aber jetzt auch nicht zur weiteren Bewertung dazu.
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