Gemeinderat, 15. Sitzung vom 16.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 73 von 112
erwähnt worden sind. Ich möchte das aber trotzdem noch einmal ganz konkret hervorheben. Es geht um Biozertifizierung, einen mengenmäßigen Gesamtbioanteil, Ökokaufkriterien der Stadt Wien, Gentechnikfreiheit, Tiergerechtigkeit, Hühnereier aus Freilandhaltung. So, jetzt sage ich nicht, dass das der Wirt ums Eck nicht genauso erfüllen kann, aber es geht um dieses Ausfallsrisiko, das stets besteht. Genau das ist nicht zu riskieren, wenn es gerade um das Kindeswohl geht, sehr geehrte Damen und Herren - das eben grundsätzlich und neben allen rechtlichen Dingen, die es hier genauso zu erwähnen gilt. Hier steht immer das Wohl von Kindern an allererster Stelle, und dementsprechend bitte ich hier nicht um Zustimmung zu diesem Antrag. - Vielen Dank. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort ist niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen. Der Herr Berichterstatter verzichtet auf das Schlusswort.
Wer der Post 7 zustimmt, den bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. - Die Zustimmung erfolgt bei SPÖ, NEOS, FPÖ und ÖVP, und daher mehrstimmig angenommen gegen die Stimmen der GRÜNEN.
Es liegt mir ein Antrag von den GRÜNEN vor: Gesundes, regionales und ökologisch nachhaltiges Essen in Wiens Schulen. Wer dem beitritt, den bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. - Zustimmung bei GRÜNEN, ÖVP und FPÖ. Das ist nicht die erforderliche Mehrheit, da SPÖ und NEOS dagegen sind.
Post 8 ist eine mehrjährige Vertragsgenehmigung für den organisatorischen Brandschutz - Brandschutzbeauftragte mit der WIP Wiener Infrastruktur Projekt GmbH. Ich bitte die ... Ach so! Es gibt keine Wortmeldung mehr. Entschuldigung! Da habe ich jetzt nicht aufgepasst.
Also wer der Post 8 für diesen Brandschutzbeauftragten zustimmt, den bitte ich um ein Zeichen mit der Hand. - Das ist mit Stimmen der SPÖ, der NEOS, der GRÜNEN und der ÖVP mehrstimmig angenommen gegen die Stimmen der FPÖ.
Post 10: Hier gibt es Wortmeldungen. Ich sehe eine Förderung an den Verein COURAGE. Ich bitte die GRin Mag. Vasold, die Verhandlungen einzuleiten.
Berichterstatterin GRin Mag. Stefanie Vasold: Ich bitte um Zustimmung.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Ich eröffne die Debatte. Zu Wort gemeldet ist GR Weber.
GR Thomas Weber (NEOS): Vielen lieben Dank. - Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin, liebe Frau Berichterstatterin!
Wir sprechen heute über eine Förderung von 40 000 EUR, über die Beratungsstelle COURAGE. Ich sage es gleich: Ich halte die Beratungsstelle COURAGE mit ihrer Arbeit für notwendig, auch wichtig, und ich meine, sie verdient auch die volle Unterstützung von uns hier als Gemeinderat.
Aber ich möchte heute auch darüber sprechen, was sich in den vergangenen Monaten rund um die Beratungsstelle COURAGE getan hat. Ich möchte hier darüber sprechen, wie die Arbeit der Beratungsstelle COURAGE gezielt einer Kampagnisierung der FPÖ und auch der Rednerin von der ÖVP unterzogen worden ist. Anstatt dass Arbeit unterstützt worden ist, die täglich vulnerablen Menschen hilft, wurde hier eine sehr bewusste und, wie ich finde, sehr grausliche politische Debatte gefahren. Das verdient von meiner Seite hier sehr klare Worte.
Fakt ist, dass die Beratungsstelle COURAGE seit dem Jahr 2000 eine Beratungsstelle auf Basis des Familienberatungsförderungsgesetzes ist. 2024 gab es über 3 800 Beratungen, über 1 200 Klientinnen und Klienten, viele in psychischen und familiären Krisen, viele mit massiven Diskriminierungserfahrungen, mit Gewalterfahrungen. Gleichzeitig gibt es bei der Beratungsstelle COURAGE eine Wartezeit von bis zu vier Monaten. Das zeigt, wie notwendig die Arbeit der Beratungsstelle COURAGE ist. Das sind nämlich Jugendliche, die nicht wissen, wo sie sich hinwenden wollen oder hinwenden können. Das sind vor allem auch Eltern, die Unterstützung brauchen. Die Evidenz ist da eindeutig: 60 bis 70 Prozent der Menschen mit Geschlechtsinkongruenz leiden an Depressionen, oft mit erhöhter Suizidalität.
Fakt ist für mich: Die COURAGE schützt Leben. Daher möchte ich mich an dieser Stelle hier ganz herzlich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Beratungsstelle COURAGE bedanken. Ihr macht nämlich jeden Tag eine professionelle, eine wichtige, eine schwere Arbeit. Ihr seid eine tragende Säule der psychosozialen Versorgung in unserer Stadt. Danke. Eure Arbeit verdient Respekt und keine Kampagnisierung. (Beifall bei NEOS und SPÖ sowie von StR Peter Kraus, MSc.)
Dieses multiprofessionelle Team der Beratungsstelle COURAGE besteht aus PsychologInnen, PsychotherapeutInnen, SozialarbeiterInnen, SozialpädagogInnen, PsychiaterInnen, JuristInnen, Männer sind natürlich immer mitgemeint. Das sind Menschen, die jeden Tag mit dem tatsächlichen Leid anderer Menschen konfrontiert sind, mit Jugendlichen, für die die eigene Familie vielleicht kein sicherer Ort ist, die auf jeden Fall Diskriminierung und leider oft auch Gewalt erfahren haben, aber auch mit Eltern, die ihr Kind lieben, aber trotzdem nicht wissen, wie sie ihr Kind begleiten sollen. Das sind Menschen, die zur COURAGE kommen, und die COURAGE ist für diese Menschen da.
Jetzt möchte ich zu dem Fall kommen, den ich am Anfang erwähnt habe, nämlich zum Fall, wie er in den Medien stand, Waltraud - ich nenne ihn ja den Fall Walter - und damit auch zur gezielten Kampagnisierung der FPÖ, aber auch der ÖVP-Rednerin hier, die gemeinsam gegen die COURAGE betrieben worden ist. Genau das war es. Es ist keine sachliche Kritik an der Arbeit der COURAGE, sondern eine gezielte politische Kampagne gewesen. Ich werde auch gleich erklären, warum erstens diese Kampagne nicht nur falsch war, sondern auch nachweislich auf falschen Behauptungen beruht hat.
Was ist passiert? - Eine Person hat die Beratungsstelle COURAGE einmalig besucht. Dort gab es kein Informationsgespräch, keine psychotherapeutische Stellungnahme, es gab keine Hilfeleistung für irgendwas, für eine Personenstands- oder Vornamensänderung. Danach ist diese eine Person auch nie wieder zur Beratungsstelle COURAGE gekommen. Für die Beratungs
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