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Gemeinderat, 15. Sitzung vom 16.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 53 von 112

 

auch einen sehr großen Brocken Geld bekommt. Ein weiterer Co-Finanzier ist die Europäische Union mit dem Europäischen Sozialfonds Plus. Auch der steht auf dem Schild des Colleges 25+ und prangt groß als Finanzier und Co-Finanzier dieses Colleges. Ich kann Ihnen das Foto auch gerne zur Verfügung stellen, wenn Sie es nicht glauben wollen.

 

Bei diesen Mitteln weiß man aber nicht genau, wie viel Geld dafür ausgegeben wird, was dafür fließt und wie die Gesamtzusammensetzung für dieses Projekt ausschaut. Dann schauen die Rechnungen mit den Teilnehmern schon ganz anders aus.

 

Wenn man die Zahlen jetzt nüchtern betrachtet - ich habe im Ausschuss ganz genau zugehört und habe auch hinterfragt und nachgefragt: Sie reden immer davon, wie supertoll es ist - über 90 Prozent Erfolgsquote. Im Ausschuss ist klipp und klar gesagt worden: In der ersten Phase dieses Projekts gab es rund 6 100 Teilnehmer. Davon sind 23 Prozent ausgeschieden. Das sind 1 400. 2 700 sind noch im College oder in das Advanced College übergewechselt und können daher in den Zahlen - bei diesen 93 Prozent Absolventen - nicht berücksichtigt werden, so die Auskunftsperson des AMS im Ausschuss.

 

Das heißt, vom Rest - das sind rund 2 000 Teilnehmer - sind 93 Prozent in Beschäftigung, das heißt vom Gesamtergebnis knapp ein Drittel. 51 Prozent von diesen 2 000 haben ein fixes Arbeitsverhältnis erlangt oder sind beruflich aufgestiegen. Von diesen 2 000 haben rund 87 einen Schulabschluss abgeschlossen. Ich gratuliere denjenigen, die das geschafft haben. Respekt, das ist nicht leicht. Das respektiere ich. Das finde ich großartig. Man muss es aber einmal von den nackten Zahlen her sehen: nicht von 6 100, sondern von den 2 000.

 

Für den Rest ist schon B1 eine Herausforderung, weil die Leute, wie das AMS gesagt hat, de facto zum Teil bei null anfangen, weil ihnen die Basics fehlen und wir einen Anteil von 15 Prozent Analphabeten in diesen Kursen haben. Das heißt also, die Wahrheit hinter Ihren Jubelmeldungen, die Sie da vorne gerade gebracht haben … Da haben wir im Ausschuss schon andere Zahlen gehört, die das relativiert haben.

 

Das muss man schon auch ganz ehrlich sagen: Sie verkaufen hier eine Erfolgsquote von über 90 Prozent. Wenn man genauer hinschaut, dann stellt man fest: Die Hälfte der Teilnehmer steckt noch immer im System. Ein Viertel ist ausgeschieden. Am Ende bleibt ein Bruchteil über, der tatsächlich eine stabile Beschäftigung hat.

 

In Zeiten, in denen das Budget aus dem Ruder läuft und in denen Menschen nicht wissen, wie sie sich ihre Wohnung, ihr Heizen und ihr Leben finanzieren können, wie sie Lebensmittel kaufen können, wie sie ihren Kindern irgendetwas bieten geschweige denn von einem Urlaub reden können - mich hat jetzt eine Alleinerzieherin angesprochen, die gesagt hat, sie weiß nicht einmal, wie sie ihren 14-jährigen Sohn durchbringen soll -, ist es den Steuerzahlern definitiv nicht zumutbar, so etwas zu finanzieren. Ich kann es ihnen auch nicht erklären, warum man dafür immer mehr Geld ausgeben soll. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, die Menschen im System auf Kosten von Steuerzahlern parken - das ist bei einem Bruchteil der Teilnehmer ja offensichtlich der Fall -, sind für uns inakzeptabel. Dass dabei ein Teilnehmer de facto so viel kostet, um in eine fixe Beschäftigung zu kommen, wie ein Wiener Arbeitnehmer in einem ganzen Jahr oder vielleicht sogar in mehr als einem Jahr verdient, ist für uns inakzeptabel. Daher werden wir dieses Projekt auch weiterhin nicht unterstützen. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächstes ist GRin Vasold zu Wort gemeldet. - Bitte, Sie sind am Wort.

 

14.21.58

GRin Mag. Stefanie Vasold (SPÖ)|: Frau Vorsitzende!

 

Ich glaube, ich könnte meine ganze Redezeit dafür verwenden, zu korrigieren, was Sie jetzt hier von sich gegeben haben. Ehrlich gesagt habe ich zwischendurch selber den Faden von dem verloren, was Sie hier besprechen.

 

Mich erstaunt, dass wir uns sowohl in diesem Haus, im Gemeinderat, aber auch im Ausschuss tatsächlich intensiv und mehrmalig mit dem Jugendcollege beschäftigt haben und Sie augenscheinlich der Meinung sind, das ist eine Pflegeausbildung, bei der die Caritas und die Volkshilfe etwas einzahlen. Also, das ist dermaßen weit von dem entfernt, was Tatsache ist, dass ich gar nicht weiß, wo ich zu berichtigen anfangen sollte. (Beifall bei SPÖ und NEOS. - Heiterkeit bei Amtsf. StR Peter Hacker. - GR Lukas Brucker, MA: Wer hat das gesagt? - Zwischenruf von GRin Angela Schütz, MA.)

 

Es ist wirklich erstaunlich, wie wenig man sich in der Sache beschäftigen kann. Man kann sich hinstellen und sagen: Wir haben da ganz andere Zahlen gehört. Das haben Sie gerade gemacht. Die Zahlen, bei denen Sie ganz andere haben, haben Sie uns nicht genannt. Wenn man glaubt, das Jugendcollege ist eigentlich eine Pflegefachausbildung, dann fehlt es sozusagen an den Grundlagen.

 

Ich fasse zusammen: Die FPÖ macht das, was sie immer macht, nämlich Probleme aufzublasen, von diesen Problemen zu leben und gegen jede Lösung zu stimmen, um dann die Probleme weiter aufblasen zu können. Ein Nebensatz noch: Wenn Sie jetzt mit der Alleinerziehenden kommen, muss ich Ihnen sagen: Ungefähr vor drei Tagen haben Sie im Nationalrat gegen den Unterstützungsfonds für Alleinerziehende gestimmt. Also, was jetzt? (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Wir sind stolz darauf, dass es auch in Zeiten von budgetär wirklich schwierigen Herausforderungen weiterhin Projekte wie das Jugendcollege gibt und wir es ausbauen, weil wir sehen, dass es besonders ist. Es geht nämlich um eine Verbindung von Basisbildung … Kollegin Schütz (in Richtung der mit GR Lukas Brucker, MA sprechenden GRin Angela Schütz, MA), vielleicht hören Sie kurz zu, was das Jugendcollege ist. Das könnte für die nächste Rede helfen. (Heiterkeit bei Amtsf. StR Peter Hacker.)

 

Es ist eine Basisbildung, die individuell an den tatsächlichen Wissensständen der Kursteilnehmerinnen

 

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