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Gemeinderat, 15. Sitzung vom 16.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 52 von 112

 

in Wien keine erfolgreichen Jobinitiativen geben würde. Ich würde sagen, dass diese Behauptung vom Jugendcollege und vom College 25+ jeden Tag widerlegt wird. (Beifall bei den NEOS und von GRin Mag. Stefanie Vasold.)

 

Jetzt ist natürlich die Gefahr, dass der FPÖ dabei angst und bange wird, wie sie vorhin gesagt hat. Ich gehe fast davon aus, weil wir hier von Integrationsmaßnahmen reden. Das ist etwas, wogegen sich die FPÖ seit jeher mit Händen und Füßen wehrt. Für mich bedeutet das aber, dass wir im Fall des Jugendcolleges und des Colleges 25+ jedenfalls alles richtig gemacht haben. - Vielen Dank. (Beifall bei NEOS und SPÖ.)

 

Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Als Nächstes ist GRin Schütz zu Wort gemeldet. - Bitte, Sie sind am Wort.

 

14.11.14

GRin Angela Schütz, MA (FPÖ)|: Frau Vorsitzende, werte Kollegen, liebe Zuhörer vor den Bildschirmen!

 

Ein bisschen ein Lachen kann ich mir nicht verkneifen. Ich habe das Gefühl, auch Mars und Venus können nicht zusammenkommen und nicht zusammenfinden. Wir werden das auch nicht.

 

Ich habe aber schon das Gefühl, dass wir in unterschiedlichen Ausschüssen gesessen sind, als es um das Thema der Sachkreditgenehmigung von 2,75 Millionen EUR gegangen ist, um die es jetzt bei diesem Poststück geht. Da waren Vertreter des AMS und auch andere anwesend, die uns schon andere Zahlen genannt haben, die Sie hier offensichtlich nicht wahrhaben wollen. Faktum ist: Ihre Integrationsmaßnahmen sind gänzlich gescheitert. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Es geht also um 2,75 Millionen EUR für das Jugendcollege und das College 25+. Im März 2024 wurden mit einem Gemeinderatsbeschluss 23,1 Millionen EUR für diese beiden genehmigt. Es hat dann auch eine sehr lange Zeit gedauert, bis es offensichtlich zu einer Vergabe kam.

 

Ziel war eben die Bekämpfung - dieses College nennt sich ja auch so - von Armut und die Förderung der aktiven Inklusion. Jetzt haben wir das Jugendcollege - das haben wir schon gehört - für 18- bis 25-Jährige. Das ist eine Institution, die es ja auch schon vorher gegeben hat. Sie ist aber halt auf 4 000 Plätze pro Jahr aufgestockt worden und bezieht sich mit der MA 40 jetzt halt schwerpunktmäßig auf junge Asylsuchende und subsidiär Schutzberechtigte, die die Mindestsicherung beziehen.

 

Neu dazugekommen ist das College 25+, also ab 25 Jahren, mit 1 000 Plätzen für erwachsene Geflüchtete. Das hat im September 2024 gestartet und sollte eigentlich Bildung, Beratung und Begleitung bei der Arbeitsvermittlung kombinieren. So weit, so gut. Der Fokus der beiden sollte auf Sprachkursen - Deutsch - sowie auf der Basisbildung in Mathematik und digitaler Kompetenz liegen, um die Menschen fit für den Arbeitsmarkt zu machen - und zwar für unseren Wiener Arbeitsmarkt - und sie besonders in Mangelberufe wie Pflege, Gesundheit und die sogenannten Green Deals zu bekommen.

 

Jetzt muss ich ehrlich sagen, ich bezweifle, dass wir Menschen, die laut Angaben des AMS im Ausschuss eine durchschnittliche Verweildauer von 6,5 Monaten in diesen Institutionen haben - das ist die durchschnittliche Verweildauer für das College 25+ und das Jugendcollege -, in Mangelberufe wie Pflege und Gesundheit bekommen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man da eine hochwertige Ausbildung für unsere zu pflegenden Senioren sowie für die Gesundheit bekommen kann. (Zwischenruf von GRin Mag. Stefanie Vasold.) - Ja, so steht es aber im Internet, dass das das Ziel ist. (GRin Mag. Stefanie Vasold: Ich weiß nicht, welches Internet Sie lesen, aber …!) So steht es als Werbung für das College 25+ drinnen. Dafür geben Sie Geld aus.

 

Das weitere Ziel soll die Armutsbekämpfung über Qualifizierung und einen raschen Berufseinstieg sein. Das ist ein Widerspruch an sich. Denn entweder will man eine Qualifizierung haben - bei 6,5 Monaten durchschnittlich werden hochqualifizierte Maßnahmen schwer möglich sein -, oder man will einen raschen Berufseinstieg haben. Der ist aber mit einer Ausbildung von durchschnittlich 6,5 Monaten sicher nur mit Niedrigjobs zu garantieren.

 

Gut, von den 23,1 Millionen EUR haben wir gehört - ein Plus von 2,75 Millionen EUR. Damit sind wir bei 26 Millionen EUR. Versprochen wurde uns für das Frühjahr eine Evaluierung dieser beiden Colleges. Na, die ist bis heute nicht auf dem Tisch. Im Ausschuss haben wir gehört: Na ja, die ist eh in Arbeit. Die kommt irgendwann einmal im Sommer. Schauen wir einmal, ob sie kommt, wenn sie überhaupt kommt! (Zwischenruf von GRin Yvonne Rychly.)

 

Das ist aber typisch für Wien. Da werden halt immer Sachen versprochen, die dann de facto nie kommen. Schuld sind immer die anderen, aber nicht diejenigen, die dafür verantwortlich sind.

 

Warum haben wir jetzt die Erhöhung? - Na ja, weil sich das AMS verkalkuliert hat. Es hat nämlich die Ausschreibung auf Basis der Vorgängerorganisationen ohne die MA 40 gemacht, die es schon gegeben hat. Da hat es sich finanziell - wie sagt man? - ein bisschen zu optimistisch verschätzt. Dann hat halt auch die Inflation ihre Schuldigkeit getan. Zumindest ist die Schuld auf sie geschoben worden. Also braucht man noch Geld.

 

Wer organisiert nun einmal diese Projekte? - Wir haben bis jetzt nur gehört, dass es 26 Millionen EUR von der Stadt Wien gibt, die sie finanziert. Jetzt ist aber die Stadt Wien nicht die Einzige, die sie finanziert.

 

Die Kollegin hat gemeint, im Ausschuss ist von 7 EUR pro Teilnehmer und Stunde geredet worden. Dabei bleibt es aber nicht. Das ist ja nur das Geld von der Stadt Wien. Bis zu einem gewissen Grad sind aber auch das AMS und der Fonds Soziales Wien beteiligt, der übrigens auch Gelder von der Stadt Wien bekommt. (Zwischenruf von GRin Mag. Stefanie Vasold.) Das heißt, indirekt zahlt die Stadt Wien ja mehr als einmal. Dann sind in der Organisation auch noch die Volkshochschulen, die Volkshilfe und die Caritas beteiligt. Wir haben also viele Partnerorganisationen.

 

Wenn man sich das Schild des Colleges 25+ anschaut - mein Kollege hat es netterweise fotografiert und mir geschickt -, dann gibt es dort ja noch zwei weitere Finanziers, nämlich den waff, der von der Stadt Wien ja

 

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