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Gemeinderat, 15. Sitzung vom 16.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 51 von 112

 

Der nächste Antrag der GRÜNEN ist ein Beschlussantrag zur Ludwig Boltzmann Gesellschaft. Wer diesem Antrag zustimmen kann, den ersuche ich um ein Zeichen mit der Hand. - Ich sehe die Zustimmung der ÖVP, der FPÖ und der GRÜNEN. Damit ist dieser Antrag in der Minderheit und abgelehnt.

 

14.03.03Es gelangt nunmehr die Postnummer 35 der Tagesordnung zur Verhandlung. Sie betrifft eine Sachkreditgenehmigung für das Vorhaben "College 25+ und Jugendcollege Wien - Bekämpfung von Armut und Förderung der aktiven Inklusion". Ich ersuche die Berichterstatterin, GRin Mautz, die Verhandlungen einzuleiten. - Bitte.

 

14.03.25

Berichterstatterin GRin Mag. Andrea Mautz: Ich ersuche um Zustimmung.

 

Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Ich eröffne die Debatte. Zu Wort gemeldet ist GRin Bernecker-Thiel. - Sie sind am Wort, bitte.

 

14.03.40

GRin Dr. Arabel Bernecker-Thiel (NEOS)|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende, liebe Kolleginnen und Kollegen! Keine Besucher, ein Besucher, zwei Besucher auf der Galerie.

 

Wie baue ich jungen motivierten Jugendlichen und Erwachsenen eine Brücke in die Arbeitswelt, wenn die Qualifikationen fehlen und es an Deutschkenntnissen, an Zeugnissen und an Ausbildungen fehlt?

 

Das ist eine schwierige Frage, aber Wien hat eine Antwort gefunden. Diese Antwort liegt beim Jugendcollege und beim College 25+. Das ist ein Konzept, das es seit September 2024 gibt und von der Stadt Wien, also von der MA 40 gemeinsam mit dem AMS Wien, geschaffen wurde. Das Ziel ist es dabei, junge Wienerinnen und Wiener nachhaltig in die Erwerbstätigkeit zu bringen - hinaus aus der Sozialhilfe und hin zur Eigenständigkeit.

 

Das ist nicht alles, worum es geht. Es geht natürlich auch um ein weiteres Element der gelebten Integration, die gerade für die Zielgruppe dieses Colleges sehr wichtig ist, weil es dabei um junge Leute geht, die eine Asylberechtigung oder subsidiären Schutz haben und Unterstützung brauchen, um Fuß zu fassen. Es geht also auch - ich habe es schon gesagt - um gelebte Integration und auch darum, Menschen das Gefühl und das Erlebnis zu geben, ein wichtiger Teil unserer Gesellschaft zu sein. (Beifall bei den NEOS.)

 

Wie unterscheiden sich diese Colleges von der bisherigen Strategie? - Bis jetzt gab es ein zweistufiges Integrationsmodell. Das waren zum einen die Werte- und Deutschkurse des ÖIF und danach erst die Ausbildungsinitiativen des AMS. Das hat nicht immer gut funktioniert. Da kam es zu Verschiebungen und zu Wartezeiten. Die Kurse waren oft nicht gut aufeinander abgestimmt. Das hat zu relativ vielen Kursabbrüchen geführt.

 

Das soll mit diesen neuen Colleges jetzt behoben werden, oder es ist seit fast eineinhalb Jahren bereits behoben worden. Dabei werden jetzt also Deutschkurse, Bildungsangebote und Arbeitspraxis miteinander verschränkt, weil sie aufeinander abgestimmt sind und überlappend stattfinden.

 

Worum geht es konkret? Von welcher Art der Ausbildung reden wir eigentlich? - Das eine betrifft den Erwerb von Pflichtschulabschlüssen, weiterführende Ausbildungen und die Unterstützung, einen Arbeitsplatz oder einen Ausbildungsplatz zu finden. Der Bereich Sprache bleibt wichtig. Da geht es um Deutsch. Es geht aber auch um Alphabetisierungskurse und Wertekurse - auch die gehören dazu -, um Basisbildung in Mathematik, um digitale Kompetenzen und um Englisch.

 

Es gibt aber auch - und das ist ganz spannend, finde ich - eine praktische Hilfestellung. Die Jugendlichen bekommen also zum Beispiel ganz konkrete Unterstützung, um einen Lehrplatz zu finden. Sie bekommen Informationen und Finanzbildung, eine Schuldnerberatung, falls das nötig ist, und auch eine sozialpädagogische Betreuung, um zum Beispiel zu verhindern, dass Leute auf Grund von persönlichen Schwierigkeiten abbrechen. Das geht also ganz deutlich über das hinaus, was von einem Bildungsangebot normalerweise geleistet wird.

 

Dieses Projekt wird von der Wirtschaftsuniversität Wien begleitet und laufend evaluiert. Im Sommer ist es dann so weit, dass valide Zahlen veröffentlicht werden. Ich glaube aber, ich spoilere nicht, wenn ich sage, dass es schon bis jetzt sehr erfolgreich war, und ein paar Zahlen nenne.

 

Was wir bis jetzt sehen, ist, dass die Motivation der Teilnehmer überdurchschnittlich hoch ist und es auch eine tatsächliche Teilnahmebereitschaft gibt. Das schlägt sich in Anwesenheitszahlen nieder. Die Zahl der Abschlüsse ist sehr hoch. Wir haben seit Herbst ungefähr 6 000 Jugendliche und junge Erwachsene im Jugendcollege und am College 25+ als Teilnehmer gehabt. Das ist viel. (Beifall bei den NEOS.)

 

96 Prozent der Teilnehmer - wirklich fast 100 Prozent -, die für eine Deutschprüfung angemeldet waren, sind auch tatsächlich angetreten. Das ist enorm, wenn man es mit früheren Zahlen vergleicht. 58 Prozent haben diese Prüfung auch bestanden. Wenn es um die Pflichtabschlussprüfung geht, sind 97 der angemeldeten Menschen angetreten, und 87 Prozent - also eine ganz enorme Zahl - haben sie auch bestanden.

 

Über dieses Collegetraining hinausgehend haben 31 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mittlerweile eine Beschäftigung aufgenommen. Weitere 21 Prozent sind in weiterführende Qualifizierungsmaßnahmen übergetreten, also mehr als 50 Prozent - ein ordentlicher Erfolg. (Beifall bei den NEOS.)

 

Fazit: Die bisherigen Zahlen zeigen, dass dieses College ein wichtiger Baustein sein kann, wenn es darum geht, junge Erwachsene in ein selbstständiges Erwerbsleben überzuführen. Ich glaube, wir haben die Effektivität der Colleges hinreichend nachgewiesen.

 

Die Frage bleibt: Sind sie auch effizient? - Auch diese Frage kann man mit einem klaren Ja beantworten. Wenn man sich die Kosten ausrechnet, kommt man darauf, dass die durchschnittlichen Kosten pro TeilnehmerIn bei nicht mehr als 7 EUR pro Stunde liegen. Auch das ist enorm.

 

Ich habe diese Rede jetzt mit dem Bild einer Brücke begonnen. Ich möchte auch mit einem Brückenschlag enden - und zwar möchte ich mich auf die Aktuelle Stunde heute beziehen. Da hat die FPÖ behauptet, dass es

 

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