Gemeinderat, 15. Sitzung vom 16.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 17 von 112
täten, Fachhochschulen und Grundlagenforschung im Jahr 2026 mit rund 6,76 Milliarden EUR das höchste jemals verzeichnete Budget erreichen konnten, alleine die Universitäten erhalten demnach mehr als 5,32 Milliarden EUR. In Relation zum BIP zählt Österreich damit zu jenen Ländern mit einem der höchsten Universitätsbudgets in der gesamten Europäischen Union.
Auch in den Jahren 2027 und 2028 bleibt das Universitätsbudget mit 5,19 Milliarden EUR beziehungsweise 5,16 Milliarden EUR auf hohem Niveau. Zusätzlich werden jährlich 150 Millionen EUR über den Österreichischen Wissenschaftsfonds kompetitiv für universitäre Grundlagenforschung vergeben, damit wird das Rekordniveau des Jahres 2026 nominell abgesichert. Das ist ein wichtiges Signal, es zeigt, dass auch auf Bundesebene anerkannt wird, dass Investitionen in Universitäten, Fachhochschulen und Grundlagenforschung Investitionen in die Zukunftsfähigkeit Österreich sind. Für Wien ist das von besonderer Bedeutung, weil unsere Stadt als Wissenschafts-, Gesundheits-, Bildungs- und Innovationsstandort in hohem Maß von leistungsfähigen Hochschulen und Forschungseinrichtungen profitiert. Die Finanzierung der Universitäten, die Sicherung der Studienbedingungen und die Ausstattung zentraler nationaler Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen liegen in der Verantwortung des Bundes. Was Wien tun kann und was wir konsequent umsetzen, ist, den Wissenschafts-, Forschungs- und Innovationsstandort im eigenen Wirkungsbereich zu stärken und Impulse zu setzen. Dort, wo städtische Wissenschaftspolitik den größten Hebel hat, setzen wir an - durch gezielte Forschungsförderung, den Ausbau moderner Wissenschaftsinfrastruktur, die Unterstützung zentraler Forschungseinrichtungen, Kooperationen mit Universitäten und Fachhochschulen sowie durch Investitionen in Zukunftsfelder wie Life Sciences, Digitaler Humanismus, Quantentechnologie, Klimaforschung, Wissenschaftsvermittlung und demokratische Resilienz. Damit ergänzt Wien den Hochschulbereich nicht nur punktuell, sondern setzt eigene strategische Impulse für Forschung, Talente, Innovation, gesellschaftlichen Fortschritt und wirtschaftliche Stärke.
Insofern kann ich Ihnen den folgenden Überblick zu den Projekten für den Wissenschafts- und Technologiestandort geben: Ein zentrales Instrument der Stadt Wien ist der Wiener Wissenschafts-, Forschungs- und Technologiefonds, der mit knapp 11,7 Millionen EUR pro Jahr unterstützt wird. Er fördert exzellente Forschung in Feldern, die für Wien strategisch entscheidend sind: Life Sciences, Prädiktionsmedizin, Künstliche Intelligenz, Cybersecurity, Digitaler Humanismus, Umwelt- und Klimaforschung, Smart City sowie Sozialwissenschaften mit Blick auf Resilienz und Krisen. Der WWTF arbeitet nach höchsten internationalen Qualitätsstandards und mit unabhängigen internationalen Jurys. Die Wirkungsevaluierung 2025 des WWTF zeigt, dass dieser ein außergewöhnlich gutes Verhältnis von eingesetzten Mitteln und wissenschaftlicher Wirkung erzielt. Gleichzeitig entstehen Kooperationen mit der Industrie, Patente, Lizenzen und Spin-offs. Das ist genau jene Verbindung aus wissenschaftlicher Exzellenz und gesellschaftlicher Relevanz, die eine moderne Wissenschaftsstadt braucht.
Eine weitere Wiener Erfolgsgeschichte ist der Complexity Science Hub. Die Stadt Wien hat dessen Etablierung von Beginn an wesentlich unterstützt und damit geholfen, ein Zentrum aufzubauen, das sich mittlerweile zu Europas führendem Forschungszentrum für Komplexitätswissenschaften entwickelt hat und international sichtbar ist. Die Stadt Wien stellt mit jährlich 550 000 EUR eine zentrale Basisförderung bereit. Am CSH wird mit datengetriebenen Methoden und Fragen gearbeitet, die für die Gegenwart zentral sind: Gesundheit, Wirtschaft, Lieferketten, Klima, Migration, soziale Dynamiken, Verwaltung und Cyberkriminalität.
Ein drittes starkes Feld ist der Life-Sciences-Standort Wien. Das Vienna BioCenter ist heute einer der führenden Life Sciences Hubs Europas und eine der großen wissenschaftspolitischen Erfolgsgeschichten Wiens. Die Stadt hat diesen Standort nicht nur begleitet, sondern durch die Förderung der Vienna BioCenter Core Facilities mit rund 40 Millionen EUR im Zeitraum 2010 bis 2030 aktiv mitaufgebaut. Mit dem neuen Life Science Center Vienna setzen wir diesen Weg konsequent fort. Rund 170 Millionen EUR fließen in hochmoderne Labor- und Forschungsinfrastruktur in Neu Marx. Mit AITHYRA kommt zusätzlich eine private Spitzeninvestition von 150 Millionen EUR über zwölf Jahre nach Wien. Das Institut wird im Life Science Center rund 7 000 Quadratmeter nutzen und KI mit Biomedizin verbinden. Damit stärken wir einen Standort mit tausenden Beschäftigten, hunderten Forschungsgruppen und international sichtbarer Exzellenz.
Mit dem Quantum Technology Center Vienna setzen wir eine klare Zukunftsmarke für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Wien. In Neu Marx, direkt neben dem Life Science Center Vienna, entsteht bis 2033 ein neues Zentrum, dass Forschungseinrichtungen, Start-ups, Technologieunternehmen und industrielle Partner an einem Ort zusammenführt. Geplant sind rund 15 600 Quadratmeter moderner Büro-, Labor- und Innovationsflächen für eine der entscheidenden Schlüsseltechnologien der kommenden Jahrzehnte. Gerade 100 Jahre nach der Schrödinger-Gleichung ist das auch ein starkes Signal. Wien knüpft an seine wissenschaftliche Tradition und übersetzt sie in Zukunft, Wertschöpfung und Arbeitsplätze.
Seit Ende 2025 existiert auch das neue Ludwig Boltzmann Institute for Science Outreach and Pandemic Preparedness, bei dem die Stadt Wien als zentrale Partnerorganisation fungiert und jährlich 300 000 EUR Finanzierung bereitstellt. Unter der Leitung von Florian Kramer, der im Rahmen dieser Aufgabe zurück nach Wien geholt werden konnte, verbindet dieses Institut Spitzenforschung, Pandemievorsorge und Wissenschaftsvermittlung.
Auch das "Institut für die Wissenschaften vom Menschen", welches die Stadt Wien jährlich mit rund 750 000 EUR fördert, ist ein wichtiger Bestandteil des Wiener Wissenschaftsstandortes. Das IWM steht seit Jahrzehnten für exzellente geistes- und sozialwissen
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