Gemeinderat, 15. Sitzung vom 16.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 16 von 112
und das gehört allemal … (StR Stefan Berger: Alle, das geht gar nicht mit Millionen Euro!) - Nicht alle, denn Oper kostet etwas, die Art der Aufführung kostet was und Kooperationen mit der Freien Szene kosten etwas. Auch hier werde ich nicht von diesem Punkt aus Empfehlungen ausgeben. Aber auch hier werden meine Beamten mit der Geschäftsführung schauen, was ist möglich an solidarischem Beitrag, was sind schon längst eingegangene Verpflichtungen gerade im Opernbereich. Die Wiener Festwochen machen ja auch große Theater- und Opernproduktionen, da muss man über Jahre hinweg ein verlässlicher Partner sein. Wenn man mit der Hamburger Oper etwas plant, da werden wir natürlich nicht zu einem Rechtsbruch aufrufen, sondern schauen, wie wir da gemeinsam durch die Zeit kommen.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 4. Zusatzfrage kommt von der SPÖ. - Frau GRin Däger-Gregori, bitte.
GRin Luise Däger-Gregori, MSc (SPÖ): Guten Morgen, Frau Stadträtin, danke für die bisherigen ausführlichen Beantwortungen. Meine Frage zielt darauf ab: Wir feiern ja heuer 75 Jahre Bestehen der Wiener Festwochen. Wie wird das Festival vom Publikum angenommen, und welche Trends sind hier erkennbar?
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin, bitte.
Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler: Ich danke für die Frage. Es ist interessant, jeder Intendant und jede Intendanz - wir wollen Frauen zukünftig ja auch bitte auf keinen Fall ausschließen - prägt die Epoche oder die Zeit, in der man Verantwortung trägt. Unter Milo Rau haben wir Folgendes klar feststellen können: Die Wiener Festwochen sind wieder in aller Munde, sie sind im Gespräch, sie sind auf lokaler Ebene im Gespräch, sie sind international im Gespräch. Es gibt bis jetzt keine Edition, die nicht in "Le Monde", im "Guardian" oder in der "New York Times" besprochen wurde. Das ist allemal unglaublich und zeigt, dass die Wiener Festwochen in der europäischen Gesamtlandschaft von Festivals einfach ein Leuchtturm sind, der Aufmerksamkeit erregt. Mit welchen Mitteln, darüber streiten sich eh alle, das ist klar, und auch die Medien reagieren darauf, es ist auch medial ein Thema. Wie Sie wissen, ich war ja um das Jahr 2000 - um 1997, also in dieser Zeit, ist schon lange her - mehrere Jahre Teil des Dramaturgie-Teams. Wir haben damals den Container gehabt, der wirklich ein zukunftsvisionäres Projekt war. Da waren die Festwochen auch stark, weil sie beides geboten haben. Sie haben einfach unterschiedliche Performances aus dem Bereich der internationalen Performance-, Opern- oder Tanzlandschaft, damals Keersmaeker und Co., geliefert und dann aber eben auch solche Aufreger in der Gesellschaft. Und die Festwochen haben jetzt unter Milo Rau auch einen starken Blick auf das, was weltweit wundliegt, auf Problemzonen dieser Erde, ob es jetzt die Lage im Amazonas ist, ob das im Nahen Osten ist. Also er interessiert sich für die Welt und holt auch die Welt künstlerisch auf die Bühne. Das ist ein interessanter Move und das ist schon auch etwas, was ich sehr achte und auch schätze, und was natürlich auch immer mit Diskussionen einhergeht, gar keine Frage.
Wir haben eindeutig mit dieser Programmatik unter Milo Rau das Publikum stark verjüngt. Die Auslastung ist gestiegen, und es gibt ein sehr junges Publikum bei den Festwochen, die sehr lange Zeit als das Hochkultur-Festival gesehen wurden, das halt eher eine mittelalterliche Schicht besucht. Das ist auf jeden Fall nicht vorhanden. Und das ist auch ein gutes Zeichen, weil sie sozusagen auch die Festwochen weiter in die Zukunft tragen.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank. - Damit ist die 4. Anfrage beantwortet.
Die 5. Anfrage wurde von Frau GRin Mag. Malle gestellt und ist an den Herrn Bürgermeister gerichtet. (Sie haben als Bürgermeister die angekündigten Kürzungen der Bundesregierung bei den Universitäten öffentlich kritisiert und davor gewarnt, da diese auch Wien direkt betreffen. "Wer bei Unis kürzt, spart bei Ärzten und Lehrern von morgen", so Ihre Worte. Vor diesem Hintergrund nun meine Frage: Welche konkreten budgetären Maßnahmen im Zuständigkeits- und Wirkungsbereich der Stadt Wien setzen Sie, um sicherzustellen, dass der Wissenschaftsstandort Wien keinen Schaden nimmt?)
In dieser Anfrage geht es um die Sicherung des Wissenschaftsstandortes Wien. - Guten Morgen, Herr Bürgermeister, und bitte um Beantwortung.
Bgm Dr. Michael Ludwig: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, werte Gemeinderätinnen und Gemeinderäte!
Wien ist die größte Universitäts- und Wissenschaftsstadt im deutschsprachigen Raum. Unsere Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen sind Orte der Ausbildung, der Forschung, der Innovation und des gesellschaftlichen Fortschrittes. Sie bilden Ärzte, Lehrkräfte, Forscher, Unternehmerinnen und Unternehmer aus sowie viele weitere jener Menschen, die in den kommenden Jahren unsere Stadt und die Bevölkerung prägen werden. Deshalb sage ich ganz klar: Wissenschaft ist keine Ausgabe von gestern, sondern eine Investition in die Zukunft. Und gerade Wien wäre von Einsparungen im Universitäts- und Forschungsbereich besonders betroffen gewesen. Denn der Wissenschaftsstandort Wien ist nicht nur für die Ausbildung junger Menschen zentral, sondern auch ein wesentlicher Motor für Wertschöpfung, Beschäftigung, Innovation und internationale Wettbewerbsfähigkeit. Forschung und tertiäre Bildung sind daher keine budgetpolitischen Nice-to-have, sondern zentrale Infrastruktur für die Zukunft unserer Stadt und unseres Landes. Aus diesem Grund habe ich deutlich darauf hingewiesen, dass die Stärke des österreichischen Universitäts-, Wissenschafts- und Universitätsstandortes gewahrt werden muss und Konsolidierungsmaßnahmen in diesem Bereich mit besonderer Vorsicht zu beurteilen sind. Einsparungen bei Wissenschaft und Bildung mögen kurzfristig budgetär attraktiv erscheinen, verursachen aber langfristig hohe gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgekosten. Vor diesem Hintergrund ist positiv festzuhalten, dass diese Einschätzung auch in der Budgetrede des Bundesfinanzministers Dr. Markus Marterbauer aufgegriffen wurde. Der Finanzminister hat ausgeführt, dass Universi
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