Gemeinderat, 15. Sitzung vom 16.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 15 von 112
auf jeden Fall da. Es gibt natürlich die freien Medien, die auch ihr Echo haben, aber für mich ist entscheidend, dass es ein Publikum gibt und dass man auch sehen kann, dass sich dieses Publikum sehr vielfältig aus unterschiedlichen Generationen zusammensetzt.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 2. Zusatzfrage kommt von den GRÜNEN. - Frau GRin Mag. Berner, bitte.
GRin Mag. Ursula Berner, MA (GRÜNE): Ein zweites Mal guten Morgen heute! Danke, dass Sie hier jetzt ausführen konnten, dass Milo Rau seine Regiearbeit offensichtlich als Teil seiner Arbeit sieht und nicht zusätzlich honoriert haben will. Ich finde das gut, das fordern wir auch immer wieder für andere Theaterdirektoren. Tatsächlich würde ich mich freuen, wenn wir es schaffen würden, in Zukunft im Ausschuss für alle Vereine beziehungsweise Institutionen, die mehr als 1 Millionen EUR bekommen, auch detaillierte Berichte zu haben. Wir haben das im Moment nicht in den Details. Wir haben keine genauen Finanzberichte, immer wieder, wenn wir Nachfragen stellen, wird das nicht so genau ausgeführt. Das war heute eine Ausnahme. Ich freue mich sehr, dass Sie in die Richtung gegangen sind. Wir haben dazu schon Fragen gestellt, denn im Sinne einer transparenten Kulturförderung wäre es sinnvoll, dass im Ausschuss auch Ausgaben und in welche Richtung, die gegangen sind, vorgelegt werden.
Aber im Zusammenhang mit den Festwochen möchte ich eigentlich etwas anderes fragen, denn das ist ja eine Festwochenfrage. Wir haben einen erhöhten Sparzwang, das haben Sie selbst gesagt, ich gehe davon aus, dass das auch die Festwochen spüren werden, und ich frage mich, ob in diesem Zusammenhang mehr Arbeit mit lokalen Playern geplant ist, sodass vielleicht die einen oder anderen durch die Kooperation auch besser mit den vorhandenen Finanzen umgehen können.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin, bitte.
Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler: Danke für diese Frage. Das berührt eigentlich ein paar grundsätzliche Haltungen, wo ich sage, in welcher Rolle bin ich und in welcher Rolle sind Sie als beschließendes Gremium im Kulturausschuss. Die Politik, und das ist meine tiefste Überzeugung, muss die Autonomie der Kulturschaffenden und KulturarbeiterInnen wahren. Das heißt, sie sind autonom in ihren Entscheidungen programmatischer Natur und da hat Politik, so sehr sie auch manchmal Interesse haben könnte, einfach nichts verloren. Wir müssen die Autonomie der Freien Szene, der unterschiedlichen Fördernehmer wahren, und wir müssen schauen und trachten, dass wir ihnen durch unsere Förderungen ihre Arbeit ermöglichen.
Und dann gibt es Berichte. Erstens einmal kann man sich selbst immer Kenntnis verschaffen. Sie tun es ja eh, Gott sei Dank, und ich bin bereits sehr erfreut, dass ich auch die Frau Edelmann jetzt immer wieder in Kulturveranstaltungen sehe. Also, Sie gehen hin und machen sich selbst ein Bild. Das ist die eine Sache. Und Sie können jederzeit auch mit den GeschäftsführerInnen in Kontakt treten und sagen, gehen wir auf einen Kaffee, erzählen Sie mir etwas. Es ist die Frage, wo und in welchem Gremium hat das auch zu erfolgen. Und es gibt natürlich den Kulturbericht, den wir immer vorlegen, wo alles auch ganz klar aufgelistet ist. Aber ich sage nur, Hände weg von programmatischen Empfehlungen. Vor allem diese Festwochen werden ja teilweise auch angegriffen, weil sie sich so viel mit der Freien Szene in Verbindung gesetzt haben. Das war, wie Sie wissen, auch bei Luc Bondy der Fall, der übrigens auch für jede Regiearbeit immer entlohnt wurde. Das waren andere Zeiten, da gab es noch sozusagen eine dicke Schicht hin zur Freien Szene. Das waren Welten, und die sind längst aufgebrochen. Und viele wie Rimini Protokoll, Florentina Holzinger und so weiter sind aus der Freien Szene entwachsen und jetzt bei der Volksbühne oder in großen Theatern gelandet. Diese Fluktuation gibt es Gott sei Dank mittlerweile sehr stark. Und ich glaube, dass die Festwochen in ihrer Bandbreite genau das abbilden. Auch mit den Festwochen wird natürlich gesprochen werden, ob und wo es Rücklagen gibt. Aber das ist eine Frage, die die Institutionen selbst bewerten müssen und wo wir das im Dialog entscheiden müssen und ihnen sicher nicht hier und nicht über die Medien was ausrichten lassen.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 3. Zusatzfrage kommt von der FPÖ. - GR Brucker, bitte.
GR Lukas Brucker, MA (FPÖ): Einmal mehr guten Morgen, sehr geehrte Frau Stadträtin und liebe Kolleginnen und Kollegen!
Die Festwochen haben ja heuer auch für sehr viele negative Resonanz gesorgt. Wir hatten diesen selbsternannten Wunderheiler, der minutenlang ins Publikum gestarrt hat, schweigend, und auch im ORF übertragen wurde. Oder wir hatten natürlich auch diese unrühmliche Posse rund um die Ein- und Ausladung von Peter Thiel, wo dann Milo Rau von Ihnen zurückgepfiffen wurde, sich aber eigentlich nur selbst dargestellt und präsentiert hat. Daher meine Frage: Halten Sie diese wirklich immens hohe Fördersumme von 13,6 Millionen EUR pro Jahr für gerechtfertigt oder werden Sie dafür sorgen, dass es im kommenden Jahr eine deutliche Kürzung gibt?
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin, bitte.
Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler: Dazu kann ich Ihnen nur eines sagen, Peter Thiel war offensichtlich sehr kostengünstig, ich glaube, der kann sich auch seine Tickets selber zahlen. Der Intendant wurde mitnichten von mir zurückgepfiffen. Ich habe lediglich in einem Interview (StR Stefan Berger: Wink mit dem Zaunpfahl!) Skepsis auf die Frage geäußert, was ich persönlich davon denke, und habe mich hinreißen lassen zu sagen, ich bin skeptisch. Ja, das bin ich nach wie vor, ob in einem zweistündigen Gespräch die aufklärerische Ambition auch wirklich zum Durchbruch kommt. Das war der einzige Punkt. Aber entschieden haben das Milo Rau, sein Team und seine DramaturgInnen selbst. Nummer eins.
Nummer zwei: Angeblich, wie ich gehört habe, hat auch Herr Brako oder Braco, keine Ahnung, den ich erstmals im Zuge dieser Eröffnung auf dem Bildschirm kennenlernen durfte, den Festwochen nichts gekostet
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