«  1  »

 

Gemeinderat, 15. Sitzung vom 16.06.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 12 von 112

 

badegewässern. In der Zwei-Millionen-Stadt kann man an den schönsten Plätzen gratis zum und ins Wasser. Darüber hinaus sind die Donauinsel oder die Alte Donau längst nicht nur Badeorte, sondern ein vielfältiger Raum für Freizeit, Sport und Begegnung. Durch welche gezielten Maßnahmen unterstützt die Stadt hier?)

 

In dieser Anfrage geht es um gezielte Maßnahmen zur Sicherung des öffentlichen Zuganges zu Naturbadewässern.

 

Guten Morgen, Frau Stadträtin. Bitte um Beantwortung.

 

Amtsf. StRin Mag. Ulli Sima: Schönen guten Morgen, Herr Vorsitzender, sehr geehrte Gemeinderäte und Gemeinderätinnen!

 

Ja, wir kennen die Situation sehr gut aus anderen Bundesländern, wo es oft schwierig bis unmöglich ist, ohne Bezahlung tatsächlich an freie Uferflächen heranzukommen. Und wenn es diese freien Uferflächen gibt, dann ist es noch einmal eine zweite Hürde, von diesen freien Uferflächen tatsächlich ins Wasser zu kommen. Wien geht in dieser Hinsicht bewusst einen anderen Weg. Wir haben 63 Kilometer frei zugänglicher Uferzonen geschaffen, und Jahr für Jahr öffnen wir weiterhin und attraktiveren wir Uferflächen und schaffen damit Raum für Erholung, Sport und Begegnung.

 

Ich möchte das jetzt ein bisschen mit Ihnen durchgehen und in Erinnerung rufen, was wir in den letzten Jahrzehnten - wie man eigentlich jetzt schon sagen muss - in diesem Bereich gemacht haben.

 

Beginnen wir mit der Donauinsel. Die Donauinsel wird schon so stark als Freizeitbereich genutzt, dass viele Wienerinnen und Wiener gar nicht mehr wissen, dass sie ursprünglich eigentlich für den Hochwasserschutz gebaut worden ist. Deswegen gibt es jetzt gerade im Wien Museum eine ganz großartige Ausstellung zur Donauinsel. Diese ist, glaube ich, gerade für Politikerinnen und Politiker recht interessant, weil auch die Entstehungsgeschichte gut zusammengefasst wird und auch die politische Debatte darüber und das, was es davor dort gegeben hat, gezeigt wird. - Das ist jetzt aber quasi ein Nebenschauplatz, und wir kommen wieder zurück zu den Maßnahmen. Ich fand jedoch die Ausstellung wirklich sehr informativ und kann nur allen empfehlen, sich diese vor Ort anzuschauen.

 

Mit einer Uferfläche von über 40 Kilometern wurde die Donauinsel zum beliebtesten Erholungsgebiet. Wir ruhen uns aber nicht auf den Errungenschaften der 70er Jahre aus, sondern wir haben uns wirklich sehr intensiv bemüht, dieses Angebot noch zu verbessern. Der Copa Beach war, wie Sie sich erinnern werden, das Resultat einer Umgestaltung der heruntergekommenen früheren Copa Cagrana, die bereits in einem sehr schlechten Zustand war. Ich hatte dort einige Auseinandersetzungen mit dem Hauptpächter. 2019 ist es dann gelungen, die Neugestaltung abzuschließen.

 

Das Freizeitareal ist drei Hektar groß. Wir haben dort einen Skatepark, der nicht nur sehr attraktiv für junge Menschen zum Skaten ist, sondern womit auch der Angstraum unter der Brücke vor der U-Bahn-Station zu einem belebten Ort gemacht wurde, wo man jetzt problemlos auch in den Nachtstunden hinausgehen kann.

 

Wir schauen auch immer darauf, dass wir Angebote für unterschiedliche Zielgruppen schaffen. Wir haben den Arena Beach, wir haben die Piratbucht, wir haben den Familienbadestrand. Das sind jeweils Sandbereiche, wo man im Bereich der Neuen Donau sehr gut schwimmen gehen kann.

 

Der Pier 22 ist heuer abgeschlossen worden. Dieser liegt quasi gegenüber. Die alte Sunken City ist verschwunden, und auch hier gibt es 13 000 neugestaltete Quadratmeter. Wir haben die Zahl der Lokale, nämlich jener, wo man für das Konsumieren zahlen muss, auf drei reduziert, dadurch gibt es jetzt aber viel mehr Flächen, wo es Wasserzugänge gibt. Und das sind doch die attraktivsten Orte auf der Donauinsel, die wir haben, weil man sich gleich neben einer U-Bahn-Station befindet. Das heißt, man braucht von der U-Bahn-Station nicht mehr weit zu gehen, sondern kann wirklich sofort schwimmen gehen.

 

Daneben gibt es ein hochwertiges sportliches Angebot. Die Basketball-Community hat das Sportfeld schon für sich entdeckt. Außerdem gibt es ein Outdoor-Fitnesscenter. Wir haben insgesamt an der Neuen Donau über 54 Badeplattformen errichtet und erneuert und auch darauf geachtet, dass es wirklich gute Zugänge ins Wasser über Stiegen gibt, dass man nicht mehr über irgendwelche Steine hineinrobben muss, sondern dass man wirklich einen guten Zugang hat.

 

Auch bei der Alten Donau haben wir wirklich viel gemacht. Die Öffnung des ehemaligen Arbeiter- und Arbeiterinnenstrandbades an der Alten Donau war eine der größten Grünraumrückgaben an die Bevölkerung in den letzten Jahrzehnten. Es handelt sich um 23 000 Quadratmeter in tollster Lage direkt an der Alten Donau. Man hätte als Stadt viel Geld verdienen können, wenn man das Areal an einen Immobilienentwickler gegeben hätte. Wir haben das bewusst nicht gemacht. Dort sind wunderschöne alte Bäume, in deren Schatten man schwimmen gehen kann. Das Gebiet steht seit 2015 der Öffentlichkeit zur Verfügung und ist wirklich ein sehr, sehr schöner Ort.

 

Ein zweites großes Areal ist die Strombucht mit 6 000 Quadratmetern. Das ehemaligen Wienstrom-Bad ist seit 2016 für die Allgemeinheit geöffnet und liegt gleich neben dem Polizeibad. Es ist dies ein naturnaher Badestrand und auch eine konsumfreie Zone, wo man heiße Sommertage wirklich sehr schön erleben kann. Auch haben wir etliche neue Stege und Schwimmplattformen an der Alten Donau geschaffen, zum Beispiel den Kagraner Uferplatz, das ist gleich rechts neben der Brücke mit einigen Terrassen. An der Oberen Alten Donau wurden neue Badestege und Schwimmplattformen errichtet, die extrem gut angenommen werden. Und auch die Oktogone an der Unteren Alten Donau werden erneuert; wir sind da jetzt gerade wieder in einem Erneuerungsdurchgang.

 

An der Oberen Alten Donau haben wir einen Park mit noch einmal 28 000 Quadratmetern geschaffen und im Herbst 2025 eröffnet. Auf diesem Grundstück hätten wir

 

«  1  »

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular