Gemeinderat, 15. Sitzung vom 16.06.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 11 von 112
Peter Kraus auch ein wichtiger Protagonist und Darsteller ist - er ist nicht nur Stadtrat -, mit denen kooperiert.
Die Öffnung der Wiener Festwochen ist da, und es ist auch eine Verjüngung da. Ich meine aber, diesen Bereich muss man gut ausstatten. Wir konnten aber gerade dort, wo die Schultern sehr breit sind - das habe ich ja auch im Musikbereich, beim Konzerthaus, beim Musikverein, gezeigt -, auch kürzen. Warum? - Weil wir diesen Bereich in den Corona-Zeiten, als das Publikum wirklich massiv ausgefallen ist, sehr stark gefördert haben. Wir haben sie ermächtigt, und jetzt ist es an der Zeit, und es war auch möglich, im Dialog zu fragen: Wieviel können wir wieder zurückfahren, ohne dass euer Geschäft geschädigt wird? Und das wird ganz passgenau gemacht. Da gibt es in keine Richtung eine Gießkanne, weder nach oben noch nach unten, sondern wir achten wirklich mit einem Experten- und Expertinnenteam bei mir im Büro, aber auch in der MA 7, darauf, dass wir immer wieder Lösungen finden, die adäquat sind.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 3. Zusatzfrage kommt von den GRÜNEN. - Frau GR Mag. Berner bitte.
GRin Mag. Ursula Berner, MA (GRÜNE): Es freut mich sehr, dass wir heute alle gemeinsam für mehr Kulturförderung kämpfen. Gerade von der ÖVP und FPÖ bin ich eher gewohnt, dass es um mehr Kürzungen geht, und insbesondere in kritischer Kultur wollen sie normalerweise nicht so viel investieren.
Es ist aber super, dass Sie das machen. Danke dafür. Kürzungen dürfen nicht nur auf den Schultern der Freien Szene lasten, diesbezüglich sind wir uns hoffentlich einig. Sehr viele KulturarbeiterInnen sind heute hier. Danke, dass Sie sich all das anhören. Es ist ein Teil der Demokratie, dass wir alle wissen, worüber diskutiert wird und wie diskutiert wird. Und in den letzten Monaten haben auch viele aus dieser Szene bewiesen, dass sie verstehen, dass gespart werden muss, und dass sie auch solidarisch Kooperationen anbieten und miteinander auch darüber nachdenken, wie man das stemmen könnte.
Liebe Frau Stadträtinnen, jetzt lautet die Frage: Wie werden Sie die Freie Szene in das Sparprogramm einbinden? Wie können die Ideen und Vorschläge, die aus der Freien Szene kommen, in Ihre Sparvorschläge eingebunden werden, die irgendwann kommen werden?
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Frau Stadträtin, bitte.
Amtsf. StRin Mag. Veronica Kaup-Hasler: Danke, Frau Mag. Berner.
Ich glaube, wir beweisen das seit Jahren durch einen konsequenten Dialog. Es findet ein beständiger Dialog auf unterschiedlichen Ebenen statt, einmal in größeren und einmal in kleineren Gruppen. Ich habe zum Beispiel - das mussten wir allerdings auch finanzieren - den Versuch gemacht, mehr Kultur in den Flächenbezirken anzubieten, gerade im Bereich Kinder- und Jugendtheater, Performance und Tanz. Wir sagen: Moment! Es gibt so viele Förderungen in diesem Bereich, es werden so viele Gruppenprojekte gefördert, die oft nur fünfmal, sechsmal oder siebenmal spielen und dann wieder eingemottet werden. Dort hat man aber trotzdem die gesamte Vorbereitungszeit, die DarstellerInnen und das ganze Team arbeiten zusammen, und dann geht es meist nicht weiter. Leider nur selten gibt es Tourneen, etwa auch ins Ausland.
Dann hatten wir die Idee zu sagen: Die Kinder dieser Stadt brauchen in einer Stadt, die schnell wächst, vor allem in den großen Bezirken auch eine kulturelle Nahversorgung. Nützen wir doch aus, was wir hier haben! Schaffen wir dadurch eine längere Beschäftigung der in diesen Produktionen angestellten oder eingebundenen Menschen! Nutzen wir auch ökologische Ressourcen, denn es geht ja auch um Kostüme und so weiter! Bringen wir das in ein Touring-System! - Und das ist eben dieses vom Stephan Rabl geleitete Junge Theater Wien, das jetzt in Floridsdorf, Donaustadt, Liesing, Simmering und Favoriten ein Angebot geschaffen hat für Kinder von null bis sechs Jahren, von sechs bis zehn Jahren, von 10 bis 14 Jahren und von 14 bis 19 Jahren, wenn sie noch Kinder geblieben sind.
Das ist eine Möglichkeit, einer Szene zu helfen, sie in Beschäftigung zu lassen und ein weiteres Angebot zu entwickeln. Das halte ich für ein großartiges Modell. Ich gebe zu: Das kostet auch etwas. Wir geben 2 Millionen EUR dafür aus, damit das möglich ist. Wir schaffen damit aber eine große neue Initiative in den Bezirken.
Das sind Modelle, bei denen ich hinterfrage: Wo ist das Sparen? - Klar geben wir etwas aus, aber im Grunde schaffen wir damit etwas, was mir ein Bedürfnis ist, dass es eben Kultur nicht nur im innerstädtischen Bereich gibt. Das ist ein solches Modell.
In diesem Sinn gibt es unterschiedliche Modelle. Wir werden sicherlich darüber sprechen müssen, welche gemeinsamen Synergien möglich sind. Viele kleine Theater können sich das gar nicht leisten. Man könnte zum Beispiel auch Kulturvermittlerinnen in der Weise in eine Beschäftigung bringen, dass sie halt für mehrere Standorte etwas tun.
All diese Dinge müssen jetzt sukzessive entwickelt werden. Ich muss aber, wie gesagt, dieses Budget erst einmal final erstreiten. Es finden jetzt schon Gespräche statt, und es wir auch sondiert, welche Institutionen auf eine längerfristige Perspektive angewiesen sind. In manchen Fällen ist eine einjährige Förderung, wenn man bis dato keine längere hatte, in der jetzigen Situation besser, weil man im nächsten Jahr ja neu verhandeln kann. Bei anderen aber ist Sicherheit einfach eine ganz wichtige Komponente. Und wir werden uns das wirklich mit jedem und mit jeder genau anschauen.
Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank, Frau Stadträtin. - Damit ist die 2. Anfrage beantwortet.
Die 3. Anfrage (FSP-794754-2026-KSP/GM) wurde von Frau GRin Weninger gestellt und ist an die Frau Amtsführende Stadträtin der Geschäftsgruppe für Stadtentwicklung, Mobilität und Wiener Stadtwerke gerichtet. (Der Pier 22 an der Neuen Donau wurde kürzlich fertig gestellt. Während in anderen Bundesländern Wasserzugänge oftmals privatisiert werden, geht Wien den umgekehrten Weg, öffnet und attraktiviert Flächen an Natur
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