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Gemeinderat, 12. Sitzung vom 25.03.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 114 von 121

 

nämlich erst mit Ende Juni dieses Jahres. Das heißt, es ist völlig korrekt, dass diese Unterlagen zum Zeitpunkt der Antragstellung noch nicht vollständig vorhanden sind. Das heißt, da werden keine Verfahren gekürzt, es wird auch kein Verfahren umgangen, und es wird auch nach den geltenden Richtlinien gearbeitet.

 

Ein weiterer Punkt ist die Umstellung auf die Gesamtförderung, die du erwähnt hast. Auch da wird teilweise behauptet, dass dadurch die Kontrollen über die Fördermittel gelockert werden. Das Gegenteil ist richtig, die Summer City Camps sind mittlerweile ein dauerhaft etabliertes Angebot dieser Stadt. Deshalb erfolgte eben die Umstellung auf ein Lead-Subsystem mit einem verantwortlichen Leadträger, der für die Gesamtkoordination zuständig ist.

 

Und weil wir gerade bei dem Thema sind: Wir haben ja auch immer wieder gerade aus eurem Klub gehört, warum es eigentlich nur einen Träger dafür gibt. Ich habe mir jetzt noch einmal die Ausschreibung von vor drei Jahren angeschaut, es gab tatsächlich nur einen Bewerber, das heißt, wenn ihr jemanden habt, der das genauso gut machen kann wie Hi Jump, meldet euch gerne bei uns und ermutigt diese Vereine, sich das nächste Mal zu bewerben. (Beifall bei den NEOS.)

 

Was man auch tatsächlich klar sagen muss, ist, wir haben auch an den Preisen etwas ändern müssen. Wir haben von 60 auf 80 EUR pro Woche angehoben, und wir haben den Geschwisterrabatt abgeschafft, wie ihr euch wirklich vorstellen könnt … (Zwischenruf.) - So transparent sind wir dann doch nicht. Das ist uns nicht leichtgefallen. Wer macht das denn schon gern freiwillig? Wer schafft auch gerne Standorte oder Plätze ab? - Machen wir doch nicht gerne, um Gottes Himmels willen. Aber das ist eben die Entscheidung, die notwendig war, um die Qualität der Standorte weiter zu gewährleisten.

 

Weiters ist es ja so, dass diese städtischen Feriencamps preislich deutlich unter vergleichbaren privaten Angeboten liegen. Gleichzeitig bleibt sichergestellt, dass Kinder aus einkommensschwachen Familien weiterhin teilnehmen können. Das Ziel ist weiter klar: ein leistbares Angebot für alle und ein stabiles System, das langfristig funktioniert und die Qualität hochhält. Ein Projekt mit über 30 000 Betreuungsplätzen, mit Dutzenden Standorten, mit hohen pädagogischen Anforderungen, mit klaren Qualitätsstandards braucht Erfahrung, Struktur und Ressourcen. Deshalb sind wir besonders froh, dass Hi Jump nach wie vor diese Verantwortung übernimmt.

 

Ich würde ganz gerne an der Stelle schon auch noch etwas sagen, nämlich möchte ich auch einen politischen Vergleich ziehen. Es ist immer ganz spannend zu sehen, was in anderen Ländern in Österreich passiert. Wir sind mit den Summer City Camps schon relativ einmalig unterwegs. Wenn man sich anschaut, was in Oberösterreich oder Salzburg, in blau-schwarz geführten Ländern, sonst so passiert, muss man sagen, stehen wir doch tatsächlich relativ gut und großartig da, denn es handelt sich hierbei ja nur um die Summer City Camps. In Oberösterreich fehlen Kinderbetreuungsplätze, in Salzburg kürzen ÖVP und FPÖ gemeinsam bei der Kinderbetreuung. Gleichzeitig hat scheinbar das Land zwei Jahre lang 6 Millionen nicht abgerufen an Bundesförderung für die Kinderbetreuung. Die Streichung der Förderung der Kinderbusse lässt Eltern nun das Doppelte zahlen, dort werden also Mittel liegen gelassen, und dort wird gekürzt.

 

Man hat ja manchmal das Gefühl - und ich glaube das erhärtet sich leider immer mehr -, dass dort auch die Unvereinbarkeit von Beruf und Familie bewusst vorangetrieben wird. Wir wissen mittlerweile, dass Vorbilder wie Polen oder auch die USA Frauenrechte sukzessive zurückdrängen wollen. Das finde ich wahnsinnig schade. Wir in Wien machen das einfach besser. (Beifall bei den NEOS. - Zwischenruf.)

 

Weil es schon auch um das Familienbild geht. Immer sich hier herzustellen und zu sagen, wir reduzieren, wir reduzieren nur und machen nichts, das finde ich schon ein bisschen einen spannenden Spagat, wenn man selber in den anderen Ländern genau das gleiche macht. (Zwischenrufe.) - Leider Gottes, um Gottes Himmels willen, ich behaupte, wir würden es dort trotzdem besser machen. (Zwischenruf.) - Und das ist, glaube ich, relativ klar. (Beifall bei den NEOS.)

 

Eins ist aber auch klar: Wir tragen in Wien Verantwortung, da haben Sie völlig recht. Dann weiß man, dass, wenn zum Beispiel die schwarze Familienministerin erzählt, dass Familien mehr Spontanität brauchen, Familien alles andere als Spontanität brauchen. Familien brauchen Verlässlichkeit, verlässliche Kinderbetreuung, gerade im Sommer bei neun Wochen Ferien. (Zwischenruf.) - Man braucht auch kein Bauchgefühl, sondern Betreuungsplätze, damit die Sorgen im Alltag einfach weniger werden. (Anhaltende Zwischenrufe.) Dann weiß man, das Vereinbarkeit nicht nur durch schöne Worte entsteht, sondern durch konkrete, flächendeckende und qualitative Angebote. Solche Angebote sind die Summer City Camps. Wer also über Summer City Camps spricht, spricht über Vereinbarkeit von Familie und Beruf, über Bildungschancen und am Ende immer auch über soziale Gerechtigkeit. (Beifall bei den NEOS.)

 

Wer also will, dass Vereinbarkeit funktioniert, der sollte da unbedingt zustimmen. Wer will, dass Wien auch in Zukunft eine moderne, soziale und verantwortungsvolle Stadt bleibt, sollte diesem Poststück unbedingt zustimmen. - Vielen herzlichen Dank. (Beifall bei den NEOS.)

 

Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Als Nächste zu Wort gemeldet ist Frau Abg. Malle. - Bitte, Sie sind am Wort.

 

22.24.14

GRin Mag. Mag. Julia Malle (GRÜNE)|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe ZuschauerInnen. Es sind keine mehr da zu der späten Stunde!

 

Auch ich rede über die Summer City Camps. Ich glaube, das ist keine große Überraschung. Ich habe vorhin schon mit einigen KollegInnen darüber gesprochen und auch über unsere Kritik daran.

 

Kollege Burian, ich finde es schon ein relativ starkes Stück, dass Sie hier sagen, wir haben keine anderen Bewerber als Hi Jump, weil Sie das sagen, ohne dass es überhaupt eine öffentliche Ausschreibung gibt. Es ist ja völlig absurd. (Beifall bei den GRÜNEN. - Zwischenruf.)

 

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