Gemeinderat, 12. Sitzung vom 25.03.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 109 von 121
Das ist eine Prävention gegen Burn-out. Es ist aber auch eine Prävention dagegen, dass es womöglich zu Übergriffen oder falschen Handlungen kommt. Deshalb wollen wir im Sinne der gemeinsamen Prävention gegen Überforderung, Burn-out und weitere Folgen von Gewalt diese Einzelsupervisionen für SozialpädagogInnen gerne eingeführt haben.
Wir hoffen, Sie unterstützen diesen Antrag im Sinne der Arbeitszufriedenheit und Entlastung des sozialpädagogischen Personals der Kinder- und Jugendhilfe. - Herzlichen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN.)
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen, der Berichterstatter verzichtet auf das Schlusswort.
Wir kommen zur Abstimmung über die Postennummer 9. Wer zustimmen kann, den ersuche ich um ein Zeichen mit der Hand. - Ich sehe die Zustimmung der SPÖ, der NEOS, der GRÜNEN und der ÖVP. Damit ist das mehrstimmig angenommen.
Es liegt ein Antrag zur Einführung von regelmäßiger Einzelsupervision für MitarbeiterInnen in sozialpädagogischen Wohngruppen vor. Wer diesem Antrag zustimmen kann, den ersuche ich um ein Zeichen mit der Hand. - Ich sehe die Zustimmung der ÖVP, der FPÖ und der GRÜNEN. Damit bleibt dieser Antrag in der Minderheit und ist abgelehnt.
Es gelangt nunmehr die Postnummer 10 zur Verhandlung. Sie betrifft eine Förderung an das Erzbischöfliche Amt für Schule und Bildung sowie an das Evangelische Schulwerk A. B. Wien. Ich ersuche die Berichterstatterin, GRin Hanke, die Verhandlungen einzuleiten.
Berichterstatterin GRin Marina Hanke, BA: Ich ersuche um Zustimmung.
Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Ich eröffne die Debatte. Zu Wort gemeldet ist GRin Hungerländer. - Bitte, Sie sind am Wort.
GRin Mag. Caroline Hungerländer, MSc (ÖVP): Frau Vorsitzende, geschätzte Damen und Herren!
Ein Bildungsthema zu so einer späten Stunde - ich freue mich richtig darauf. Lassen Sie mich aber zuerst kurz zu dem Akt sprechen!
Dieser Bau- und Sachinvestitionskostenzuschuss ist eine Förderung, die wir natürlich begrüßen. Wir werden auch zustimmen. Wir finden es gut, dass nicht bei allen Schulinvestitionen gespart wird, sondern dass hier tatsächlich noch Investitionen getätigt werden, meine Damen und Herren. (Beifall bei der ÖVP.)
Sparen ist nämlich auch das Thema des Antrages, den ich heute mitgebracht habe. Es wird nämlich nicht nur bei Schulneubauten oder -erweiterungen gespart, meine Damen und Herren, sondern es wird offensichtlich auch bei der allernächsten Bildungsinfrastruktur gespart, nämlich bei den Büchereien.
Die Bücherei Donaustadt in der Bernoullistraße gibt es dort seit 50 Jahren. Sie ist in einem Gebäude am Schrödingerplatz, das jetzt abgerissen wird. In dieser Bücherei finden jedes Jahr um die 100 Veranstaltungen statt. Es werden pro Jahr etwa 40 000 Medien entlehnt. Die Besucherzahl ist deutlich höher. Man kann also durchaus sagen, es ist eine belebte Bücherei in dem Grätzel. Gleich daneben gibt es eine Schule. Es gibt dort sehr viele Gemeindebauten. Ich kenne den Ort dort sehr gut. Es betrifft also durchaus Menschen, die vielleicht nicht die Bildungsnächsten sind, die dort in diese Bücherei gehen. Ich sage das, weil der soziale Aspekt dieser Bücherei extrem wichtig ist.
Kurzum, dieses Zentrum wird jetzt abgerissen. Das ist notwendig. Das haben wir im Bezirk auch unterstützt. Es gibt ganz tolle Pläne für das neue Zentrum. Es kommt dort ein Jugendzentrum hinein. Es kommt ein Veranstaltungsraum hinein. Es kommt ein Pensionistenklub hinein.
Laut Plan, der uns von StRin Sima vorgestellt wurde und der eigentlich bis heute so auf der Website steht, kommt auch eine neue Bücherei hinein - und zwar nicht nur irgendeine, sondern eine helle, moderne und schöne Bücherei.
Es gab sogar einen Partizipationsprozess, an dem sich Bürgerinnen und Bürger beteiligen konnten: Was wünscht ihr euch für diese neue Bücherei? - Da haben zirka 200 Menschen mitgemacht und haben gesagt, sie hätten gerne längere und flexiblere Öffnungszeiten. Sie hätten gerne Sitzgelegenheiten. Sie hätten gerne Arbeitsbereiche, mehr Lernbereiche und mehr Angebote für Kinder und Familie.
Wenn man sich das so durchliest, denkt man sich: Das ist ja großartig. Es kommt ein neues Gebäude mit sozialen Zentren. Es gab ein Partizipationsprojekt. Die Menschen durften mitbestimmen. Es kommt eine neue, moderne Bücherei. So geht Stadtentwicklung in Wien, meine Damen und Herren, nur leider ganz offensichtlich nicht mit den NEOS.
Denn wie sich jetzt herausstellte, meine Damen und Herren - es sollte offensichtlich unter den Teppich gekehrt werden, wir haben es aber herausgefunden -, gibt es weder einen Ersatzstandort für diese alte Bücherei während des Umbaues, noch dürfte es die neue Bücherei überhaupt geben. Ganz offensichtlich wird diese neue geplante Bücherei einfach nicht realisiert, ohne dass davon irgendjemand in Kenntnis gesetzt wurde - weder der Bezirk noch die Bürgerinnen und Bürger. Es steht bis heute auf der Website, aber das Geld scheint nicht da zu sein.
Meine Damen und Herren, wir sprechen von der Donaustadt, mit inzwischen 230 000 Einwohnern der am stärksten wachsende Bezirk von ganz Wien.
Gerade in diesem wachsenden Bezirk wurden schon zwei Büchereistandorte geschlossen, einmal am Siegesplatz und einmal in der Filiale Erzherzog-Karl-Straße. Ich selber war bei der Schließung am Siegesplatz sehr involviert. Mich haben Bürger öfter darauf angesprochen. Ich war dort. Ich habe mir das angeschaut. Das war schlimm für die Menschen. Das war nämlich ein Zentrum in diesem alten Ortskern Aspern, das ihnen weggenommen wurde - im Übrigen auch unter Federführerschaft der Bildungspartei NEOS. (Beifall bei der ÖVP.)
Sie kennen unsere Warnungen, was die Donaustadt betrifft: Es wird dort gebaut, gebaut, gebaut. Wir warnen regelmäßig davor, dass sich dieser Bezirk nicht zu einer reinen Schlafstadt entwickeln darf, in der Menschen nur in ihren Wohnungen sitzen und - um ihre Freizeit zu
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