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Gemeinderat, 12. Sitzung vom 25.03.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 101 von 121

 

Wir bringen zu diesem Stück auch einen Antrag ein - und zwar geht es in diesem Antrag um gute Prüfungen bei Planungen, nämlich wenn es darum geht, dass man die Kaltluftschneisen in Wien aufrechterhält. Dabei geht es insbesondere, aber nicht nur, um das Westbahnareal, wo derzeit ein Projekt geplant wird, das in der aktuellen Vorlage von intensiver Verbauung geprägt ist. Gerade im 15. Bezirk, der zu den am stärksten von Hitze belasteten Bezirken zählt und gleichzeitig über vergleichsweise wenig Grünraum verfügt, ist diese Frage von besonderer Bedeutung. Die Rückmeldungen aus der Bevölkerung sind eindeutig. Viele Menschen wünschen sich eine echte Entlastung, mehr Grünflächen und eine Reduktion der Verkehrsbelastung.

 

Jetzt zu den genannten Kaltluftströmen: Wir wissen seit Jahren, dass diese eine zentrale Rolle für das Funktionieren des urbanen Klimas spielen. Was passiert da? - Die Strömungen transportieren in den Nachtstunden die kalte Luft aus den umliegenden Grünräumen und Waldgebieten in die dicht bebauten Stadtgebiete und tragen damit wesentlich dazu bei, die Hitzeentwicklung zu mildern, die Zahl der Tropennächte zu reduzieren und die Luftqualität zu verbessern. Und wir wissen angesichts der Klimakrise alle, dass das wirklich sehr, sehr wichtig ist.

 

Es ist aber so, dass unser derzeitiger Wissensstand zu den Kaltluftströmen in Wien vor allem auf Modellierungen basiert, die von idealisierten Bedingungen ausgehen und die die komplexen, realen Verhältnisse nur eingeschränkt abbilden können. Gerade aber bei solch großen Eingriffen, wie der geplanten Entwicklung am Westbahngelände, braucht es aber ein Fundament und eine wirklich solide Datenbasis.

 

Mit unserem Antrag auf eine Vermessung der Kaltluftströme wollen wir diese konkrete Datengrundlage für zukünftige Entscheidungen schaffen. Das soll ermöglichen, dass die tatsächlichen Strömungsverhältnisse unter unterschiedlichen Bedingungen erfasst werden können und dass man deren Bedeutung für das Stadtklima auch wirklich präzise bewerten kann. Da geht es dann in weiterer Folge nicht nur um das Westbahnareal, sondern das ist für die ganze Stadt von hoher Relevanz. Der vorliegende Antrag bietet eine Möglichkeit, dass wir hier einen klaren Schritt in Richtung einer zukunftsorientierten, datenbasierten Stadtplanung gehen, und wir hoffen sehr auf Ihre Zustimmung. - Herzlichen Dank. (Beifall bei den GRÜNEN.)

 

Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Zu Wort ist dazu niemand mehr gemeldet. Die Debatte ist geschlossen, und der Berichterstatter hat auf das Schlusswort verzichtet.

 

20.53.11Wir kommen nun zur Abstimmung über die Postnummer 25. Wer dieser Postnummer zustimmen kann, den ersuche ich um ein Zeichen mit der Hand. - Ich sehe die Zustimmung von SPÖ, NEOS und GRÜNE, womit diese Postnummer mehrstimmig gegen die Stimmen von FPÖ und ÖVP angenommen ist.

 

Es liegen zwei Anträge der GRÜNEN zur sofortigen Abstimmung vor. Der erste Antrag betrifft die genaue Vermessung der Wiener Kaltluftströme. Wer diesem Antrag zustimmen kann, den ersuche ich um ein Zeichen mit der Hand. - Ich sehe die Zustimmung der ÖVP, der FPÖ und der GRÜNEN, womit der Antrag in der Minderheit bleibt und abgelehnt ist.

 

Der nächste Antrag betrifft die Grünraumwidmung im Zuge der Schulerweiterung. Wer diesem Antrag zustimmen kann, den ersuche ich um ein Zeichen mit der Hand. - Ich sehe die Zustimmung der ÖVP und der GRÜNEN, auch dieser Antrag bleibt damit in der Minderheit und ist abgelehnt.

 

20.54.18Wir kommen nun zu Postnummer 26 der Tagesordnung, sie betrifft eine Sachkreditgenehmigung für Hauptstraße B7 in Wien 21, Brünner Straße (Am Spitz - Karl-Schäfer-Straße) für Straßenbauarbeiten, Oberflächenwiederherstellung und Radwegherstellung. Ich ersuche den Berichterstatter, Herrn GR Al-Rawi, die Verhandlung einzuleiten.

 

20.54.44

Berichterstatter GR Dipl.-Ing. Omar Al-Rawi: Ich bitte um Zustimmung.

 

Vorsitzende GRin Dr. Jennifer Kickert: Ich eröffne die Debatte, und zu Wort gemeldet ist GRin Pipal-Leixner. - Bitte, Sie sind am Wort.

 

20.54.55

GRin Mag. Angelika Pipal-Leixner, MBA (NEOS)|: Vielen Dank, Frau Vorsitzende. - Liebe KollegInnen, liebe ZuseherInnen im Livestream, falls uns noch jemand lauscht zu später Stunde!

 

Aktive Mobilität, also das Zufußgehen und das Radfahren sind gut für Körper, Geist und Seele und für die Volkswirtschaft und für den nationalen Glücksindex. Ein aktiver Schulweg wirkt sich laut einer finnischen Studie positiv auf Schulleistung und Lesekompetenz von Jugendlichen aus. Wer in die Arbeit radelt, ist laut einer schottischen Studie gesünder und seltener krank. Um 30 Prozent weniger Herz-Kreislauf-Erkrankungen, um 24 Prozent weniger Krankenhausaufenthalte wegen Krebserkrankungen, aber auch um 20 Prozent weniger Psychopharmaka-Medikation wurden registriert.

 

Aktive Mobilität verbessert auch die psychische Gesundheit, reduziert Stress, depressive Symptome und Symptome von Angststörungen. Häufiges Zufußgehen erhöht die Wahrscheinlich für ein längeres Leben. Mit 30 Prozent Fuß- und 11 Prozent Radwegeanteil steht Wien schon sehr gut da, aber um weiterhin besser zu werden, müssen wir natürlich weiterhin Verkehr beruhigen und Fuß- und Radwege angenehmer, attraktiver und sicherer machen.

 

Auch in Zeiten der Budgetkonsolidierung machen wir beim Ausbau der sicheren und attraktiven Radinfrastruktur ordentlich Meter und tragen damit auch zur lokalen Wertschöpfung bei. Im sechsten Jahr in Folge setzten wir mit der großen Radwegoffensive fort, heuer mit 33 neuen Projekten, mit rund 12,5 Kilometern neuer Radverkehrsinfrastruktur. Wir setzen große Projekte mit den nächsten Bauabschnitten fort und starten ganz neue.

 

Der 21. Bezirk zum Beispiel nützt die durch die Parkraumbewirtschaftung freigewordenen Flächen nicht nur zur Begrünung, sondern auch zum Ausbau der Radinfrastruktur. Bereits umgesetzt wurden Projekte auf der Floridsdorfer Hauptstraße, der Prager Straße, der Ange

 

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