«  1  »

 

Gemeinderat, 12. Sitzung vom 25.03.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 86 von 121

 

vor? - Es ist eine Monatskarte, aber es ist keine echte Entlastung, es ist keine familienfreundliche Maßnahme, keine soziale Offensive für die Wienerinnen und Wiener, sondern schlicht die Einführung einer neuen Monatskarte mit Lichtbild für die Wiener Bäder. Und das, obwohl die Tarife - und das steht auch im vorliegenden Akt, aber das weiß man sowieso als interessierter Wiener oder interessierte Wienerin - erst mit 1. Jänner 2026 valorisiert worden sind. Das heißt konkret, die Eintrittspreise, wie die Wiener sie in den Wiener Bädern kennen, wurden seit dem 1. Jänner 2026 um satte 6,37 Prozent erhöht. Die Wiener haben die letzte Preiserhöhung noch gar nicht wirklich verdauen können, da kommt schon der nächste Tarif-Akt in den Gemeinderat, und jetzt werden Sie wahrscheinlich dann versuchen, uns diese nächste Änderung als Serviceleistung zu verkaufen. In Wahrheit ist das aber wieder dasselbe Spiel: Die Stadt macht das Tarifsystem wiederum eine Spur komplizierter, sie schafft eine neue Kartenkategorie, kassiert zusätzliche Gebühren und verkauft das dann als Verbesserung.

 

Schauen wir uns das genauer an. Die neue Monatskarte kostet zukünftig 48,60 EUR für Erwachsene, 36,60 EUR ermäßigt, 27,60 EUR für Jugendliche und 16,80 EUR für Kinder. Dazu kommen noch 3,60 EUR Kabinenzuschlag pro Eintritt - da kommt keine Kabinenpartystimmung auf - und 16,70 EUR Manipulationsgebühr pro Karte. Und da frage ich Sie schon, meine sehr geehrten Damen und Herren, wo ist hier bitte die soziale Handschrift, wo ist hier die Entlastung für die Wiener Familien und wo ist hier das leistbare Freizeitangebot, von dem SPÖ und NEOS immer reden? (Beifall bei der FPÖ. - GR Ing. Christian Meidlinger: Im Gegensatz zu Niederösterreich sperren wir keine Bäder zu!) - Ja, Herr Kollege Meidlinger, der Obergewerkschafter hat gesprochen. Die normale Wiener Familie braucht einfach leistbare Eintrittspreise. So einfach ist das, einfach leistbare Eintrittspreise.

 

Und ich muss nicht unbedingt eine Monatskarte nehmen. Es geht um die Gesundheitsförderung der Wienerinnen und Wiener, es geht um die Erholung, es geht um die Freizeitaktivität. Wenn sich eine Wiener Familie zusammenpackt und sagt, der Alltag in Wien ist beschwerlich genug, ich gehe in ein Wiener Bad, dann erwarte ich mir natürlich, dass es offene Saunaangebote gibt, die immer öfters schließen. Dann erwartet man sich natürlich, dass die Infrastruktur, die Versorgung gegeben ist und nicht die Öffnungszeiten gekürzt werden. Ich erwarte mir auch, dass ich mit einer normalen Eintrittskarte, wenn ich nur einmal hingehe, nicht plus 6 Komma irgendetwas Prozent mehr zahle. Und das ist der Fall, denn profitieren werden von diesem Modell vor allem jene, die sehr häufig gehen, gut, aber für alle anderen bleibt es dabei. Sie haben es verstanden, dass es für alle anderen dabei bleibt, dass Wien teurer wird. Sie haben es verstanden, dass Wien komplizierter wird und bürokratischer wird, und genau das ist Ihr Markenzeichen, das Markenzeichen dieser Stadtregierung. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Besonders aufschlussreich ist auch die politische Mehrheit dahinter. Im letzten Ausschuss - Herr Meidlinger, da waren Sie nicht da, müssen Sie auch nicht - haben SPÖ, NEOS, ÖVP dem zugestimmt, FPÖ und GRÜNE dagegen. Und wieder einmal sieht man, wenn es um neue Tarife geht, neue Gebühren, neue Verwaltungskonstruktionen, ja, dann funktioniert die Mehrheitsbeschaffung in diesem Haus wirklich, wirklich ganz ausgezeichnet.

 

Wir Freiheitliche sagen ganz klar: Die Wiener Bäder sind natürlich Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Und in einer Stadt, die immer teurer und für viele Familien immer schwerer leistbar wird, müsste es das Ziel sein, Erholung und Gesundheit zu fördern und auch einfacher und vor allem kostengünstiger zu machen. Stattdessen präsentieren Sie uns kurz nach einer bereits erfolgten Tariferhöhung schon den nächsten Tarif-Akt. Wir haben viele, viele Zusendungen bekommen, gerade von Seniorinnen und Senioren, aber auch von Familien, Müttern und Vätern, dass sie das unglaublich finden. Es kommt die Sommerzeit, die GRÜNEN beschweren sich, Wien wird immer heißer, alles wird schlimmer, wir werden alle verglühen. Dann gehen die Leute ins Bad, sie suchen natürlich die wohlverdiente Erholung. - Na ja, muss man sich leisten können. - Also, wer SPÖ und NEOS wählt, der muss gut bestückt sein in der Geldbörse. Das ist keine soziale Politik, das ist auch keine Entlastungspolitik, das ist schlicht und einfach die Fortsetzung einer Politik, bei der die Wiener immer mehr zahlen und dafür immer neue Modelle, Karten und Gebühren präsentiert bekommen. Und dafür stehen wir nicht zur Verfügung. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort gemeldet ist GRin da Costa. - Bitte schön.

 

19.08.44

GRin Sara do Amaral Tavares da Costa (SPÖ)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, liebe Kolleginnen und Kollegen, verehrte Zuseherinnen und Zuseher!

 

Manche spüren den Frühling ja vielleicht schon in der Nase und in den Augen, beim Wetter ist er noch nicht ganz angekommen und noch nicht ganz da, und auch der Sommer lässt noch ein Weilchen auf sich warten, aber er wird kommen und mit ihm auch die Freibadsaison. Während in vielen anderen Bundesländern die Seezugänge privat sind und man bei jedem kleinen Fleck, den man findet, der kostenlos überhaupt zugänglich ist, aufeinander pickt, profitieren wir in Wien glücklicherweise von einem mehr als herzeigbaren kostenlosen Wasserzugang, aber um diesen geht es heute nicht. Es ist dennoch ein großartiges komplementäres Angebot zu den vier Saunabädern, den drei Hallenbädern, den neuen Kombibädern, den zehn Sommerbädern und den elf Familienbädern der MA 44. (Beifall bei der SPÖ.)

 

Einrichtungen, die allen Wienerinnen und Wiener und auch allen, die nach Wien kommen, ein leistbares Badevergnügen garantieren wollen. Und ja, das Angebot hat sich leicht verändert und die Eintrittspreise für die Tageskarten sind mit 1. Jänner um 50 Cent gestiegen. Und es wäre natürlich ein Einfaches, sich zurückzulehnen und zu denken, ja, man passt nichts an und schaut halt, was passiert.

 

Dann stellt man sich vielleicht irgendwann einmal die Frage: Geht sich das überhaupt aus mit dem Ausbau der

 

«  1  »

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular