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Gemeinderat, 12. Sitzung vom 25.03.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 81 von 121

 

mit den anderen Kindern. Ich habe das mit meinen Kindern miterlebt. Das ist einfach eine ganz tolle Sache. Menschen, die miteinander musizieren, haben eine gemeinsame Sprache.

 

Ich weiß nicht, ob Sie den Artikel über diese Brennpunktschule letzte Woche im "Profil" gelesen haben. Ich meine, geht's noch? Wie lang sollen wir denn warten, bis wir endlich diese Kinder zwischen fünf und 16 Jahren nicht mehr sich selbst überlassen, sondern sie einfach musizieren lassen, wie sie es wollen? (Beifall bei der ÖVP.) 4 362 Kinder in dieser Stadt wollen musizieren und können nicht.

 

Und ich sage Ihnen, nicht nur diese Erhöhung ist ein Skandal. Das, was eigentlich getan werden müsste, ist eine Reduzierung des Musikschulbeitrages, damit alle sich das leisten können. Keine sozialen Unterschiede! Und das muss ich einer Partei sagen, die sozial im Namen hat, und der ehemaligen Bildungspartei NEOS, die in ihrem Wahlprogramm letztes Jahr stehen hatte, die Musikschulen auszubauen? Nichts ist übrig geblieben, gar nichts. (Beifall bei der ÖVP.) Sie haben erhöht, anstatt zu halbieren.

 

Kinder müssen unterrichtet werden, und sie müssen gebildet werden. Das ist gelebte Integration. Wir werden da, wenn Sie nicht alle dabei mitmachen, unsere Kinder abzuholen, welchen Hintergrund auch immer sie haben - sozial schwach, Migrationshintergrund - ... Wir müssen sie abholen, in Musikschulen lassen, in Ensembles lassen und dann auch ein Studium in der MUK ermöglichen, einer total tollen Universität, jetzt Privatuniversität, also im ehemaligen Konservatorium. Meine Söhne kamen selbst in diesen Genuss, ich bin ein Fan von diesen Einrichtungen. Lassen Sie das allen Kindern und Jugendlichen zukommen! Lassen Sie es nicht zu einer elitären Ausbildung werden! Ich verstehe eigentlich nicht, wie man so hohe Musikschulpreise ... Das ist völlig asozial, das ist unglaublich. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Ich möchte noch kurz auf die Kammeroper zu sprechen kommen. Eine Weiterführung der hoch qualifizierten Ausbildung an den Wiener Musikuniversitäten ... Die Wiener Kammeroper wurde einfach abgedreht. Ich habe mich da ein bisschen im Internet erkundigt, wie das internationale Publikum, die Touristen, unsere Kammeroper sehen. Ich muss jetzt sagen: gesehen haben! -, weil es die ja nicht mehr lang gibt. 60 Jahre ist die Wiener Kammeroper alt, von Hans Gabor gegründet, heute, natürlich gestern, Spielstätte des Theaters an der Wien. Sie ist zentral für die Förderung junger Talente zuständig. Als Hauptspielort des jungen Ensembles, JET genannt, bietet sie Nachwuchskünstlern eine Plattform - also nicht nur die Szene Wien fördert junge Künstler, auch die Klassik muss gefördert werden - für Karriereschritte. Das Programm umfasst Raritäten, Barockopern, zeitgenössische Werke in einem intimen Rahmen.

 

Und Sie drehen das einfach ab. Sie drehen das einfach ab. Junge Sänger und Sängerinnen brauchen Auftrittsmöglichkeiten. Waren Sie schon einmal in der Kammeroper? - Bitte gehen Sie hin! Bis Juni gibt es sie noch. Gehen Sie hin! (Beifall bei der ÖVP.) Und kommen Sie mit mir! Schauen Sie in die Musikschulen, was da für tolle Arbeit von den Pädagoginnen und Pädagogen geleistet wird, was das für tolle Leute sind, die dort unterrichten!

 

Ich sag es jetzt noch mal: 4 362. Können Sie sich diese Anzahl an Kindern im Park vorstellen oder wenn die dann 16, 17 sind, vielleicht auch mit ein paar Messern unterwegs? - Wir haben das gestern hier im Landtag auch thematisiert: Systemsprenger, MA 11. (Zwischenruf von GRin Mag. Stefanie Vasold.) Glauben Sie, Kinder, die musizieren, sind dann ein Fall für die MA 11 oder werden vor Gericht stehen? - Nein, werden sie nicht, werden sie nicht. Prävention ist das, das ist Prävention. Wir müssen unsere Kinder ausbilden. Das ist Kreativität, das muss geweckt werden. Ich appelliere an Sie: Bauen Sie die Wiener Musikschulen aus! Machen Sie sie billiger! Seien Sie sozial, wie es in Ihrem Namen steht! Und die ehemalige Bildungspartei NEOS sollte sich ihrem Versprechen widmen, die Musikschulen zu fördern. - Danke schön. (Beifall bei der ÖVP.)

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Zu Wort gemeldet: GR Brucker. Ich erteile es.

 

18.33.44

GR Lukas Brucker, MA (FPÖ)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender, sehr geehrte Damen und Herren!

 

Ja, die Rede der Kollegin Edelmann hat schon ein bezeichnendes Licht auf die Kultur- und Bildungspolitik der Stadt geworfen. Es ist wirklich zum Genieren, was hier bei den Musikschulen passiert. Ich sage: Schämen Sie sich! Sorgen Sie dafür, dass die Kinder und Jugendlichen eine ordentliche Musikschulausbildung bekommen und dass sie für die Wiener Bevölkerung und die Eltern der betroffenen Kinder auch leistbar ist! (Beifall bei der FPÖ.)

 

Wenn man sich die Förderungen unter diesem Tagesordnungspunkt anschaut, sieht man wieder, dass diese Wiener Kulturpolitik nicht ausgewogen und nicht fair ist. Sie ist ideologisch einseitig, und das ist nicht nur unsere Kritik, sondern das hört man auch immer mehr aus der Wiener Kulturszene. Ich appelliere wirklich an Sie: Hören Sie sich in der Kulturszene um und nicht nur in Ihrer eigenen Kulturblase!

 

Beginnen wir kurz mit dem Beispiel der Förderung heute an den Verein Sammlung Rotes Wien! 105 000 EUR Steuergeld werden heute dafür beschlossen. Sehr geehrte Damen und Herren von der SPÖ, ich habe absolutes Verständnis dafür, dass Sie ein Interesse daran haben, das Rote Wien zu pflegen, zu dokumentieren und zu verherrlichen. Das ist aus Ihrer Sicht parteipolitisch wirklich nachvollziehbar. Das ist Ihre Geschichte, das ist Ihr Selbstverständnis. Aber genau deshalb gilt auch: Wenn man die eigene Parteigeschichte feiern möchte, dann soll man das bitte aus der Parteikassa bezahlen und nicht aus der Stadtkassa. (Beifall bei der FPÖ und von GRin Ing. Judith Edelmann.)

 

Diese 105 000 EUR, die hier heute beschlossen werden, kommen von allen Wienerinnen und Wienern, auch von jenen, die mit der Ideologie des Roten Wien nichts anfangen können, auch von jenen, die wahrscheinlich eine andere politische Überzeugung haben. Und deshalb gilt auch hier: Kulturförderung darf nicht zur parteipoliti

 

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