Gemeinderat, 12. Sitzung vom 25.03.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 56 von 121
der fast ein Jahrhundert lang den 20. Bezirk sehr stark in zwei Hälften geteilt hat. Letztendlich ist es jetzt so, dass es losgeht mit dem lange angekündigten Stadterweiterungsgebiet in diesem Bereich. Das wird die Gelegenheit sein, den 20. Bezirk wieder als eine Einheit zu betrachten, als einen Bezirk, der zusammengehört und der einfach auch als eine kompakte Einheit weitergelebt wird. (Beifall bei den NEOS.)
Was ist das für ein Gebiet? - Aus meiner Sicht wirklich ein super spannendes Gebiet, denn einerseits befindet es sich zwischen der Donau und dem Donaukanal, dann ist es angrenzend an den Augarten, und es ist 1,5 Kilometer lang und 400 Meter breit. Das sind insgesamt 44 Hektar und 10 Hektar davon sind Grüne Mitte, ein Park, der sich durch das gesamte Gebiet durchzieht. Zu diesem hat es 2025 auch schon einen Wettbewerb geben. Ich kann alle einladen, sich das Siegerprojekt von "Treibhaus" aus Hamburg anzuschauen. Es ist online einsehbar und, wie ich finde, ein wirklich sehr, sehr schönes Konzept, wie der Freiraum in einem urbanen Raum modern und klimafit gestaltet wird.
Darüber hinaus, das muss ich schon sagen, ist es auch so, wie wir die Stadtentwicklung generell verstehen. Wir verstehen die Stadtentwicklung so, dass wir sagen, es geht einerseits um den Wohnraum, der dort entsteht, denn bis 2035 werden dort über 6 500 Wohnungen entstehen, 16 000 Wienerinnen und Wiener werden dort ihr neues Zuhause finden - und darüber hinaus werden auch 4 700 Arbeitsplätze zur Verfügung stehen. Das ist das eine.
Das andere ist die Infrastruktur, die da mitgeht und mitwächst, mit dieser Grünen Mitte, mit diesem Erholungsraum, mit diesem Freiraum für die Wienerinnen und Wiener, die dort wohnen werden und darüber hinaus auch das Projekt, das wir heute beschließen. Das ist das Entstehen von dem Schulgebäude, das eigentlich eine Grundvoraussetzung für den weiteren Schulbau ist, dass dort Kinder, die groß werden, auch einen Platz finden, einen Platz zum Lernen, zum Spielen, zum Gestalten, zum Kennenlernen und auch ein wichtiger Platz, wie ich finde, für das Entstehen einer Nachbarschaft.
Ich kann Ihnen kurz erzählen, ich bin in das Nordbahnviertel gezogen, als kaum etwas dort gestanden ist. Eines der ersten Projekte, das errichtet wurde, war auch die Schule. Meine Kinder haben dort begonnen, in die Schule zu gehen. Eigentlich habe ich meine Nachbarn im Kindergarten kennengelernt. Dann sind die Kinder alle auch in die Schule gegangen, und diese Gemeinschaft, diese Nachbarschaft ist mit der Weiterentwicklung des Nordbahnhofes gewachsen. Von daher finde ich auch solche Ansätze, solche Infrastruktur, ganz, ganz wesentlich.
Demnächst gibt es dort auch den Baubeginn, und die neue Schule wird schon alle Stücke spielen. Es werden dort zwölf Kindergartengruppen Platz finden, 33 Klassen, Volks- und Mittelschule. Es wird ein Hauptstandort der Musikschule werden, das hatten wir auch heute, und es wird auch acht sozialpädagogische oder sonderpädagogische Bildungsräume in dieser Schule geben. Von daher finde ich es wirklich sehr großartig, was da am Entstehen ist. Es ist einmal der erste wichtige Schritt, und der Nordwestbahnhof wird uns in weiterer Folge auch sehr intensiv beschäftigen. Daher freue ich mich auch, dass es hier losgeht und auf das Projekt. (Beifall bei den NEOS.)
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Vielen Dank.
Als Nächster zu Wort gemeldet ist GR Stadler. - Bitte.
GR Felix Stadler, BSc, MA (GRÜNE): Vielen Dank, Frau Vorsitzende. - Sehr geehrte Frau Stadträtin, liebe Kolleginnen, liebe Kollegen!
Ich möchte ein bisschen bei der Bildungsdebatte anschließen, die Kollege Zierfuß schon begonnen hat. Wie gesagt, in einer etwas ungewohnten Geschäftsgruppe diesmal, aber es geht um einen Schulbau, und diesen Schulbau finden wir gut. Diesem Schulbau werden wir auch zustimmen. Ich möchte aber auch ein bisschen auf die Debatte der letzten Wochen zu sprechen kommen, welche Schulen nicht gebaut und nicht renoviert werden. In den vergangenen Jahren haben StRin Emmerling und auch andere Kolleginnen und Kollegen der angeblichen Bildungspartei NEOS hier an diesem Rednerpult ganz oft gesagt, ich zitiere: "Wir bauen den Kindern Wiens Paläste."
Nach den letzten Wochen muss man feststellen, sie bauen nicht nur keine Paläste mehr, sie renovieren den Kindern Wiens nicht einmal mehr die notwendigsten Schulgebäude oder Sie bauen nicht einmal mehr die Schulen, die da sind, auf das Notwendigste um. Das ist einer angeblichen Bildungspartei tatsächlich nicht mehr würdig, wenn Sie hier nicht einmal die notwendigsten Umbauten und Zubauten machen. (Beifall bei GRÜNEN und ÖVP.)
Wir haben schon kurz gehört, viele von uns haben auch die aktuellen Medienberichte der letzten Wochen gelesen, es sind diesmal fünf Schulen betroffen - im 2. Bezirk, im 11. Bezirk, im 14. Bezirk, im 16. Bezirk und auch im 5. Bezirk. Diese Plätze, die jetzt verloren gehen, dadurch dass an diesen fünf Standorten die Schulen nicht umgebaut und nicht zugebaut werden, sind kein Luxus. Wir brauchen diese Plätze, die Familien und die Kinder in dieser Stadt brauchen diese Plätze. An diesem Ort zu sparen, ist tatsächlich ein völlig falscher Ansatz. Wir dürfen bei Bildung und bei den Bildungsbauten wirklich nicht sparen. Dass Sie als Bildungspartei hier sparen, ist tatsächlich für die Familien und für die Kinder, die dort hingehen sollten, eine Katastrophe. (Beifall bei GRÜNEN und ÖVP.)
Denn was ist die Folge? - Die Folge ist, dass die anderen Schulen in der Gegend wieder überfüllte Klassen haben. Es sind erschwerte Arbeitsbedingungen für die Kolleginnen und Kollegen am Standort, es macht den Arbeitsalltag auch wieder etwas schwieriger, es macht das Lernen für die Schülerinnen und Schüler schwieriger. Das heißt auch, wir haben wieder LehrerInnen, die vielleicht durch den erschwerten Alltag sich eher überlegen, aus dem Beruf rauszugehen oder vielleicht gar nicht in den Beruf reinzugehen. Wir kreieren dadurch einen Teufelskreis, dass die Arbeitsbedingungen, die Lernbedingungen schwieriger werden und dadurch auch natürlich der Job wieder ein bisschen schwieriger wird. Aus
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