Gemeinderat, 12. Sitzung vom 25.03.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 16 von 121
züglich der Sicherheit zwischen Fußgehenden und Radfahrenden sinnvoll wären.
Meine Frage zielt aber jetzt auf ein bisschen etwas anderes ab - und zwar: Wir kennen ja Ihre - ich sage jetzt einmal - Ambitionen, was Bewusstseinskampagnen zum Beispiel in Öffis betrifft. Jetzt wäre meine Frage: Können Sie sich vorstellen, auch für Radfahrende eine Bewusstseinskampagne hinsichtlich Rücksichtnahme und Sicherheit gegenüber den Fußgehenden durchzuführen oder planen Sie eine solche?
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Vielen Dank. - Frau Stadträtin, bitte.
Amtsf. StRin Mag. Ulli Sima: Ich glaube, wir haben über dieses Thema schon einmal geredet. Kollege Mahdalik hat das schon einmal eingebracht. Ich habe grundsätzlich nichts dagegen. Ich glaube, Rücksichtnahme ist in allen Bereichen des Zusammenlebens in der Stadt notwendig. Gerade weil wir jetzt auf zwei Millionen Einwohnerinnen und Einwohner angewachsen sind, ist Rücksichtnahme umso wichtiger.
Zu dieser leichten Steigung beim Radverkehr, die wir machen und die Sie erwähnt haben: Der Modal Split ist halt immer über das ganze Jahr gesehen. Da ist es eine leichte Steigung. Wenn man im Sommer oder im Frühling mit dem Rad unterwegs ist, dann merkt man schon, dass es eine massive Steigerung ist. Es gibt halt viele Leute, die nur mit dem Rad fahren, wenn das Wetter schön ist. Die fahren im Winter nicht, wofür ich persönlich durchaus Verständnis habe.
Ich bin auch nicht so hart gesotten, dass ich bei jedem Schneefall mit dem Rad fahren kann. Deswegen ist es aber gefühlt natürlich ein viel massiverer Anstieg. Gerade wenn es am Wochenende schön ist und die Leute auf die Donauinsel fahren, hat man auf den Hauptachsen wie auf der Praterstraße teilweise wirklich massive Verkehrskolonnen. Natürlich ist Rücksichtnahme immer ein wichtiger Wert. Ich kann mir also gut vorstellen, dass man das auch, was die Rücksichtnahme auf Fußgänger betrifft, ein bisschen zum Thema macht.
Natürlich gibt es auch immer Konflikte zwischen Autofahrern und Radfahrern. Da gibt es also mehrere Achsen. Rücksichtnahme ist aus meiner Sicht aber etwas, was man immer und von allen Verkehrsteilnehmern einfordern kann. Denn je besser man aufeinander Rücksicht nimmt, desto besser funktioniert es.
Es ist ganz klar, dass innerstädtische Radwege halt keine Rennstrecke sind. Das gleiche Thema haben wir aber immer auch auf der Donauinsel. Da gibt es welche, die glauben, sie können dort ohne jede Rücksicht auf irgendwelche Leute, die dort gehen, oder auf Kinder, die dort spielen, durchradeln. Das funktioniert halt nirgends.
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Vielen Dank für die Beantwortung. - Bevor ich zur 2. Zusatzfrage komme, möchte ich unsere Gäste sehr herzlich begrüßen, eine Abordnung des Wohnservice Wien, soweit ich informiert bin, Lehrlinge, Ausbildende und viele andere. - Herzlich willkommen im Wiener Gemeinderat! Wir befinden uns gerade in der Fragestunde. Wie Sie wahrscheinlich schon mitbekommen haben, geht es im Moment um das Thema der Radwegoffensive hier in unserer Stadt. Herzlich willkommen im Gemeinderat! (Allgemeiner Beifall.)
Die 2. Zusatzfrage wird von GRin Sequenz von den GRÜNEN eingebracht. - Bitte.
GRin Mag. Heidemarie Sequenz (GRÜNE): Guten Morgen, Frau Stadträtin! Danke für die Präsentation dieser durchaus beeindruckenden Bilanz. Ich bin auch sehr froh, dass die Stadtregierung jetzt erkannt hat, dass die Leichtbauweise ein Mittel ist, um schnell und günstig Radwege zu errichten. Ich kann mich erinnern: Wir wurden für diesen Ausdruck Pop-up-Radweg ja noch ziemlich geprügelt.
Sie haben den Gordischen Knoten erwähnt. Für mich liegt dieser am Ringradweg, wo sich diese Entflechtung von FußgängerInnen ja unbedingt aufdrängt. Wir sind so gespannt, wann Sie jetzt endlich die Pläne für den Ringradweg vorlegen. Wann können wir diese Pläne erwarten?
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Frau Stadträtin, bitte.
Amtsf. StRin Mag. Ulli Sima: Wir sind quasi in den letzten Feinarbeiten. Wir werden den Ringradweg - wie andere Projekte auch - in Abschnitten umsetzen. Ich bin zuversichtlich beziehungsweise optimistisch, dass wir die wesentlichen Bereiche in der Periode schaffen.
Lassen Sie mich nur auf Ihr Eingangsstatement eingehen. Ich glaube, der große Unterschied zu den Pop-up-Radwegen ist, dass die ja nur temporär gedacht waren. Das ist halt sehr schwierig. Insofern war die Ausstattung meiner Meinung nach auch keine gute, weil sie halt sehr provisorisch nur schnell irgendwo hingestellt worden sind und man auch keine guten Anschlüsse hatte. Wenn ich an die Wagramer Straße denke: Dort hat der Pop-up-Radweg aufgehört, und dann musste sich der Radfahrer quasi mit den Rechtsabbiegern matchen. Das war wirklich eine gefährliche Situation. Das machen wir nicht. Es sind auch keine Pop-up-Radwege, sondern das sind dauerhafte Radwegeinrichtungen, also gekommen, um zu bleiben, könnte man sagen.
Das ist, was ich vorhin gemeint habe: Wir schauen sehr genau darauf, wie wir die Radfahrer wieder ins Netz integrieren, wenn wie am Westbahnhof die Absperrung zu Ende ist. Deswegen gibt es eine eigene Überfahrt, die mit Blinklichtern im Boden beleuchtet ist, damit die Linksabbieger das sehen. Es gibt eine eigene Ampel für die Radfahrer. Es gibt eine vorzeitig gestartete Ampelphase, damit sie noch hinüberkommen, bevor die Linksabbieger sie hineinschneiden. Das heißt, es ist ein dauerhafter Radweg, den wir mit günstigeren Mitteln bauen, und nicht etwas, das man fünf Monate lang irgendwie hinklatscht und bei dem sich die Leute ehrlich gesagt ein bisschen erwürgen.
Die Ringradweg-Präsentation erfolgt also in Kürze. Ich freue mich auch schon. Das wird sicher ein Highlight-Projekt in dieser Legislaturperiode. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Vielen Dank.
Die 3. Zusatzfrage wird von Herrn GR Kreutzinger von der FPÖ gestellt.
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