«  1  »

 

Landtag, 31. Sitzung vom 29.11.2018, Wörtliches Protokoll  -  Seite 12 von 24

 

Fachverbände, rund 60 Fachverbände. Das ist dann der organisierte Vereinssport, der sich regelmäßig trifft und Wettbewerbe abhält. Das sind unsere Partner, die Funktionärinnen und Funktionäre, die Sportlerinnen und Sportler. Und gemeinsam sorgen wir dafür, dass wir in der Stadt und dass diese Stadt Wien hier sportlich sehr, sehr erfolgreich ist.

 

Wenn man sich die internationalen Entwicklungen des Sportes, und jetzt spreche ich kurz Großveranstaltungen an, ansieht, ja, das sind zum Teil sehr spektakuläre Übertragungen, wenn man jetzt an die heurige Fußball-WM denkt, wenn man an die Olympischen Winterspiele aus Pyeongchang heuer denkt. Nur, man hat schon auch den Eindruck, dass hier im Sport auch ein bisschen die Tendenz geht, Marketingveranstaltungen draus zu machen, wo zwar der Sport im Mittelpunkt steht, aber wo es auch um das große Geld geht. Wo es auch darum geht, dass gemäß dem Motto „Citius, altius, fortius“, also schneller, höher, stärker, dem olympischen Motto, natürlich auch die Rahmenbedingungen, die teilweise vom Sport selbst kommen, um Veranstaltungen abzuhalten, zum Beispiel Olympische Spiele oder Fußballweltmeisterschaften, teilweise so hoch gesetzt werden, dass es, wenn man sich die zukünftigen Bewerbungen für solche Events ansieht, es teilweise schon schwierig wird, dass man Länder, Städte, Partner findet, die bereit sind, erstens Milliarden in die Infrastruktur zu investieren, und zweitens mit diesen Milliardeninfrastrukturen dann auch noch dafür sorgen, dass dann das Olympische Komitee oder der Fußballweltverband auch noch Milliarden damit verdienen und das in ihren sportlichen Kanälen sozusagen verteilen.

 

Ein großes Thema im Sport, und das ist auch ein sehr unangenehmes Thema, ist der Missbrauch in allen Richtungen, sage ich auch, also von Menschen, Kindern, Jugendlichen. Hier ist aber in den letzten Jahren sehr, sehr viel passiert. Auch wir in Wien haben hier, ausgelöst durch andere Diskussionen in anderen Bereichen, gemeinsam mit den Dachverbänden, aber auch mit den Fachverbänden Initiativen gesetzt, um hier auch gegen den Missbrauch vor allem Kindern und Frauen gegenüber maßgebliche Maßnahmen zu setzen.

 

Der Sport, meine Damen und Herren, lebt aber auch von der Selbstverwaltung, und das ist mir sehr, sehr wichtig. Man muss sich halt entscheiden: Möchte man Staatssport, das ist das, was bis zum Eisernen Vorhang im Osten, im Kommunismus war. Manche meinen, es gibt auch heute noch große Länder der Welt, im Westen wie im Osten, wo man vielleicht auch noch von Staatssport in gewisser Weise reden kann. Aber wir in Österreich haben die Selbstverwaltung im Sport. Das heißt, es liegt schon durchaus sehr, sehr viel auch in der Verantwortung der Verbände, in der Verantwortung der Funktionäre, was mit dem Sport passiert, wie der Sport passiert und wie der Sport auch ausgeführt wird. Und gerade diese Selbstverantwortung, meine Kolleginnen und Kollegen, die müssen wir auch als Politiker respektieren, die müssen wir anerkennen und können uns eben nicht aussuchen, wenn es uns passt, dass wir dirigistisch hineingreifen und sagen: Wir wollen das so oder so. Oder wenn es uns nicht passt, dass wir dann auch hier in die Selbstverwaltung zu stark reingreifen. Das heißt, es geht nur miteinander und es geht nur gemeinsam. Wichtig ist, dass wir die Rahmenbedingungen, sprich, die Infrastruktur, zur Verfügung stellen können, und das machen wir auch in Wien. Hier sind wir sehr, sehr, sehr vorbildlich.

 

Ich hätte mir gewunschen, wenn schon einmal ein Sonderlandtag zum Thema Sport ist, dass wir vielleicht ein bissel mehr über die Sportpolitik allgemein sprechen. Ich hab‘ so ein bissel den Eindruck, es geht eigentlich mehr um ein Wien-Bashing, nur negative Dinge aufzuzeigen. Vielleicht auch, um abzulenken von dem gestrigen Beschluss der Bundesregierung, was die Mindestsicherung betrifft, dass in Wien (Zwischenruf von Abg. Mag. Günter Kasal.) 45.000 Kinder Mindestsicherung beziehen, und 33.000 der ärmsten und ärmeren Kinder von diesen Kürzungen, die hier von der Regierung gestern ausgerufen wurden … (Zwischenruf von Abg. Mag. Manfred Juraczka.) Ja ja, ich komm‘ schon zum Thema. Also 33.000 Kinder sind unmittelbar von der Kürzung der Mindestsicherung wahrscheinlich betroffen. Man weiß es ja nicht genau, weil man hat ja gestern am Abend schon festgestellt, dass das, was die Regierung am Vormittag gesagt hat, ja am Abend schon falsch war. Also besinnen Sie sich hier noch einmal, ist meine Bitte, dass wir hier nicht am Rücken der Kinder in der Stadt Wien sparen, um das Budget zu sanieren. Mir fällt da übrigens auch von John Kenneth … das Wort ein: „Neoliberale verbessern die Anreize, indem für die Reichen Steuern gesenkt und für die Armen die Sozialleistungen gesenkt werden.“ Das ist Ihre Politik von ÖVP und FPÖ, die Sie im Bund betreiben! Schämen Sie sich dafür! (Beifall bei SPÖ und GRÜNEN. - Aufregung bei Abg. Michael Niegl.)

 

Zur Sitzung heute. (Abg. Michael Niegl: Ah doch!) Ja doch, ich spreche schon (Aufregung bei Abg. Michael Niegl.) sieben Minuten dazu. (Abg. Michael Niegl: Sie haben genau das Thema… Sie reden selbst einen großen Schmarren! - Aufregung bei der SPÖ. - Zwischenruf: Einen Schmarren! - Gelächter. - Abg. Mag. Josef Taucher: Was ist denn das? Ordnungsruf! Ordnungsruf! Unglaublich! - Weitere Aufregung bei der SPÖ.)

 

Präsidentin Veronika Matiasek (unterbrechend): Herr Abgeordneter! Ich sag‘ gerne etwas, wenn Sie ein bisschen leiser sind. (Weitere Aufregung bei Abg. Michael Niegl. - Große Aufregung bei der SPÖ.) Herr Abgeordneter, ich ersuche wirklich, solche Zwischenrufe aus der Bank nicht zu tätigen!

 

Abg. Mag. Thomas Reindl (fortsetzend): Also der Kollege Niegl meint, ich rede einen Schmarren. Falls Sie mir nur sagen können, ob es ein Grießschmarren oder ein Kaiserschmarren oder ein Erdäpfelschmarren ist. Ich würde mich freuen.

 

Wir haben in Wien über 160 Sportanlagen in unterschiedlichsten Ausrichtungen, die für den Breitensport, aber auch für den Spitzensport zur Verfügung stehen. Ich tu‘ mir nur immer ein bissel schwer, der Kollege Wölbitsch hat dauernd vom Breitensport gesprochen. Ich weiß nicht genau, was er meint. Meint er, Breitensport ist der organisierte Vereinssport. Ist das Breitensport? Oder

 

«  1  »

Verantwortlich für diese Seite:
Stadt Wien | Geschäftsstelle Landtag, Gemeinderat, Landesregierung und Stadtsenat (Magistratsdirektion)
Kontaktformular