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Landtag, 27. Sitzung vom 28.01.2005, Wörtliches Protokoll  -  Seite 20 von 66

 

Brauner: Meine Worte!) „Selbstverständlich sind die notwendigen Ausbildungsberechtigungen vorhanden“, sagen Sie. Frau Kollegin Klicka: Ist das Vogel-Strauß-Politik? Ist das bewusste Volksverdummung oder ist das Unwissenheit, weil ansonsten kann so eine Aussendung, für die Sie ja verantwortlich zeichnen, nicht hinausgehen! (Beifall bei der ÖVP und bei Abg Dr Sigrid Pilz.)

 

Meine Damen und Herren! Fakt ist, 1998 hat es bereits die Bauer-Partner-Studie gegeben, wo diese ganzen Mängel aufgezeigt wurden. Was ist passiert? In einem - würde ich sagen - Rathausschreibtisch ist das alles sehr rasch verschwunden. Und jetzt in der IFES-Studie 2004 werden diese Mängel bestätigt. Also nichts ist passiert! (Amtsf StRin Mag Renate Brauner: Das stimmt nicht, dass nichts passiert ist!)

 

Frau StRin Brauner, ich hoffe sehr, weil ich Sie schätze, weil ich weiß, dass Sie etwas verändern wollen, dass jetzt tatsächlich etwas passiert, aber in der Vergangenheit ist auch immer zugesagt worden, was alles gemacht wird (Amtsf StRin Mag Renate Brauner: Die Zeit zurückdrehen kann ich auch nicht!), nur leider Gottes ist halt dann doch nichts passiert Also ich hoffe sehr, dass das jetzt anders wird! (Amtsf StRin Mag Renate Brauner: Die Zeit zurückdrehen kann ich nicht, das können Sie mir glauben!)

 

Sie haben heute auch gesagt, Frau Stadträtin, die Ausbildung ist gut. Wieso kann es dann sein, dass bei den Prüfungen in Wien 15 bis 20 Prozent durchfallen, in einem Fall sogar 25 Prozent, während der österreichweite Durchschnitt 5 bis 6 Prozent ist? Also das muss doch bei den Verantwortlichen - und seit Jahren ist das bekannt - zu irgendwelchen Reaktionen führen. Aber offenbar: Nein, ist halt so, kann man nichts machen.

 

Die Turnusärzte sollen natürlich auch in Ambulanzen eingesetzt werden und selbstständig Patienten führen unter Supervision eines Facharztes - das ist eine conditio sine qua non - und viele, viele andere Maßnahmen, die teilweise schon aufgezählt wurden und die auch meine Kollegin Ingrid Lakatha bringen wird.

 

Im Mittelpunkt jeder Debatte über Probleme im Krankenhaus aber steht das Patientenwohl. Daher hat uns allen die Ausbildungsqualität unserer zukünftigen Hausärzte oder Fachärzte ein ganz zentrales Anliegen zu sein, denn jeder Einzelne der Bürgerinnen und Bürger kann davon betroffen sein! - Danke. (Beifall bei der ÖVP und bei Abg Dr Sigrid Pilz.)

 

Präsidentin Erika Stubenvoll: Als Nächste zum Wort gemeldet ist die Frau StRin Landauer. Ich erteile ihr das Wort.

 

StRin Karin Landauer: Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Frau Stadträtin!

 

Sie haben jetzt einen Zwischenruf gemacht „Man kann die Zeit nicht zurückdrehen“. Das ist genau... (Amtsf StRin Mag Renate Brauner: Ich kann es jedenfalls nicht! Vielleicht kann es jemand anderer, aber ich kann es nicht!) Sie können es nicht und ich glaube, das können wir alle nicht. Es gibt, glaube ich, glückliche Momente in jedem Leben, wo man die Zeit gerne zurückdrehen würde. Deswegen haben wir quasi, als der Artikel von der Frau Dr Pilz im “Standard“ erschienen ist, reagiert und haben einen so genannten Ausbildungsgipfel verlangt, weil wir gesagt haben: „Wir wollen, dass hier mit allen im Rathaus vertretenen Parteien und den Expertinnen und Experten gesprochen wird.“ Die Frau Abg Klicka hat mir dann ausgerichtet, dass ich wie immer nicht weiß, von was ich rede. Aber das ist einfach halt das politische Hickhack, was meiner Ansicht nach völlig unnötig ist.

 

Sie haben jetzt, heute, bei der mündlichen Fragestunde gesagt, dass der Herr Dr Marhold bereits ein Ausbildungszentrum ins Leben gerufen hat oder ins Leben rufen wird. Was ich mich frage, ist: Es gibt seit vielen Jahren hier im Krankenanstaltenverbund eine Verantwortliche. Ich sage jetzt ganz bewusst den Namen nicht, weil ich ihn immer wieder erwähnt habe. Wir haben den Krankenanstaltenverbund neu ausgeschrieben, neu bestellt. Mit Ihrem Engagement glaube ich, dass wahrscheinlich wirklich einiges davon zu verändern ist. Aber diejenige Person, die für Personal und Ausbildung zuständig ist und war, ist immer noch in Amt und Würden! Ich habe keine Ahnung, warum das so ist. Vielleicht kann mir das einmal irgendwer erklären, weil meiner Ansicht nach dieses Nichthandeln völlig zu Schaden der Patientinnen und Patienten geht.

 

Ich will gar nicht wiederholen, was die Frau Dr Pilz und die Frau Korosec gesagt haben, zu welchen Arbeiten die Turnusärzte herangezogen werden. Was ich herausgreifen möchte, sind die Überstunden. Es gibt Turnusärzte, die für Nachtdienste herangezogen werden und dort sehr, sehr, sehr, sehr oft aus den unterschiedlichsten Gründen allein gelassen werden. Da gibt es manches Mal Bedenken, wegen eines schwierigen Falles den Oberarzt aufzuwecken, weil es jetzt drei oder vier Uhr in der Früh ist. Ich denke, hier muss ganz, ganz schnell etwas passieren, weil ja auch hier die Arbeitszeit nicht eingehalten wird.

 

Bezüglich der Tätigkeiten möchte ich jetzt eigentlich gar nichts mehr sagen, wie das mit den 10 Jahren vonstatten geht, dass es da einfach Abteilungen gibt. Da haben Sie auch schon einiges in der mündlichen Fragestunde erklärt. Aber das ist sicherlich ein großes Problem, weil ich mich auch frage, viele der Turnusärzte gehen ja in die Allgemeinpraxis und unser großes Problem, das wir alle haben, ist: Ich gehe jetzt zu einem Allgemeinmediziner, er kann aus welchen Gründen auch immer keine Diagnose stellen und schickt mich zum Facharzt und der schickt mich wieder ins Spital. Das ist so ein wahnsinnig teures System und das ist darauf zurückzuführen, sage ich, weil ein Großteil der Turnusärzte äußerst schlecht ausgebildet ist oder gar nicht.

 

Dann möchte ich noch auf das zurückkommen, was die Frau Dr Pilz wegen dieser zwei Jahre Visitationen gesagt hat, die es jetzt gibt. Das ist sicher ein Fortschritt. Da sind sich der Jurist der Ärztekammer, der Herr Dr Holzgruber und der Herr Dr Stefan Kastner, der Vorsitzende der Ausbildungskommission, einig, dass das ein guter Schritt ist. Aber das Problem ist, dass das viel zu aufwendig ist. Sie schlagen zum Beispiel vor, dass

 

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