Gemeinderat, 12. Sitzung vom 25.03.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 5 von 121
(Beginn um 9.01 Uhr.)
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen, schönen guten Morgen! Ich darf Sie ersuchen, die Plätze einzunehmen. - Einen schönen guten Morgen. Die 12. Sitzung des Wiener Gemeinderates ist eröffnet.
Ganztägig entschuldigt sind GR Flicker, GRin Mag. Dr. Johler, GR Kilian Stark, Frau nichtamtsführende StRin Greco und Herr Amtsf. StR Hacker. Zeitweise entschuldigt sind GR Arsenovic, GR Deutsch, GRin Sequenz und GR Stadler.
Wir kommen zur Fragestunde. Ich darf auch darum ersuchen, dass wir die Lautstärke ein bisschen drosseln.
Wir starten mit der Fragestunde.
Die 1. Anfrage (FSP-437472-2026-KFP/GM) wurde von Herrn GR Brucker gestellt und ist an den Amtsführenden Stadtrat der Geschäftsgruppe für Soziales, Gesundheit und Sport gerichtet.
In seiner Vertretung wird Frau Amtsf. StRin Barbara Novak die Anfrage beantworten, die das Sportangebot am Postsportplatz in Hernals für das Jahr 2027 betrifft. (Medienberichten zufolge droht dem Postsportverein Wien der Verlust seiner Sportanlage in Hernals, da der Pachtvertrag mit der Österreichischen Post AG 2027 ausläuft und eine Neuausschreibung des Areals geplant ist. Davon wären tausende Sportler, insbesondere auch Kinder und Jugendliche, sowie zahlreiche Breiten- und Amateursportarten betroffen. Welche konkreten Maßnahmen werden Sie als zuständiger Stadtrat und Ihr Ressort setzen, um sicherzustellen, dass die bestehenden Sportangebote am Postsportplatz in Hernals über das Jahr 2027 hinaus langfristig abgesichert werden und insbesondere auch nicht-kommerzielle sowie breitensportorientierte Nutzungen dauerhaft erhalten bleiben?)
Sehr geehrte Frau Stadträtin, bitte um Beantwortung.
Amtsf. StRin Barbara Novak, MA: Einen wunderschönen guten Morgen, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Frau Vorsitzende, sehr geehrter Gemeinderat!
Herzlichen Dank für die Frage, ich lerne in meiner Vertretung in der Fragestunde tatsächlich viel dazu, auch aus anderen Ressorts. Ihre Frage bezieht sich auf die Zukunft und die langfristige Absicherung des Postsportvereines, und dazu kann ich folgende Auskunft geben:
Der Postsportverein Wien ist tatsächlich ein traditionsreicher Sportverein, dessen Pachtvertrag für das Areal in der Roggendorfgasse 2 am 31. Dezember 2027 ausläuft. Der Verein nutzt dort das gesamte sogenannte "Postsportareal", welches mit einer Fläche von 16 bis 17 Hektar die größte zusammenhängende Sportstätte Wiens darstellt. Die Infrastruktur vor Ort ist breit gefächert und umfasst unter anderem 44 Tennisplätze, drei Fußballplätze, ein Hockeyfeld sowie mehrere Sporthallen. Damit nimmt der Verein tatsächlich eine wichtige Rolle in der Sportlandschaft und im Wiener Sportangebot und in der Sportinfrastruktur ein.
Eingangs ist festzuhalten, dass es sich bei der Liegenschaft in der Roggendorfgasse 2 nicht um Sportflächen im Eigentum der Stadt Wien handelt. Und das ist, denke ich, der Beginn, dass es schwierig wird. Die Post AG ist Eigentümerin und die Stadt Wien ist daher nicht operativ in Entscheidungsprozesse beziehungsweise in die Entscheidung über diese Grundstücke involviert, auch nicht in die Frage, wer nach Auslaufen des Pachtvertrages mit 31. Dezember 2027 diese Flächen dann tatsächlich betreiben wird.
Für den Erhalt der Postsportanlage stehen der Stadt Wien folgende Möglichkeiten zur Verfügung, die ich kurz ausführen möchte. Das eine ist der gesetzliche Sportstättenschutz, der auch ein sehr wichtiges Instrument in unserer Gesetzeslandschaft und in unserem Vollzug darstellt. Das Kerninteresse der Stadt Wien liegt in der konsequenten Umsetzung des Wiener Sportstättenschutzgesetzes. Damit wird sichergestellt, dass keine Sportstätten im Stadtgebiet verschwinden. Die Österreichische Post AG hat dem zuständigen StR Peter Hacker bereits ausdrücklich zugesichert, diese gesetzlichen Rahmenbedingungen bei ihren Planungen vollumfänglich einzuhalten. Die MA 51 - Sport Wien als Fachabteilung für Sport und in diesem Fall auch die zuständige Behörde nach dem Wiener Sportstättenschutzgesetz, hat den Auftrag, die Schritte der Österreichischen Post genau zu kontrollieren und auch sicherzustellen, dass die Vorgaben eingehalten werden. Die MA 51 nimmt ihre Rolle hier sehr, sehr ernst, wie ich weiß, und prüft die Schritte auch sehr engmaschig.
Bei der Entwicklung des Betriebskonzeptes wurde die Stadt Wien informiert, dass seitens der Eigentümerin die Erarbeitung eines neuen Betriebskonzeptes eingeleitet wurde. Im Jänner 2026 fand hierzu auch ein terminlicher Austausch zwischen der Post AG und der Fachabteilung 51 statt. Die wirtschaftliche Selbsterhaltung des Anlagenbetriebes muss offensichtlich aus Sicht der Liegenschaftseigentümerin sichergestellt sein. Gleichzeitig geht es aber auch darum, den Breitensport zu erhalten und damit auch dieses vielfältige Angebot am Sportplatz.
Diese größte zusammenhängende Sportstätte ist für Wien ein ganz, ganz klarer Fokus, und die Zielsetzung der Stadt Wien ist, der Planerin und Grundstückseigentümerin sehr genau auf die Finger zu schauen, sowohl mit den behördlichen Möglichkeiten, die wir haben, aber natürlich auch mit inhaltlichem Ermahnen und Einbringen. Der Fokus ist, diese Sportanlage für die Wienerinnen und Wiener jedenfalls nachdrücklich zu erhalten. Wer am Ende der Betreiber der Anlage ist, kann - leider - nicht in der Entscheidungskompetenz der Stadt Wien liegen.
Vorsitzende GRin Marina Hanke, BA: Vielen Dank, Frau Stadträtin.
Die 1. Zusatzfrage wird von der FPÖ, von Herrn GR Brucker gestellt. - Bitte.
GR Lukas Brucker, MA (FPÖ): Sehr geehrte Frau Stadträtin, guten Morgen! Es freut mich sehr, dass wir heute gemeinsam in diesen so besonderen Tag für Sie starten können. Danke für Ihre Beantwortung.
Ich glaube, wir sind uns alle einig, dass diese Sportstätte für die tausenden Kinder, die hier Sport betreiben, auch über das Jahr 2027 hinaus erhalten bleiben soll, auch in dem Umfang, wie er jetzt ist. Man hat aus Ihren Worten schon herausgehört, dass die Post AG offenbar nicht ganz damit zufrieden ist, wie seitens des derzeiti
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