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Landtag, 10. Sitzung vom 24.03.2026, Wörtliches Protokoll  -  Seite 28 von 64

 

ken, das ist wirklich ein großartiges Team, das du um dich geschart hast. Das war eine große Freude, mit deinem Team zusammenzuarbeiten. Man sieht auch Politik, das ist kein Heldentum, das habe ich am Wochenende auch gesagt, das ist durch und durch Teamarbeit. Wirklich toll. (Beifall bei NEOS, SPÖ und GRÜNEN.)

 

Mir bleibt, dir im Namen unseres Klubs und von Bettina als Stadträtin alles Gute für deinen weiteren Weg zu wünschen. Ich weiß, es wird dir vieles Neues, Gutes gelingen, es braucht Mut, es braucht Entschlossenheit, aber vor allem Zuversicht, und das hast du alles, liebe Kathrin. Alles Gute! (Allgemeiner Beifall. - Lhptm-Stv.in Mag. Bettina Emmerling, MSc und Abg. Mag. Dolores Bakos, BA bringen einen Blumenstrauß und ein Buch, was beides von der Rednerin an Lhptm-Stv.in Kathrin Gaál überreicht wird.)

 

Präsident Ing. Christian Meidlinger: Als Nächster zu Wort gemeldet ist der Herr StR Kraus, und ich erteile es ihm. - Bitte.

 

11.44.37

StR Peter Kraus, MSc|: Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Kathrin Gaál!

 

Es gibt so Momente in diesem Haus, die gehen über das, was hier eigentlich oft die politische Debatte ist, weit hinaus, und heute ist wieder so ein Moment. Auch ich habe die Auflage bekommen, nicht zu weinen so wie die Kollegin Keri. Schauen wir einmal, wie ich es schaffe.

 

Wir verabschieden heute eine Stadträtin, eine Vizebürgermeisterin, für viele eine langjährige Kollegin und Freundin, mit der die Zusammenarbeit über die letzten Jahre immer von ganz, ganz echtem Respekt geprägt war. Ich kann das aus unserer Sicht sagen, aus Sicht der GRÜNEN, die Zusammenarbeit mit Kathrin Gaál war stets offen, sie war ehrlich, sie war immer wertschätzend und immer auf Augenhöhe. Ich finde, das hat die Kathrin Gaál auch ausgezeichnet.

 

Die Kathrin hat ihre Werte, sie hat ihre Überzeugungen, zu denen sie felsenfest steht, und gleichzeitig habe ich immer und haben wir immer erlebt, was an ihr besonders ist. Die Kathrin hört das Gegenüber immer, sie hört zu, sie hat ein offenes Ohr, sie versucht und will auch wirklich immer andere Perspektiven nachvollziehen und andere Perspektiven einnehmen, sie wägt ab, und dann entscheidet sie, und das hat Kathrin Gaál immer ausgezeichnet, sehr geehrte Damen und Herren. (Beifall bei GRÜNEN, SPÖ und NEOS.)

 

Ich selbst kann das aus zwei ganz unterschiedlichen Perspektiven bestätigen. Wir haben mit Kathrin sowohl in der Regierungszeit als auch in der Oppositionszeit natürlich in unterschiedlichen Rollen zusammengearbeitet, aber das ist ja das Ding. Man hat unterschiedliche Rollen, was aber trotzdem gleichgeblieben ist, war immer die Offenheit, die ehrliche Wertschätzung und das Arbeiten an der Sache.

 

Abschiedsreden haben es ja auch so an sich, dass man dann einen Blick zurückwirft auf die inhaltlichen Erfolge, sozusagen auf die Legacy der Kathrin Gaál. Gleich vorweg, ja natürlich gibt es in allen Politikbereichen etwas, was dann mehr sein muss oder was weitergehen soll, Politik ist ja nicht fertig, jetzt, wo Kathrin Gaál nicht mehr hier ist. (Lhptm-Stv.in Kathrin Gaál: Nicht? - Allgemeine Heiterkeit.) - Na ja, Politik geht ja weiter, damit den NachfolgerInnen auch noch etwas zu tun bleibt. Aber heute geht es um etwas anderes. Heute geht es darum, den Blick zurückzuwerfen, welche Handschrift Kathrin Gaál in dieser Stadt hinterlassen hat.

 

Kathrin hat 2005 als Gemeinderätin hier in diesem Haus begonnen, ist 2018 dann Stadträtin geworden, hat zwei Ressorts verantwortet, die sehr, sehr wichtige Ressorts in dieser Stadt sind, Wohnen und Frauen, und hat in beiden Bereichen Spuren hinterlassen, die bleiben werden. Ich beginne in der Wohnbaupolitik. Du hast es selbst schon angesprochen, und ich mache das jetzt nur im Stakkato: Die Widmungskategorie Geförderter Wohnbau wurde in unserer gemeinsamen Zeit umgesetzt, eine Vielzahl an Bauordnungsnovellen, wo ich jetzt nur ein paar Highlights sage, beginnend bei der Solarverpflichtung, also dass es normal ist, dass man in einem Neubau auch Photovoltaik errichtet und die erneuerbaren Energien gleich mitdenkt, die Regulierung von Airbnb und Co hast du auch schon angesprochen, das Thema Spekulation und Abbruch von Altbauten, wo wirklich etwas weitergegangen ist.

 

Als dritten Punkt möchte ich aber etwas herausnehmen, was, glaube ich, wenn ich mich richtig erinnere, unser erstes gemeinsames Projekt war, etwas, was ganz klein wirkt, aber die Lebensqualität von ganz, ganz vielen Wienerinnen und Wienern verbessert. Das ist die Förderung von außenliegendem Sonnenschutz. Das war, glaube ich, das Erste, was die Kathrin und ich - damals ich im Planungsausschuss, du als Wohnbaustadträtin - gemacht haben, und bis heute gibt es das, dass sich Wienerinnen und Wiener in den Sommern, die immer heißer werden, ganz leicht und unkompliziert den Sonnenschutz in ihrer eigenen Wohnung fördern lassen können. (Lhptm-Stv.in Kathrin Gaál: Stimmt!) Das bedeutet einfach, dass hunderte, wahrscheinlich mittlerweile schon tausende WienerInnen eine bessere Lebensqualität in dieser Stadt haben. (Beifall bei GRÜNEN, SPÖ und NEOS.)

 

Zum zweiten Teil - ich habe mich natürlich auch bei meinen Kolleginnen in der Fraktion ein bisschen umgehört, was denn so die Bilanz im frauenpolitischen Bereich ist, und unisono, nicht nur in meiner Fraktion, haben alle sofort gesagt: Der Kathrin ist das Thema - und ich meine, wir haben es heute auch wieder gehört - Gewaltschutz unglaublich wichtig. Das ist überall anerkannt, auch hier wirkt sie verbindend, alle Parteien, alle Institutionen an einen Tisch zu bringen, damit in der Sache gearbeitet wird. Ich glaube, da hast du dir wirklich, nicht nur bei uns, sondern überall in der Stadt wahnsinnigen Respekt erarbeitet und dafür einen wahnsinnigen Dank verdient. (Allgemeiner Beifall.)

 

Ich habe immer wahrgenommen, dass Frauenpolitik, Gerechtigkeitspolitik für die Kathrin etwas ist, dass im konkreten Leben der Wienerinnen und der Wiener einen positiven Unterschied machen muss. Dass es etwas ist, was nicht nur hier im Rathaus in Debatten stattfindet, sondern dass es sich in echte Lebensrealitäten übersetzen muss.

 

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