Landtag, 9. Sitzung vom 21.01.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 35 von 53
zurück. Schlussfolgerung: 660 Kinder wurden in Volle Erziehung aufgenommen.
Zur Frage 1.9: Kinder, die im Jahr 2025 aufgenommen wurden, waren im Mittelwert 13,95 Wochen in Krisenpflege. Der Median liegt bei 11.
Frage 1.10: 75 Prozent der Kinder und Jugendlichen bleiben maximal bis zu zwei Monaten in einem Krisenzentrum.
Zur Frage 1.10.1: Die stationäre Krisenabklärung in einem Krisenzentrum dauert so kurz wie möglich beziehungsweise so lange wie nötig. Gefährdungsabklärungen beziehen sich immer auf die individuellen Lebensumstände der Kinder und Jugendlichen. Es gibt daher auch keine ursprünglich vorhergesehene Dauer.
Zur Frage 1.11: Innerhalb der Wiener Kinder- und Jugendhilfe haben intensive Überlegungen zur Krisenarbeit stattgefunden und zu neuen Ideen wie Kleinkindkrisenzentren oder Spezialkrisenzentren sowie zum massiven Ausbau der ambulanten und stationären Leistungen geführt. Auch weiterhin setzen sich Führungskräfte und MitarbeiterInnen mit der Thematik auseinander und versuchen, gelingende Maßnahmen zur Entlastung, aber auch Neuorientierung in der Krisenarbeit zu setzen.
Zur Frage 1.11.1: Ja. Es erfolgte eine Befragung der Leitungen der Regionalstellen Soziale Arbeit mit Familien zu dem Bedarf ambulanter Angebote.
Zur Frage 1.11.2. verweise ich auf die Beantwortung der Frage 1.11.
Zur Frage 1.12: Wir haben uns im Regierungsprogramm zum Ziel genommen, den Ausbau der Krisenzentren weiter voranzutreiben. Genauso ist die Schaffung zusätzlicher Kinderkrisenzentren geplant. Wir bauen ambulante, elternunterstützende Angebote - wie schon in den letzten Jahren - ebenfalls weiter aus, um möglichst frühzeitig Eltern in ihren Erziehungskompetenzen, insbesondere von psychisch kranken und behinderten Kindern, zu unterstützen.
Zur Frage 1.13: Wir bemühen uns seit Jahren vor allem um eine Aufstockung von Studienplätzen. Beispielsweise hat die Wiener Kinder- und Jugendhilfe auf Grund der diversen Ausbildungslandschaften betreffend die Sozialpädagogik auch Förderungen von Ausbildungseinrichtungen erhöht.
Durch eine Kooperation mit dem waff, ein Stipendiensystem sowie die neu geschaffene Möglichkeit, SozialpädagogInnen bereits während der Ausbildung anstellen zu können, konnte dem Fachkräftemangel in der Wiener Kinder- und Jugendhilfe gut entgegengewirkt werden.
Auch bei den Landes-Kinder- und Jugendhilfe-ReferentInnen-Konferenzen hatten wir das Thema Fachkräftemangel in den letzten Jahren wiederholt auf der Tagesordnung und haben vor allem einstimmige Beschlüsse mit den Ländern geschaffen. In diesem Zusammenhang wurden diese dann auch an die zuständigen Ministerien des Bundes übermittelt.
Zur Frage 1.13.1: Ja. Wir werden diese Bemühungen in den nächsten Jahren fortsetzen und weiter intensivieren. Das geschieht vor allem schrittweise und ist wahrscheinlich ein Prozess, der nie ein Ende finden wird, weil auch die Anzahl der Kinder und Jugendlichen, die zu betreuen sind, im Steigen begriffen ist und auch keine Entlastung erwartet wird.
Auf Bundesebene werden wir uns weiter für einen weiteren Ausbau der Ausbildungsplätze für relevante Berufsgruppen stark machen, insbesondere Sozialpädagogik und soziale Arbeit.
Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, haben wir im Regierungsprogramm auch eine Reform des Wiener Kinder- und Jugendhilfegesetzes vereinbart, um weitere fachspezifisch ausgebildete und geeignete Berufsgruppen in diesem Bereich einzusetzen. Diese Novelle soll schon in Kürze in Begutachtung gehen.
Zur Frage 1.14: Grundsätzlich melden sich nach Informationsveranstaltungen zwischen 80 und 110 Personen, die sich für die Aufnahme eines Pflegekindes interessieren. Nur ein Teil von ihnen beantragt in der Folge eine Eignungsfeststellung für Langzeitpflege oder Krisenpflege, die dann durchgeführt wird. In den Jahren 2024 und 2025 haben sich 21 neue Krisenpflegepersonen gemeldet und sind eingestellt worden.
Zur Frage 1.14.1: Siehe die Beantwortung davor.
Zur Frage 1.15: Es waren fünf Kinder.
Zur Frage 1.15.1: Es waren demzufolge fünf MitarbeiterInnen.
Zur Frage 1.15.2: Die Vertretung der MitarbeiterInnen erfolgte wie bei sonstigen Abwesenheiten, wie zum Beispiel bei Urlaub, Krankenstand oder Fortbildung üblich, durch KollegInnen des Teams.
Zur Frage 1.16: Es wurden vier Kleinkind-WGs eröffnet.
Zur Frage 1.17: Da im Herbst 2025 weitere Krisenpflegepersonen mit der Ausbildung fertig wurden, besteht derzeit kein Notstand im Bereich der Krisenpflege. Die Wiener Kinder- und Jugendhilfe evaluiert derzeit, wie es noch besser gelingen kann, Pflegepersonen in Wien zu gewinnen.
Ich komme zum Fragenblock 2.
Zur Frage 2.1: Entsprechend dem inhaltlichen Auftrag, dem fachlichen Wissensstand und auch auf Grund von Erfahrungen wird Kindern und Jugendlichen in sozialpädagogischen Settings vor allem Beziehung angeboten, es werden aber auch individualpädagogische Maßnahmen ergriffen und traumapädagogische Angebote gesetzt.
Wichtig ist auch, dass Kinder und Jugendliche in der Einrichtung einen persönlichen Schutzraum vorfinden. Alltagsroutinen wie ein strukturierter Tagesablauf, ein regelmäßiger Schulbesuch, die Absolvierung einer Ausbildung et cetera tragen wesentlich dazu bei, Substanzkonsum zu verhindern beziehungsweise nach einer Phase des Konsums auch eine Entwöhnung zu bewältigen.
Fortbildungsangebote für die MitarbeiterInnen zur Thematik und ein Austausch mit Expertinnen der spezifischen KooperationspartnerInnen, insbesondere der Sucht- und Drogeneinrichtungen sowie des PSD, tragen ebenfalls zu einem professionellen Umgang und entsprechenden Hilfestellungen bei.
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