Gemeinderat, 13. Sitzung vom 27.04.2026, Wörtliches Protokoll - Seite 35 von 89
aber nicht nur den Erhalt dieser Sportstätte, sondern es geht auch um den Postsportverein, ja. Darauf komme ich noch zurück.
Jetzt haben wir einen Bezirksvorsteher von der SPÖ, jetzt haben wir einen Stadtrat von der SPÖ, der für Sport zuständig ist - er geht, weil das nicht ganz so sein Thema ist -, und dann haben wir einen Sportminister Babler von der SPÖ. Dass es der mit dem Sport nicht so hält, wissen wir. 300 000 EUR für Beachvolleyball werden so mir nichts, dir nichts gestrichen, damit ZARA weiter unterstützt wird. (GRin Dipl.-Ing. Selma Arapović: Dieses Ausspielen ist so typisch FPÖ! Wirklich!) Also da sieht man natürlich, wo die Prioritäten bei der SPÖ sind, ja. Und deshalb ist es für uns so wichtig - und da lassen wir auch nicht locker -, dass diese Sportstätte so, wie sie jetzt ist, in der Widmung, wie sie jetzt vorhanden ist, unstrittig sein muss.
Es stellt sich vielmehr die Frage, ob man nicht eben als derjenige, der die Instrumente der Widmungen in der Hand hat, ob wir hundert Personen hier uns was überlegen: Wie könnte man denn die Post AG dazu bewegen, diese Sportstätte so zu betreiben, wie wir es als Stadt Wien gerne möchten, als gemeinnützigen Verein, der Randsportarten eine Heimat gibt, der 5 000 Mitgliedern eine Heimat gibt - wobei wir wissen, fast 40 Prozent davon sind Kinder -, der Ersatz für viele, sage ich, nicht so ideal ausgestattete Turnsäle in der Gegend ist? Das heißt, dieser Postsportverein hat eine extrem wichtige Aufgabe hier in Hernals. Er betreibt die mit 15 Hektar österreichweit größte Sportstätte. Das ist die größte Sportstätte Österreichs. Den Postsportverein gibt es seit hundert Jahren, und der ist eng mit dieser Sportstätte verwoben. Und ich finde es - wie soll ich sagen? -, ja, ganz schwierig, dass man jetzt sagt: Na ja, hundert Jahre! Was sind schon hundert Jahre? Es kommt ein neuer, und schauen wir, welcher Sportbetreiber, nicht gemeinwohlorientiert, weil es sich ja rechnen muss, da kommt!
Wenn die Stadt Wien oder die SPÖ mir sagt, sie können der Post AG keine Auflagen erteilen, sind das ja nur leere Worte. Da sagt man, das hätten wir alles gern. Also wenn die SPÖ - und das weiß sie - die entsprechenden Hebel hat, um mit Grundeigentümern zu reden und mit Grundeigentümern entsprechende Vereinbarungen abzuschließen, damit das durchgesetzt wird, was sie will, und damit diese Sportstätte so betrieben wird, wie es die SPÖ will, kann mir das keiner erklären. Und da fehlt es mir an einem klaren Bekenntnis der SPÖ, einem klaren Bekenntnis zu dem Postsportverein. (Beifall bei der FPÖ.)
Und der Postsportverein: Wir haben selber Kontakt zu dieser Initiative "Rettet den Post SV" gehabt. Die stecken unglaublich viel Expertise und Herzblut seit Monaten in dieses Projekt. Richtig ist, dass es in der Vergangenheit schwierig war, einen Termin zu bekommen, um einmal die Situation darzulegen. Die kommen ja nicht nur und sagen einfach: Wir wollen da weiter bleiben, und wir liefern nichts! Ganz im Gegenteil, die haben sich unglaublich viele Gedanken darüber gemacht: Wie kann man diese Sportstätte zukünftig entwickeln, sodass die Randsportarten weiter gesichert sind, der Leistungssport weiter gesichert ist? Und vor allem, was ganz wichtig ist, hat sich der Verein Gedanken darüber gemacht hat: Wie kann man eine adäquate Finanzierung aufstellen?
Und da finde ich es schwierig, wenn man Leute, die neben ihrem Hauptberuf sich derartig viel antun, eigentlich abschasselt, ja. Und wahrscheinlich erst durch diesen massiven Druck, der über soziale Kanäle gegangen ist, aber auch, sage ich, über Anträge aus der Opposition, hat sich die SPÖ jetzt bereit erklärt, wie gesagt im Mai einen Termin mit dem Postsportverein abzuhalten. Und ich finde es schade, dass es solcher Initiativen bedarf und dass die Stadt Wien selber so wenig Wert darauflegt, dass diese riesengroße Sportstätte - wie gesagt: die größte Sportstätte in Österreich -, die so vielen Kindern und Jugendlichen Heimat gibt ... Und ich glaube, jeder dritte Wiener, den man anredet, hat einen Bezug zu dem Postsportplatz, weil es einfach das größte Areal ist. Und dass man das so schleifen lassen hat, finde ich, ist eigentlich ein Skandal. (Beifall bei der FPÖ.)
Und wie gesagt, der Postsportverein ist eben nicht nur irgendein Verein wie vielleicht viele andere, sondern ich finde, das ist ein Verein, den es seit hundert Jahren gibt, der viele Hundertausende oder Millionen in der Vergangenheit auch in die Entwicklung des Sportplatzes investiert hat, natürlich in letzter Zeit weniger, weil ja auch sozusagen die Zukunft des Vereines ungewiss war. Aber genau deshalb sagen wir - und wir unterstützen selbstverständlich die Anträge, die da gestellt wurden; aus unserer Sicht gehen sie nur nicht weit genug - ganz klar - ich sage nicht, Erhalt des Postsportplatzes, weil das für mich überhaupt nicht zur Diskussion steht - Ja zum Postsportverein, Ja zu den Sportflächen. Wir sind gegen eine schleichende Verbauung.
Ich möchte schon darauf hinweisen, dass ich es eigentümlich finde, dass die SPÖ jetzt mit diesem Antrag kommt. Aber wahrscheinlich hat sie gesehen, dass der politische Druck über diese Initiative "Rettet den Post SV" so groß war, dass sie nicht mehr auskommt. In der Vergangenheit war es immer nur die Opposition, die darauf hingewiesen hat, dass hier dringender Handlungsbedarf besteht. (Beifall bei der FPÖ.)
Und wie gesagt, das, was wir wollen, sind keine unverbindlichen Bekenntnisse. Wir wollen ein ganz klares Bekenntnis des SPÖ haben - und ich bin gespannt, was mir die Kollegin aus dem Bezirk dann sagen wird -, nämlich auch ein klares Bekenntnis nicht nur zur Sportstätte an sich, sondern auch zum Postsportverein, zur Absicherung der gemeinwohlorientierten Führung dieser Sportflächen, zu einer Zusage zur Nutzung für die Schulen, für die Kinder, für den Breitensport, aber auch für den Randsport. Der Postsportplatz muss Sportplatz bleiben, und der Post SV muss bleiben.
Ich möchte da mit einem Zitat schließen, das nicht von mir stammt, sondern von einer der engagierten InitiatorInnen der Initiative "Rettet den Post SV", die da sagt - und ich finde, das bringt es total auf den Punkt: Der Postsportverein gehört zum Postsportplatz wie das Riesenrad zu Wien. (Beifall bei der FPÖ.)
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