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Gemeinderat, 49. Sitzung vom 24.01.2024, Wörtliches Protokoll  -  Seite 23 von 69

 

GRin Dr. Mireille Ngosso (SPÖ)|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende! Sehr geehrter Herr Stadtrat! Liebe Kollegen und Kolleginnen! Liebe Zuseher via Livestream!

 

Wir haben in der Elementarbildung die AssistentInnenstunden verdoppelt und die Sprachförderkräfte massiv aufgestockt. Wir erhöhen jetzt noch einmal zusätzlich die Stunden für AssistentInnen für Kleinkinder- und Familiengruppen. So sorgen wir für mehr dringend benötigte helfende Hände in den Gruppen. Dafür brauchen wir eine gute Zusammenarbeit zwischen Bund und Land, so wie es Bildungsminister Polaschek heute in einer Aussendung gesagt hat: „Große Schritte gehen nur gemeinsam. Auf Grund der großen Zersplitterung der Zuständigkeiten in diesem Bereich können nachhaltige Lösungen nur gemeinsam mit allen relevanten Akteurinnen und Akteuren gelingen.“ Das ist, worauf wir hinzielen müssen: Dass Land und Bund zusammenarbeiten. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Von der Elementarbildung gehen wir in die nächste Bildungsstufe. Noch nie wurden in Wiens Volksschulen so viele Kinder unterrichtet wie heute. Angesichts einer stetig wachsenden Anzahl an Volksschulkindern und eines kontinuierlichen Zuzugs investieren wir in Wien in hochwertige Bildungseinrichtungen. Insgesamt investierte die Stadt Wien im Jahr 2023 2,1 Milliarden EUR in Schulen. Mit der Einführung der kostenfreien verschränkten Ganztagsschule fördert Wien eine Schulform, die sozial ausgleichend wirkt und sowohl Kindern als auch Eltern den Rücken stärkt. Das kann ich als Mama eines Siebenjährigen, der gerade in eine Ganztagsschule geht, wirklich bestätigen.

 

Über 100 Volks- und Mittelschulen in Wien sind mittlerweile kostenlos. Jedes Jahr kommen 10 weitere Standorte hinzu. Die beitragsfreie Ganztagsschule ist somit ein historischer Schritt zur Öffnung und Etablierung der Ganztagsschulen als zentrales Standbein des Wiener Schulsystems. Weiters fördern wir in Wien auch die Bildungscampusse. Diese vereinen Kindergarten, Volksschule und Mittelschule an einem Ort, fördern das soziale Miteinander und tragen besonders bei Kindern aus finanziell schwächeren Familien zu einem reibungslosen Übergang zwischen den einzelnen Bildungsstufen bei.

 

Unser klares Ziel ist eine angstfreie Schule ohne schwere Schultaschen, wo die Freue am Lernen ohne Notendruck im Mittelpunkt steht, wo das Wohlbefinden unserer Kinder in den Mittelpunkt gestellt wird, wo Schule und Freizeit ganz klar getrennt sind, wo zu Hause mehr als nur Hausaufgaben auf die Kinder - und vor allem auch auf die Eltern - wartet und wo Motivation gefördert und nicht nur durch Druck zerstört wird. Daher forcieren wir das Modell der Ganztagsschule. (Beifall bei der SPÖ und von GR Dipl.-Ing. Dr. Stefan Gara.)

 

Ganztagsschulen sollen Schulkindern eine moderne und umfassende Bildung ermöglichen, die vor allem auch unabhängiger von den finanziellen Voraussetzungen der Eltern bereitgestellt wird. Zudem wächst die Notwendigkeit, Eltern einen Vollzeitarbeitsplatz auch dadurch zu ermöglichen, dass ihre Kinder in Bildungseinrichtungen nachmittags nicht nur irgendwie - unter Anführungszeichen - aufbewahrt werden, sondern dort umfassend betreut und auch gefördert werden. Ganztägige Schulen bedeuten soziale Gerechtigkeit. Damit wollen wir der Benachteiligung von Kindern aus finanziell schwächeren Familien, die auf Nachhilfe angewiesen sind, entgegenwirken. Wir stehen nun hier mit zehn ausgebauten zusätzlichen verschränkten Ganztagsschulen jedes Jahr. Dies sichert Schritt für Schritt eine flächendeckende Versorgung in der ganzen Stadt. Die Nachfrage der Eltern bezeugt, dass wir in Wien auf dem richtigen Weg sind.

 

Es ist, wie gesagt, nicht nur die bessere Vereinbarkeit zwischen Job und Familie, die Ganztagsschulen zunehmend populär macht. Auch aus pädagogischer Sicht bietet diese Schulform viele Vorteile, vor allem in ihrer verschränkten Form, wenn sich Unterricht, Freizeit und Lernzeit abwechseln.

 

Unser Ziel muss dieses durchlässige System für die vielen sein. Die Jobs von heute gibt es in Zukunft vielfach nicht mehr so wie heute. Also müssen wir im Bildungssystem jetzt die Fragen von in 20 Jahren beantworten. - Vielen Dank. (Beifall bei SPÖ und NEOS.)

 

Vorsitzende GRin Gabriele Mörk: Als Nächster zu Wort gemeldet ist Herr GR Maximilian Krauss. Ich erteile es ihm. Bitte, Herr Gemeinderat.

 

10.54.41

GR Maximilian Krauss, MA (FPÖ)|: Sehr geehrte Frau Vorsitzende! Sehr geehrter Herr Vizebürgermeister! Meine sehr geehrten Damen und Herren!

 

Kollege Zierfuß hat gesagt, wenn er für diese Bilanz in der Bildungspolitik verantwortlich wäre, dann würde er sich dafür genieren oder schämen. Da hat er recht. Diese Bilanz in Wien ist zum Genieren. Allerdings glaube ich nicht, dass Scham der ÖVP ein bekanntes Gefühl ist. (Heiterkeit bei GR Georg Prack, BA.) Denn wenn Sie sich für etwas schämen könnten, dann müssten Sie sich dafür genieren, dass Sie seit 5 Jahren mit den GRÜNEN in der Bundesregierung sitzen, dass Sie für 100.000 Asylanten verantwortlich sind, die im letzten Jahr wieder querfeldein nach Österreich hereinspaziert sind, dass Sie für Rekordteuerung und Rekordinflation verantwortlich sind und dafür, dass Sie mit den GRÜNEN ein Belastungspaket nach dem anderen schnüren. (Beifall bei der FPÖ.) Also ja: Für das Wiener Bildungsbudget müssten sich Rot und Pink schämen, aber Sie haben mehr als genug Anlass, sich selbst zu genieren, und sollten sich einmal damit beschäftigen. Dann werden Sie vielleicht eine Spur glaubwürdiger. (Beifall bei der FPÖ.)

 

Wenn wir uns aber das Thema der Aktuellen Stunde im Detail ansehen, die Zustände an unseren Schulen in Wien, dann sind das ja wirklich in vielen Bereichen verheerende. Wenn vor Kurzem sogar der Wiener Bildungsstadtrat zugeben musste, dass über 13.500 Schüler in Wien als außerordentliche Schüler geführt werden müssen, weil sie in den allermeisten Fällen nicht einmal genug Deutsch können, um dem Unterricht folgen zu können, und wenn diese über 13.500 außerordentlichen Schüler in Wien, die nicht benotet werden können, weil sie dem Unterricht in keinster Weise folgen können, einen Anstieg von beinahe 30 Prozent alleine zum Vorjahr bedeuten, dann zeigt allein diese Zahl, dass Sie in Wien eine Generation heranerziehen, die keinerlei Bildungschancen hat

 

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