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Gemeinderat, 49. Sitzung vom 24.01.2024, Wörtliches Protokoll  -  Seite 17 von 69

 

Ärzte mehr gefunden hat, die mit der Rettung fahren wollten. Wir haben damals als Stadt entschieden, dass wir das nicht mehr die Rettung machen lassen, weil wir verstanden haben, dass es nicht wirklich attraktiv ist, bei der Wiener Rettung als Rettungsarzt anzufangen, mit der Jobperspektive, auch noch mit 60, 62 oder 64 im Schnee auf der Straße Menschenleben zu retten, sondern dass junge Ärztinnen und Ärzte, die in diesen Bereich gehen, andere Jobperspektiven haben wollen.

 

Deswegen haben wir es damals zur Aufgabe der Notfallambulanzen gemacht, dass die Notfallambulanzen als Teil des Jobs in der Notfallambulanz auch den Rettungsdienst bespielen. Seither haben wir überhaupt kein Problem mehr, genügend Ärztinnen und Ärzte zu finden, die mit der Rettung fahren. Es ist überhaupt kein Thema mehr. Das Thema ist einfach weg, weil es für die Ärztinnen und Ärzte - vor allem für die jungen - spannend ist, wenn sie in die Notfallmedizin gehen wollen, auch mit der Rettung zu fahren.

 

Ich glaube, dass es um solche intelligenten Lösungen geht, die wir entwickeln und finden müssen. Wir müssen auch die Flexibilität entwickeln, damit es eben möglich ist, solche Jobprofile zu erstellen, die so interessant sind, dass die Mitarbeiter sagen, hey, das ist klass‘, da mache ich 20 Stunden auf der Station, 20 oder 10 Stunden auf dieser Ambulanz und 10 weitere Stunden auf jener Ambulanz.

 

Ich glaube, dass wir unsere Personalentwicklungsstrategie in diese Richtung hin entwickeln müssen. In diese Richtung sind wir auch unterwegs.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 2. Zusatzfrage kommt von der FPÖ. Herr GR Seidl, bitte.

 

10.16.37

GR Wolfgang Seidl (FPÖ): Guten Morgen, Herr Stadtrat! Danke für die bisherige Beantwortung. Ich glaube, wir sind uns alle hier im Haus einig, dass wir zusätzliche Pflegerinnen und Pfleger brauchen. Es gibt da Zahlen, dass wir bis 2030 zusätzliche knapp 10.000 Personen haben müssen, sonst wird das System irgendwann einmal kollabieren. Ich denke einmal, wir werden alle daran arbeiten müssen, dass uns das auch gelingt.

 

Jetzt gab es letztes Jahr im Sommer meines Wissens einen Vorschlag des Wiener Gesundheitsverbundes, Pflegerinnen und Pfleger aus Tunesien anzuwerben. Nachdem ich danach nichts mehr darüber gehört habe, jetzt meine konkrete Frage dazu: Ist das gelungen? Wie viele konnten da angeworben werden, und läuft das Programm noch weiter?

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Herr Stadtrat, bitte.

 

Amtsf. StR KommR Peter Hanke: Tunesien spielt in dieser Frage keine große Rolle, aber ich meine, es ist kein Geheimnis, ich weiß es jetzt nicht auswendig, aber ich glaube, wir haben im Wiener Gesundheitsverbund Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen, die insgesamt 60 oder 70 Herkunftsländer haben. Also, wir sind ja eine - im positiven Sinne - kunterbunte Organisation. Da ist es natürlich klar, dass, wenn es irgendwo jemanden gibt, der noch Verwandte, Bekannte oder Freundinnen und Freunde in seinem Heimatland hat, der auch Werbung für die tolle Arbeit im Wiener Gesundheitsverbund macht.

 

Unser Schwerpunkt bei der Frage, eine beständige Beziehung aufzubauen, um Fachkräfte aus anderen Ländern zu bekommen, fokussiert sich im Augenblick auf die Länder Philippinen, ein bisschen auf Vietnam und auf Indien. Das sind Länder, die aus dem Land heraus eine aktive Personalentwicklungspolitik betreiben - mit der Zielsetzung, wesentlich mehr Pflegekräfte auszubilden, als das Land selbst braucht, damit diese ins Ausland gehen können. Ich halte es für notwendig, zu schauen, dass man sich auf solche Länder fokussiert, um dann auch eine langfristige belastbarere Austauschsituation zustande zu bringen und gleichzeitig aber dem jeweiligen Land nicht Ressourcen wegzunehmen, die das Land selbst benötigt.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Die 3. Zusatzfrage kommt von den GRÜNEN. Frau GRin Dr. Kickert, bitte.

 

10.18.54

GRin Dr. Jennifer Kickert (GRÜNE): Schönen guten Morgen, Herr Stadtrat! Sie haben in einer der vorigen Antworten die Stimmung im Betrieb beziehungsweise die Führungskultur als einen wesentlichen Faktor für die - ich nenne es jetzt einfach - Behalterate oder für die Zufriedenheit der MitarbeiterInnen angesprochen. Andere Aspekte, die die Arbeitszufriedenheit auch stützen können, sind zum Beispiel der Zugang zu Inter- oder Supervisionen. Meines Wissens ist der Zugang zu Supervision ziemlich hochschwellig. Wieso ist das so? Wieso ist der Zugang so hochschwellig?

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Herr Stadtrat, bitte.

 

Amtsf. StR KommR Peter Hanke: Es haben alle Abteilungen ein Sonderbudget dafür. Das kann im Haus entschieden werden. Da braucht es keine Genehmigung der Generaldirektion. Jeder Ärztliche Direktor und jede Pflegedirektorin haben dazu ein Sonderbudget.

 

Vorsitzender GR Mag. Thomas Reindl: Vielen Dank. Damit ist die 5. Anfrage beantwortet und die Fragestunde beendet. Danke schön, Herr Stadtrat.

 

10.20.01Wir kommen nun zur Aktuellen Stunde. Der NEOS-Rathausklub hat eine Aktuelle Stunde mit dem Thema „Welttag der Bildung: Zukunftschancen haben in Wien höchste Priorität“ verlangt. Das Verlangen wurde gemäß § 39 Abs. 2 der Geschäftsordnung ordnungsgemäß beantragt. Ich bitte die Erstrednerin, Frau GRin Mag. Emmerling, die Aktuelle Stunde zu eröffnen, wobei ich bemerke, dass ihre Redezeit mit zehn Minuten begrenzt ist. Guten Morgen! Bitte schön.

 

10.20.35

GRin Mag. Bettina Emmerling, MSc (NEOS)|: Sehr geehrter Herr Vorsitzender! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuseherinnen und Zuseher!

 

Ja, wir feiern heute, am 24. Jänner, den Welttag der Bildung, aber nicht nur das, sondern auch den Tag der Elementarpädagogik. Was liegt für mich oder für uns also näher, als dass wir heute hier in der Aktuellen Stunde über Bildung reden und uns diesem Thema widmen?

 

An diesen internationalen Tagen wird unser Bewusstsein immer auf die Themen gelenkt, die sonst vielleicht nicht so in der Öffentlichkeit stehen. Ich finde, es ist gut und wichtig, dass es diese Tage gibt, an denen wir das machen. Bei der Bildung ist es ja so, dass wir Gott sei Dank öfters darüber reden als nur an diesem einen Tag.

 

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